Architektur
Die Anlage
Die Kirche ist Teil eines umfassenden Pfarrzentrums (mit Pfarrhof und Pfarrheim), das durch überdachte Gänge um einen hofartigen Vorplatz gruppiert ist.
Die Anlage wurde bewusst als offene Struktur konzipiert und symbolisiert so das offene und einladende Zentrum der Pfarrgemeinde, in dem nicht nur Gottesdienste gefeiert werden, sondern das darüber hinaus auch ein Ort der Begegnung ist.
Das Kirchengebäude
Die Kirche ist ein moderner Zweckbau auf rechteckigem Grundriss, wobei der Baukörper durch eine markante Dachkonstruktion klar gegliedert wird. Über dem Altarraum und der Wochentagskapelle finden sich gegenläufige Pultdächer (ein sogenanntes Grabendach), die für eine besondere Lichtführung sorgen. Die sie stützenden Seitenwände mit großflächigem Buntglas lassen den Innenraum in einem mystischen Licht erscheinen.
Auf dem Dach über dem Altarraum krönt ein Kreuz die Kirche, während über der Wochentagskapelle im offenen Glockenstuhl das Geläute sichtbar ist.
Der Kirchenraum
Das Innere der Kirche wurde in einer querliegenden U-Form angelegt, die zugleich umschließt und offen lässt. Durch diese Form soll zum einen jeder Mensch, der diese Kirche betritt, auf das Zentrum unseres Glaubens – Jesus Christus – hingeführt werden. Zum anderen soll die Offenheit der U-Form ein Zeichen der Offenheit der Gemeinde sein.
Die Barackenkirche hatte große Geborgenheit ausgestrahlt, welche im neuen Gottesdienstraum wieder empfunden werden sollte. Viel sichtbares Holz, ein Teppichboden und die Einbindung der den Kirchenbesucher:innen vertraut gewordenen Gegenstände wie die Statue des Guten Hirten, die Kreuzwegreliefs, die Glocken ... sollten dieses Gefühl vermitteln.
Die künstlerische Gestaltung prägte Professor Rudolf Kolbitsch (1922-2003). Er vertrat die Auffassung, dass Kunst nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern integrierter Bestandteil sein soll.
In diesem Sinne gestaltete er Altar, Ambo und Tabernakel, die Glasfenster und -türen, den Taufbereich und den Osterleuchter zu einem harmonischen und verbindenden Gesamtbild von zeitgenössischer Kunst, historischen Kunstwerken und wertvollen Elementen, die aus dem Vorgängerbau, der Barackenkirche, übernommen wurden.
So stellt die Kirche den gelungenen Versuch dar, die liturgischen Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils (Fokus auf die versammelte Gemeinde) in einer modernen, funktionalen Ästhetik umzusetzen, und ist somit auch ein Stück gebauter Kulturgeschichte in Linz.
Buntglasfenster
Licht, Farbe und Transparenz
Bei der Innenausstattung der Kirche wurde nicht nur auf die räumliche Gestaltung besonderer Wert gelegt, sondern auch auf die Lichtführung. Prof. Kolbitsch verlieh dem Raum durch die von ihm entworfenen und von der Glasmalerei des Stiftes Schlierbach gefertigten Betonglasfenster und -türen eine außergewöhnliche Atmosphäre, er hauchte ihm Seele ein.
Die von Kolbitsch gestalteten Fenster und Türen sind typisch für die Kunst der 1970er Jahre – abstrakt – mit einem Fokus auf die reine Wirkung von Licht und Farbe statt auf erzählende Darstellungen. Sie greifen die Geometrie der Architektur auf und setzen farbige Akzente in den Raum.
Die Glaselemente tragen dazu bei, die einfache Formensprache der Architektur zu betonen, und stehen im Einklang mit den klaren Linien der liturgischen Ausstattung.

