Das Doppelfest Allerheiligen und Allerseelen
Was feiern wir an Allerheiligen?
An Allerheiligen gedenken Christen grundsätzlich aller Heiligen, dem heiligen Franz von Assisi, heiligen Martin oder heiligen Sebastian.
Das menschliche Leben ist vergänglich. Die Natur im November symbolisiert sichtbare Vergänglichkeit des menschlichen Lebens.
Dadurch öffnet sich der Blick auf das Leben nach dem Tod und die Heiligen als Vorbilder.
Doch an Allerheiligen werden nicht nur bekannte Heilige geehrt, sondern auch unbekannte, deren Heiligkeit nur Gott sieht.
Jeder Mensch ist zu Heiligkeit berufen, heilig zu leben.
Allerseelen am 2. November
Allerseelentag hat Abt Odilo von Cluny zunächst im Jahr 998 in den Klöstern eingeführt. An diesem Tag beten wir in der ganzen katholischen Kirche um die Vollendung der allen Verstorbenen bei Gott.
Über viele Jahrhunderte haben sich die Gläubigen damit befasst, wie sie den Verstorbenen bei der endgültigen Erlösung helfen können.
Vor allem durch „gute Werke“ an den armen Menschen im Diesseits wollte man den Seelen im Jenseits helfen.
Das Doppelfest Allerheiligen und Allerseelen soll die Christen an die Lehre vom Fegefeuer erinnern. Das Bild des Fegefeuers geht unter anderem auf das Konzil von Trient zurück.
Dahinter steht der Gedanke, dass alle Menschen Fehler und Sünden gemacht haben. Da von Gott beim Endgericht ein gerechtes Urteil über das Leben erwartet wird, dient das Fegefeuer als Zeit und Ort der Buße, bevor die Seele in den Himmel kommt. Das Fegefeuer ist also keineswegs mit der Hölle zu verwechseln.
Die Christen sind ermutigt, den Verstorbenen durch Gebet, Fasten und Buße zu helfen.
Durch diese Fürsprache verkürzt sich die Zeit im Fegefeuer.
Gott des Erbarmens,
wir denken heute an alle unsere Verstorbenen, die von uns gegangen sind, und die wir schmerzlich vermissen. Wir erinnern uns besonders an diejenigen, die an oder mit dem Corona-Virus gestorben sind, oft ohne den Beistand ihrer Angehörigen. Wir denken an diejenigen, denen es nicht möglich war, sich zu verabschieden und ihre Verstorbenen auf dem letzten Weg zu begleiten. Lass uns einen Raum finden, um trauern zu können.
Wir bitten Dich, lebendiger Gott, durch Jesus Christus, unseren Herrn und Bruder, den Du aus dunkler Nacht in Dein ewiges Licht gerufen hast: Nimm all unsere Verstorbenen auf zu Dir und lass sie Deine Güte und Gerechtigkeit erfahren.
Gott, wir alle sehnen uns nach einem Licht in der Dunkelheit, nach einem Wort, das uns anrührt und unsere Trauer lindert. Führe uns zu den Quellen des Trostes und heile unsere Wunden. Stärke unsere Hoffnung, dass auch wir Gemeinschaft haben werden mit Dir und allen Heiligen und mit denen, die uns schon vorausgegangen sind. Gib uns Kraft, die zu trösten, die in Not sind.
Halte Deine schützende Hand über uns, heute und alle Tage bis in Deine Ewigkeit.
Darum bitten wir Dich durch Jesus Christus, Deinen Sohn, in der Gemeinschaft des Heiligen Geistes. Amen.