Die KZ-Grabanlage im Friedhof Katsdorf
Diese 1945 begonnene Grabanlage wurde 1948 durch Zusammenlegung und Umbettung zur heutigen Grabanlagengröße. In diesen Grabanlagen sind großteils ehemalige KZ-Häftlinge begraben.
Das Gebäude des heutigen Gemeindezentrums hatte viele Besitzer und auch während des 2. Weltkriegs verschiedene Funktionen. Im Sommer 1945 wurde es von den Russen als Lazarett für die befreiten KZ-Häftlinge genutzt. Im August kamen etwa 300 kranke Überlebende des KZ Mauthausen nach Katsdorf zur Pflege, die im Lazarett und in drei Gashäusern untergebracht wurden.
Die Sterblichkeit war hoch und die Verstorbenen wurden im gerade erweiterten Friedhof begraben.
Laut Aufzeichnungen aus dem Sterbebuch der Pfarre Katsdorf liegen dort 46 KZ-Opfer, auch der Hasenjagd, aus verschiedenen Ländern mit unterschiedlicher Religion begraben. Davon starben 38 Personen in der Zeit vom 10. August bis 30. Oktober 1945 – also in nur 80 Tagen.
Diese toten KZ-Häftlinge mussten damals von einigen ehemaligen aktiven NSDAP-Mitgliedern aus Katsdorf abtransportiert und am Katsdorf Friedhof begraben werden. Dies wurde Sühnearbeit genannt.
Das Lazarett bestand nur kurze Zeit und wurde im Spätherbst 1945 – nachdem die meisten ehemaligen KZ-Häftlinge gesund gepflegt und heimfahren konnten – wieder aufgelöst.
Das Landesgut wurde bis 1948, bis zur Errichtung der Landwirtschaftsschule, von der russischen Besatzungsmacht als Stützpunkt für die Militärpolizei (NKWD) weiterverwendet.
Tipp: Der Heimatverein Katsdorf und Umgebung bietet zu diesem Thema eine Folge aus den Katsdorfer Heimatblättern an, verfasst von Leopold Reichl.