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Sa. 31.01.26

In Memoriam Bischof em. Maximilian Aichern

Bischof Maximilian Aichern beim Dankgottesdienst anl?sslich 30 Jahre Bischofsweihe im Mariendom am 22. J?nner 2012.

Tiefe Trauer in der Diözese Linz: Bischof em. Maximilian Aichern, der von 1982 bis 2005 Bischof von Linz war, ist am 31. Jänner 2026 in den frühen Morgenstunden im 94. Lebensjahr in Linz verstorben.

Lebenslauf von Bischof em. Maximilian Aichern OSB 26. Dezember 1932 – 31. Jänner 2026

 

Maximilian Aichern wurde am 26. Dezember 1932 als Sohn eines Fleischhauers in Wien geboren. Sein Vater stammte aus Kärnten, die Mutter aus Niederösterreich. 1954 trat er in das Benediktinerkloster St. Lambrecht (Steiermark) ein. Er studierte an der Universität Salzburg und an der Päpstlichen Hochschule Sant‘Anselmo in Rom. 1959 wurde er in der Abtei Subiaco bei Rom zum Priester geweiht. 1964 erfolgte die Wahl zum Abtkoadjutor. Die Abtweihe empfing Maximilian Aichern am 12. Juli 1964.

 

1977 wurde er, nach dem Tod seines Vorgängers, Abt von St. Lambrecht. Ein Jahr später wählte man ihn auch zum Abtpräses der österreichischen Benediktinerkongregation. Am 15. Dezember 1981 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum zwölften Bischof von Linz. Die Bischofsweihe am 17. Jänner 1982 führte trotz der arktischen Temperaturen rund 10.000 Gläubige in den Linzer Mariendom. Die Weihe wurde von Kardinal Dr. Franz König gemeinsam mit Bischof Dr. Franz Zauner und Bischof Dr. Alois Wagner vollzogen. Als bischöflichen Wahlspruch wählte sich Maximilian Aichern „In caritate servire“ (In Liebe dienen). Sein persönlicher Lebensstil war auch als Bischof stets von Einfachheit und Bescheidenheit geprägt. Vom Beginn seines bischöflichen Wirkens an gewann Bischof Maximilian mit seiner herzlichen, zugewandten Art die Zuneigung der Oberösterreicher:innen. Es war kennzeichnend für sein bischöfliches Wirken, dass er in nur zehn Jahren nach seinem Amtsantritt in sämtlichen Pfarren der Diözese zur offiziellen bischöflichen Visitation war. Zu den Höhepunkten der ersten zehn Jahre im Bischofsamt gehörten zweifellos auch die beiden Besuche von Papst Johannes Paul II. in Österreich (1983 und 1988).

 

Bischof Maximilian machte sich über die Grenzen Österreichs hinaus einen Namen als „Sozialbischof“. Immer wieder meldete er sich zu Wort, wenn es galt, die Menschenwürde zu verteidigen und wenn durch gesellschaftliche Tendenzen die Verzweckung des Menschen drohte. Der 1990 erschienene „Sozialhirtenbrief“ der österreichischen Bischöfe, das Sozialwort der 14 christlichen Kirchen 2003, die 1997 im Bischofshof unterzeichnete „Allianz für den freien Sonntag“ – alle diese sozialen Meilensteine trugen Aicherns Handschrift. Ein besonderes Anliegen waren ihm auch ein fruchtbares Miteinander von Priestern, Diakonen und Laienmitarbeiter:innen in der Seelsorge und die Förderung von Frauen. Er gründete 1997 die diözesane Frauenkommission und startete 2001 einen Gleichstellungsprozess in der Kirche Oberösterreichs.

 

Am 18. September 2005 übergab Bischof Maximilian Aichern das Amt des Diözesanbischofs an den bisherigen Weihbischof von Wien, Ludwig Schwarz. Auch unter Diözesanbischof Manfred Scheuer, der das Amt am 17. Jänner 2016 von Bischof Ludwig übernahm, brachte sich Bischof Maximilian in der Diözese und weit darüber hinaus aktiv in das kirchliche, gesellschaftliche, soziale und kulturelle Leben ein. Ein Anliegen war ihm stets ein enger Kontakt zu den Partnerdiözesen, zudem vertrat er viele Jahre lang die österreichischen Bischöfe in der italienischen Bischofskonferenz.

 

Maximilian Aichern unterstützte Bischof Manfred Scheuer bis ins hohe Alter in liturgischen und repräsentativen Aufgaben; er übernahm Aushilfen in oberösterreichischen Pfarren und manche Dienste auch in österreichischen Klöstern. Probleme mit den Beinen hatten ihn in seinen letzten Lebensjahren in seiner Mobilität erheblich eingeschränkt und ihn zunehmend geschwächt.

 

Am 31. Jänner 2026 verstarb Bischof em. Maximilian Aichern im Linzer Domherrenhaus.

 

Auszeichnungen und Ehrungen

Bischof Maximilian Aichern erhielt 1993 von der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Passau die Würde eines Ehrendoktors der Theologie verliehen. Die Stadt Linz ernannte Bischof Aichern 1994 zum Ehrenbürger. Er war Träger des Großen Goldenen Ehrenzeichens des Landes OÖ (2005), ebenfalls 2005 erhielt er die Goldene Ehrennadel für Verdienste um die Oberösterreichische Wirtschaft. 2006 wurde ihm der Karl-Leitl-Partnerschaftspreis „Partnerschaft in der Arbeitswelt“ an der JKU Linz (2006) verliehen, 2007 der Fritz-Freyschlag-Ehrenpreis der Arbeiterkammer OÖ.

 

2008 erhielt er den „Erwin-Wenzl-Ehrenpreis“ der ÖVP, 2011 den „Mérite Européen“ in Gold der Europäischen Föderalistischen Bewegung beim Europa-Forum Neumarkt (Stmk.), 2013 den ÖGB-Award. 2019 wurde Bischof em. Maximilian Aichern der Sonderpreis „Oberösterreicher von Herzen“ des von der BezirksRundschau vergebenen „Regionalitätspreises“ verliehen. 2023 wurde er vom „European Youth Forum Neumarkt“ mit der Europa-Friedensmedaille geehrt.

Ablauf Trauerfeierlichkeiten

Gebete und Requiem im Linzer Mariendom

Am Donnerstag, 5. Februar 2026 feiert Bischof Manfred Scheuer um 18.15 Uhr den Abendgottesdienst in der Krypta. Danach besteht von 19.00 bis 20.00 Uhr die Möglichkeit zur persönlichen Verabschiedung von Bischof Maximilian Aichern, der in der Turmkapelle aufgebahrt ist.

Am Freitag, 6. Februar 2026 beten die Mitglieder des Domkapitels um 7.45 Uhr die Laudes (Morgenlob) in der Turmkapelle beim Sarg.
Zwischen 7.45 und 18.00 Uhr besteht die Möglichkeit zur persönlichen Verabschiedung von Bischof Maximilian Aichern, der in der Turmkapelle aufgebahrt ist.
Nach dem Abendgottesdienst findet um 19.00 Uhr eine Totenwache statt. Zur Totenwache wird der Sarg vor den Altar des Mariendoms gebracht, wo er bis zum Ende des Requiems verbleibt.

Am Samstag, 7. Februar 2026 besteht zwischen 8.00 und 12.00 Uhr die Möglichkeit zur persönlichen Verabschiedung von Bischof Maximilian Aichern, der vor dem Altar des Mariendoms im Sarg aufgebahrt ist.
Um 12.00 Uhr wird das feierliche Requiem für Bischof Maximilian Aichern gefeiert. Bischof Manfred Scheuer steht dem Requiem vor, er hält auch die Predigt.

Requiem und Beisetzung im Stift St. Lambrecht

Nach den Trauerfeierlichkeiten in Linz wird der Sarg mit der sterblichen Hülle des Verstorbenen in sein Heimatkloster St. Lambrecht überstellt, wo er vom Abt und den Mitbrüdern empfangen und in die Stiftskirche geleitet wird. Am Sonntag, 8. Februar 2026 wird Bischof Maximilian Aichern ab 11.30 Uhr in der Stiftskirche St. Lambrecht aufgebahrt.

Am Montag, 9. Februar 2026 wird um 14 Uhr ein Requiem in der Stiftskirche gefeiert, dem Abt Alfred Eichmann OSB vorsteht. Nach dem Requiem wird Bischof Maximilian Aichern, der vor seiner Bischofsernennung Abt von St. Lambrecht war, in der Äbtegruft der Stiftskirche beigesetzt.

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