Franz Stoiber
Während des Kirchenneubaues war ich im Pfarrgemeinderat tätig. Ich erinnere mich noch sehr gut an die Grundsteinlegung, die bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein stattfand. Dieses herrliche Wetter spiegelte unser aller Enthusiasmus und Freude nach den Jahren in der Barackenkirche wider:
„Wir bekommen eine neue, gemauerte Kirche, einen Pfarrhof mit Bad und WC, Pfarrheim mit Pfarrsaal und verschiedenen Räumen, und alles mit Zentralheizung und auch noch einen Sportplatz“. Was für eine Veränderung und vor allem Verbesserung (man kann sich heute kaum mehr vorstellen, dass unsere damals 3 Seelsorger in der Barackenkirche kein Bad und keine eigenen Schlafzimmer hatten und das Wasser im Winter über Nacht im Waschbecken gefroren ist)!
Durch diese positive und erwartungsfrohe Einstellung gab es auch kaum Diskussionen oder gar Widerstand gegen die Pläne der Architekten.
Wie überrascht wir waren, als wir das erste Mal den Rohbau der Kirche besichtigten – die Kirche ist ja in die Breite gebaut und nicht längs, wie die alte Barackenkirche, auch sitzen wir im Halbkreis und viel näher beim Altar! Später dann die Überraschung, wie schön der Teppich in der Kirche ausschaute, und um wieviel leiser die Schritte waren, außerdem haben wir Sessel und keine Kirchenbänke. Die Beschaffung unseres schönen, (ur)alten Altarkreuzes hat uns sehr berührt und vollends begeistert haben uns die Holzkonstruktion und die Holzdecke.
Kopfzerbrechen machten uns nur die Kosten, weil wir immer im Zweifel waren, ob wir uns das wirklich leisten könnten. Diese Frage stellte sich auch bei der Anschaffung der Orgel und bei den bunten Glasfenstern, die im Stift Schlierbach gefertigt wurden. Aber wir haben das Budget nicht überzogen.