Strukturreform: Amtseinführung von Pfarrer und Pfarrvorständ:innen der neuen Pfarre Almtal
Nach Jahren intensiver Vorbereitung wurde mit 1. Jänner 2026 das Dekanat Pettenbach als neue Pfarre Almtal kirchenrechtlich gegründet. Die neue Pfarre besteht aus den 11 Pfarrteilgemeinden Eberstalzell, Fischlham, Grünau, Kirchham, Magdalenaberg, Pettenbach, Scharnstein, St. Konrad, Steinerkirchen an der Traun, Viechtwang und Vorchdorf. Geleitet wird sie von Pfarrer Mag. P. Franz Ackerl OSB, Pastoralvorständin Maria Pesendorfer und Verwaltungsvorstand Markus Johannes Hager. Wesentlich bleiben bzw. weiter intensiviert werden die Zusammenarbeit bzw. die Mithilfe und Leitungsverantwortung in unterschiedlichen Aufgabenbereichen von Priestern, Seelsorger:innen sowie haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen vor Ort in den Pfarrteilgemeinden bzw. im pastoralen Handlungsraum der Pfarre.
Den Festgottesdienst zur Amtseinführung von Pfarrer und Pfarrvorständ:innen feierte Bischof Manfred Scheuer gemeinsam mit Priestern, und weiteren Seelsorger:innen aus den Pfarrteilgemeinden sowie Abt Bernhard Eckerstorfer vom Stift Kremsmünster am 10. Jänner 2026 um 19 Uhr in der Pfarrkirche Pettenbach mit den Gläubigen. Gekommen waren Vertreter:innen aller 11 Pfarrteilgemeinden und der pastoralen Orte, die den Gottesdienst aktiv mitgestalteten, sowie zahlreiche Pfarrmitglieder der neuen Pfarre Almtal. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst vom Benediktus-Chor unter der Leitung von Hildegard Soringauer und einem Instrumentalensemble.
Beim Festgottesdienst bekundeten die Ernannten vor Bischof Manfred Scheuer und der versammelten Feiergemeinde ihre Bereitschaft, die Pflichten dieser Ämter auf sich zu nehmen: So versprachen sie, die Pfarre Almtal umsichtig zu leiten, in ihr die Grundvollzüge von Kirche lebendig zu halten, dafür zu sorgen, dass die frohe Botschaft des Evangeliums zeitgemäß verkündet wird, Arme und Bedrängte in die Mitte der Gemeinschaft zu stellen, an Freud und Leid der Menschen Anteil zu nehmen und mit Wertschätzung sowie im Dienst an der Einheit mit allen Haupt- und Ehrenamtlichen in den Pfarrgemeinden und pastoralen Orten zusammenzuarbeiten und dabei Bischof Scheuer gegenüber loyal zu sein.
Bischof Scheuer: „Durch euer Wirken soll der Seele ein Raum gegeben werden“
In seiner Predigt am Vorabend zum Fest der Taufe des Herrn erinnerte Bischof Manfred Scheuer zunächst an das Geschenk der Gotteskindschaft: „Jesus ist der eine Sohn Gottes, der uns zu Kindern Gottes macht. In ihm hat uns Gott dazu bestimmt, am Wesen und an der Gestalt seines Sohnes teilzuhaben, wie es im Römerbrief des Apostels Paulus heißt.“ Die Strukturreform solle auch dazu dienen, „damit wir im Innersten erfahren, dass wir Kinder Gottes sind, von Gott unbedingt geliebt“, so Scheuer.
Die Frage nach dem Wozu pfarrlicher und kirchlicher Arbeit beantwortete der Bischof folgendermaßen: „Damit ihr anderen nützt, damit ihr sie aufbaut. Damit Gott gelobt wird und damit mehr Liebe, Freude und Gemeinschaft in die Welt kommt. Durch euer Wirken und durch eure Arbeit soll der Seele ein Raum gegeben werden.“
Christinnen und Christen in der Pfarre Almtal seien „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Reich Gottes, Mitliebende Gottes in dieser Welt“, so Scheuer. Der Bischof dankte allen, die sich hauptamtlich und ehrenamtlich in vielfältiger Weise in der Pfarre Almtal engagieren und sie lebendig halten. „Wie viel von der Freundschaft mit Jesus und von der Zugehörigkeit zur Gemeinschaft ist bei euch zu spüren! Wie viele Vereine und Freiwillige geben der Tradition ein lebendiges Gesicht!“, so der Bischof an die Feiergemeinde gewandt. Scheuers Dank galt auch allen, „die den Kirchenbeitrag mit Sympathie leisten. Sie signalisieren: Es ist gut, dass es euch, die Pfarre und die Kirche gibt.“
Feiern in Verbundenheit
Nach der Predigt von Bischof Manfred Scheuer bekannten Pfarrer P. Franz Ackerl, Pastoralvorständin Maria Pesendorfer und Verwaltungsvorstand Markus Johannes Hager ihren Glauben. Nun erklärte Bischof Scheuer die Rechtmäßigkeit des Amtsantritts. Vertreter:innen der Pfarrgemeinden und pastoralen Orte drückten dem Pfarrer und den beiden Pfarrvorständ:innen per Handschlag ihre Verbundenheit und ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit zum Wohl der ganzen Pfarre aus. Abschließend segnete Bischof Scheuer die Neubestellten für ihren Dienst.
„Gemeinsam unterwegs – in der Pfarre Almtal, im Lebensalltag, in unserer Wirklichkeit“
Danach brachte Pastoralvorständin Maria Pesendorfer auch im Namen von Pfarrer und Verwaltungsvorstand das Selbstverständnis des Vorstands zum Ausdruck. In Anlehnung an den spanisch-französischen Pilgergruß auf dem Jakobsweg wünschte sie den Menschen in der neuen Pfarre Almtal „bon camino“, einen guten gemeinsamen Weg. „Am frühen Morgen ist dieser Gruß die gegenseitige Vergewisserung, dass Menschen auf dasselbe Ziel zugehen. In der Mittagsglut ist es auch die Ermunterung, dass es schon gelingen wird. Gegen Abend ist es oft der Zuspruch, der für die letzten Schritte vor dem Etappenziel noch einmal Kraft schenkt.“ Der Wunsch bedeute nicht, dass der Weg keine steinigen oder anstrengenden Passagen haben werde – und auch nicht, dass das Ankommen selbstverständlich gesichert sei. „Es bedeutet, dass dieser Weg uns uns selbst und Gott näherbringen möge, und dass dieser gemeinsame Weg genau das beinhaltet, was dafür notwendig ist. Als Menschen sind wir gemeinsam unterwegs – in der Pfarre Almtal, in unserem Lebensalltag, in unserer Wirklichkeit“, so Pesendorfer, die darauf vertraut, dass Gott den gemeinsamen Weg mitgeht. Abschließend lud Ingrid Kammerhuber, Pfarrgemeinderatsobfrau der Pfarrgemeinde Pettenbach, zur Agape ein, bei der die Mitfeiernden ins Gespräch kamen und das Fest ausklingen ließen.