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Kirchengeschichtlicher Überblick

Josef Peter Zauner

Siedlungs- und Kirchengeschichte

Die Wurzeln der Besiedlung rund um den Hallstätter Salzberg reichen rund 8000 Jahre zurück. Die Geschichte der katholischen Kirche bildet dabei nur den jüngsten Abschnitt dieser langen Entwicklung.

Nach den ersten Klostergründungen in Mondsee (748), Kremsmünster (777) und Traunkirchen (um 1000) breitete sich das Christentum immer stärker entlang der Traun aus. Um das Jahr 1010 lässt sich in Hallstatt eine erste christliche Gemeinschaft annehmen. Spätestens 1181 stand hier eine kleine romanische Kirche – der Turm aus dem 12. Jahrhundert ist bis heute erhalten.

1311 erhielt Hallstatt das Marktrecht, und 1320 wurde die erweiterte romanische Kirche von Weihbischof Hermann von Passau als Maria-Hilf-Kirche geweiht.

 

Der spätgotische Neubau

Um 1505 wagte man den Bau der heutigen katholischen Marienkirche hoch über dem steil abfallenden Felsen. Zwei Altarstiftungen von Knappschaft und Bürgerschaft erklären die besondere Chorgestaltung und die Zweischiffigkeit.

In den folgenden Jahrhunderten war die Kirche auch von den Religionskriegen betroffen und wechselte zeitweise zwischen katholischer und protestantischer Nutzung. Dennoch blieb sie stets ein Symbol der Salzfertiger und der bedeutenden Herren am Salzberg. Bis 1939 unterstand sie dem Patronat der Saline, seither liegt ihre Betreuung bei der Pfarre und ihren Freunden.

 

Lage und Schönheit

Hallstatt zeigt sich vom See aus in seiner ganzen Eigenart: eng an den Berg geschmiegt, geprägt von zwei Kirchen. Unten am See steht die evangelische Christuskirche, oben auf dem Felsvorsprung die katholische Marienkirche.

Diese beiden Gotteshäuser verbinden sich zu einem ökumenischen Bild:
- Maria, die Christusträgerin, weist auf Christus hin.
- Christus, das menschgewordene Wort Gottes, eint die Glaubenden über Konfessionen hinweg.

So spiegeln die beiden Kirchen nicht Trennung, sondern ein gemeinsames Zeugnis des Glaubens am Hallstätter See.

Besonders eindrucksvoll ist der spätromanische Turm der Marienkirche, der nach dem Brand von 1750 seine heutige Dachform erhielt. Das hohe Langhaus ragt kühn über den Felsabsturz hinaus, und an der Seeseite ziert ein monumentales Christophorusfresko den Chor. Umrahmt von Buchen, Fichten und Tannen entsteht so ein einzigartiges Zusammenspiel von Natur und Baukunst.

 

Wer auf dem Kirchgang im Osten steht und den Blick über den See schweifen lässt, wird unweigerlich dankbar – dem Schöpfer der Natur ebenso wie den mutigen und frommen Erbauern dieser Kirche.

 

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