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Geschichte der Pfarrgemeinde Lenzing

"Lenzing AG." und "Lenzing Modal" sind in der Wirtschaft weltweit bekannte Marken. Die Stadt und die Pfarrgemeinde Lenzing  gleichermaßen sind zutiefst von dieser Industrie geprägt. Viele finden dort ihren Arbeitsplatz, die Industrie ermöglicht Einkommen und Wohlstand. Ohne das Chemiefaserwerk gäbe es die Gemeinde Lenzing überhaupt nicht.

 

Eine ländliche Region

Das Gebiet der heutigen Stadt Lenzing war bis ins 19. Jahrhundert ein rein bäuerliches Gebiet mit Feldern, Wiesen und Wäldern. An der Ager, die lange Zeit den Flößern als Transportweg für Holz gedient hatte, standen einige Mühlen. Daran erinnert noch der Ortschaftsname "Siebenmühlen" zwischen Schörfling und Lenzing.

 

Industrialisierung

1891 wurde neben einer Mühle und Säge eine kleine Zellstoffabrik errichtet, die nach und nach vergrößert wurde. Für die nötige Energie sorgte ein Elektrizitätswerk an der Ager, das zu den ältesten heute noch in Betrieb befindlichen Kraftwerken Österreichs zählt.

Vor dem „Anschluss“ war die Produktionsanlage in Lenzing in jüdischem Besitz. Die Papierfabrik ging am Tag des Einmarsches in Flammen auf und brannte fast vollständig nieder. 

 

Zwangsarbeit im Zellstoffwerk

1938 wurde die Papier‐ und Zellstofffabrik von der „Thüringische Zellwolle AG“ übernommen. Es war geplant, die neue „Zellwolle Lenzing AG“ massiv auszubauen. Bereits kurz nach Kriegsbeginn wurden erste Zwangsarbeiterinnen in die Barackenlager rund um die Baustellen deportiert. Das Konzentrationslager Mauthausen stand schon seit dem Jahr 1943 im Zuge eines Ernährungsversuchs an Häftlingen mit der „Zellwolle Lenzing AG“ in Verbindung. Dabei wurde die Verträglichkeit eines Eiweißextraktes getestet, der aus den Abwässern der Zellstoffproduktion gewonnen worden war. 

Link: KZ Außenlager Lenzing auf mauthausen-guides.at

 

Beginn der Seelsorge

Der Ausbau der Industrie brachte ein starkes Bevölkerungswachstum. 1938 wurde die Gemeinde Agerzell gegründet, die 1948 in Lenzing umbenannt wurde.

Auf diese Entwicklung hat die Kirche schon früh reagiert.

  • 1941 wurde eine Expositur von Seewalchen in der Andreaskirche Pichlwang eingerichtet. Ein Benediktiner der Pfarre Seewalchen - diese gehörte damals zum Benediktinerkloster Michaelbeuern im Land Salzburg - wurde als Seelsorger für das neue Siedlungsgebiet bestellt.
  • 1948 wurde eine hölzerne Barackenkirche errichtet. Diese wurde auch von der evangelischen Gemeinde Lenzing-Kammer mitbenutzt. Ebenfalls wurden dort auch griechisch-katholische Gottesdienste gefeiert.
  • 1950 wurde dieses Gebiet aus der Pfarre Seewalchen ausgegliedert und Lenzing zur selbständigen Pfarre erhoben. Der Ortsteil Altlenzing verblieb bei der Pfarre Schörfling.

Es setzte nun eine rege Planungs- und Bautätigkeit ein, um die für eine Pfarre nötigen Baulichkeiten zu errichten. Mit der Planung des Friedhofes, der Pfarranlage und der Kirche wurde Architekt Dipl.-Ing. Dr. Hans Aigner (Linz) beauftragt.

Link: Wikipedia über Architekt Hans Aigner

 

Der Friedhof entsteht

Zunächst wurde an der Bundesstraße in Richtung Seewalchen 1948-1953 ein Friedhof angelegt. Bei der Errichtung lagen Gemeinde und Pfarre in heftigem Streit: Die Gemeinde wollte eine kommunale, nicht-konfessionelle Anlage, die Pfarre einen konfessionell katholischen Friedhof. Dem Architekten ist ein Kompromiss zwischen den Nutzungswünschen von Pfarre und Gemeinde gelungen – religiöse und nichtreligiöse Verabschiedungen können sich dort gleichermaßen beheimatet fühlen. Das war in den 1950er Jahren auf dem Land keine Selbstverständlichkeit. So wird der der Friedhof auch zu einem gesellschaftspolitischen Zeugnis.

Seit 2024 steht der Friedhof unter Denkmalschutz. Das Gutachten des Bundesdenkmalamtes fasst dessen Bedeutung so zusammen: „Die Aufbahrungs-/ Aussegnungshalle verbindet als durchdachtes und bis ins Detail vom Architekten gestaltetes Werk die Tradition mit der Innovation und steht mustergültig für die frühe Nachkriegsmoderne in Oberösterreich.“ 

 

Pfarrhaus und Pfarrkirche

1954 konnte das Pfarrhaus bezogen werden. Drei Jahre später wurde der Pfarrsaal eröffnet, und auch der Caritaskindergarten konnte seine Tätigkeit aufnehmen.

Im Herbst 1959 erfolgte die Grundsteinlegung für die große Pfarrkirche. Im darauf folgenden Jahr wurde der 42 Meter hohe Kirchturm vollendet, und es konnte die Weihe des Turmkreuzes und der Glocken vorgenommen werden.

Am 30. September 1962 erfolgte die Weihe der fertig gestellten Pfarrkirche, die dem Heiligen Geist geweiht ist. In der Weiheurkunde heißt es: "Die Pfarre Lenzing stellt sich demütig betend in das Feuer, das vom Geist Gottes ausgeht. Er hat einst die Welt gewandelt und ihr Christi Antlitz aufgeprägt. Wir glauben und vertrauen, dass er auch unserer Zeit Christus neu schenkt."

 

Aufbruch mit dem Konzil: Berufung zum Apostolat

Die zeitgenössische theologische Diskussion drehte sich um das "Apostolat" - und die Pfarre Lenzing verstand sich genau als sichtbarer Ausdruck dieses Bemühens, als Christi:in in der Welt zu wirken. Schon im Vorfeld des Konzils hatte Karl Rahner klar gemacht: Es ist die Taufe, die Menschen beruft. "Durch die Taufe wird der Mensch nicht nur Untertan der Kirche, ... sondern Glied der Kirche, das an ihrer Funktion teilzunehmen hat, Zeugnis des Ereignisses der Ankunft der eschatologischen Gnade Gottes zu sein, in der Gott zum Heil der Welt wird. Und damit bekommt der getaufte Christ in der Kirche einen Stand, der nicht zuerst und einzig darin besteht, Objekt des Tuns der Hierarchie zu sein, sich vom Klerus dadurch zu unterscheiden, dass er Nichtkleriker ist."

Das wird im Konzilstext Apostolicam Actuositatem - Über das Apostolat der Laien (18.11.1965) aufgenommen: Das Apostolat wird nicht mehr aus der Sendung der Apostel und "ihrer Nachfolger" abgeleitet, denn Pflicht und Recht gründen in der Taufe. Das war eine Wende vom bisherigen Verständnis einer vertikalen Ableitung des kirchlichen Apostolats vom Vater über den Sohn bis zur Hierarchie.

Schon bald nach dem Konzil wurde "Apostolat" von "Evangelisierung" abgelöst. Die zunehmende Verdrängung des Begriffs des Apostolats durch den engeren, kirchen-zentrierten der (Neu-) Evangelisierung hat dazu geführt, dass Laienapostolat seit Jahrzehnten nur mehr eine Randstellung im kirchlichen Wortschatz einnimmt. (Abschnitt bearbeitet aus: Karl A. Immervoll/ Alfred Kirchmayr (Hg.): Ferdinand Klostermann und das Laienapostolat. Edition R3, Rutzenmoos 2025, 9-10)

 

Vielfältige Initiativen

In den Jahren nach dem Kirchenbau entwickelte sich die Pfarre intensiv im Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils. Schwerpunkte waren die Arbeiterseelsorge durch aktive Gruppen der Katholischen Arbeiter-Bewegung (KAB) und die Firmvorbereitung: Lenzing zählte zu den ersten Pfarren in OÖ, die Firmgruppen einführten. Heute gibt es in vielen Kirchen eine jährliche Firmung. Doch als Lenzing 1969 das Privileg einer jährlichen Pfarrfirmung erhielt, war das eine besondere Auszeichnung. Über Jahrzehnte war die Pfarre Lenzing für ihren aktiven Jugendtreff bekannt.

 

  • Seit 1966 wird die Friedhofsandacht mit Gräbersegnung zu Allerheiligen ökumenisch gefeiert.
  • 1967 wurden die Kommunion erstmals im Stehen empfangen und der Friedensgruß eingeführt;
  • Zur Fastenzeit 1970 wurde die Handkommunion erstmals gegeben,
  • 1973 die ersten Kommunionhelfer:innen eingesetzt.
  • Der Overheadprojektor wurde im Herbst 1975 erstmals verwendet - das System ist bis heute in Verwendung.

Ein Treffpunkt für das Gemeinschaftsleben der Stadt sind bis heute

  • das Pfarrfest zum Partrozinium (Pfingsten)
  • und seit 1976 der Flohmarkt mit Festzelt Mitte September. 

Innengestaltung

Die hochrangige Innenausgestaltung der Kirche durch Margret Bilger und Toni Schneider-Manzell dauerte bis in die 1980er Jahre. Neben dem Mamoraltar, dem Tabernakel, Ambo, Kreuzweg, Eingangstor und Marienstatue fällt beim Eintritt in die Kirche sogleich das mächtige, sieben Meter hohe "Lenzinger Kreuz" (1973) an der Ostwand auf: Es verbindet das Grab Jesu mit der Erfahrung der Auferstehung. 1983 wurde es als Symbol einer zeitgemäßen Verbindung von Kunst und Theologie zum Katholikentag nach Wien gebracht. Dort bekrönte es am Rathausturm einen Festgottesdienst auf dem Rathausplatz.

Als bisher letzte große Gestaltungsmaßnahme wurde 1988 die Orgel aufgestellt und geweiht.

 

Sanierungen

In der Folgezeit begannen die Sanierungen: 

  • 2000 Kirchendach
  • 2004-2008 Filialkirche Pichlwang
  • 2009 Turm
  • 2014-2017 Pfarrzentrum

2023 wurde festgestellt, dass die Betonfassade bröckelt. Die Annäherung zur Kirche ist seither mit einem Bauzaun beschränkt und der Zugang mit einem Holzdach abgesichert. Das Seitenportal zur Josefskapelle ist ebenfalls abgesperrt. Untersuchungen im Jahr 2025 ergaben, dass dieser Zerfall nicht sanierbar ist.

 

Neue Organisationsstruktur

Mit dem Zukunftsweg der Diözese Linz und dem damit einher gehenden Prozess der territorialen Neuordnung wurde die Pfarre Lenzing mit 1. Oktober 2025 - im 76. Jahr ihres Bestehens - aufgelöst. Sie ist seither eine Teilgemeinde der neu gegründeten "Pfarre Attersee", die aus den zwölf Pfarren des ehemaligen Dekanats Schörfling errichtet wurde.

Die Pfarrgemeinde Lenzing wird seiter von einem Seelsorgeteam kollegial geleitet. Dieses deckt die vier Grundfunktionen Gottesdienst, Caritas, Gemeinschaft und Verkündigung sowie den Bereich Finanzen ab.

Die Gesamtpfarre Attersee wird durch einen Dreiervorstand geleitet: Pfarrer, Pastoralvorstand/ -vorständin und Verwaltungsvorstand/ -vorständin.

Bilder

    Geschichte  der Pfarrgemeinde Lenzing
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    Pfarrplatz 1
    4860 Lenzing
    Telefon: 07672/92980
    Mobil: 0676/8776-5480
    pfarre.lenzing@dioezese-linz.at
    https://www.dioezese-linz.at/lenzing

    Sprechstunde
    Seelsorger Markus Himmelbauer

    Do     09:00 - 11:00

     

    Reservierung Pfarrsaal/Foyer
    pfarrsaal.lenzing@gmail.com
    Link zum Online-Pfarrsaalkalender

     

    Die Pfarrkirche und die Josefskapelle sind tagsüber geöffnet.

    Katholische Kirche in Oberösterreich
    Diözese Linz

    Herrenstraße 19
    4020 Linz
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