Christnachts-Messe
Als gefragter Barockgeiger, Konzertmeister und musikalischer Entdecker sind Sie auf Konzertreisen in Europa, USA und Japan unterwegs. In Hallstatt geboren und aufgewachsen liegen Ihre Wurzeln und erste musikalische Erfahrungen im Salzkammergut. Wie fanden Sie dort zur Geige?

Gunar Letzbor
Über Umwege – aber ich erinnere mich gut daran, als der Totengräber von Hallstatt an unserer Tür klopfte. Ich war ein Bub und hatte Angst vor dem Totengräber. Er war Geiger und fragte, ob ich in der Christmette die 2. Geige spielen könne. Nach der Mette hat mir der Pfarrer 1 Schilling zugesteckt. Das war meine erste Gage und blieb unvergessen.
Als preisgekrönter Experte für Alte Musik haben Sie sich dem speziellen Klang der Barockmusik verschrieben. Wie haben Sie Johann Michael Schmalnauer entdeckt und wer ist er?
Als ich seine Musik hörte, habe ich mich erkundigt. Es ist wunderschöne Musik. Ich weiß nicht, wo er seine musikalische Bildung herhatte. Er war ein hoher Beamter, Salzmeister, und seine Lebensstationen waren Hallstatt, Bad Ischl und Hallein. Auf allgemeinen Auftrag des Kaisers sammelte er Volksmusik, komponierte aber auch Symphonien und Kirchenmusik.
Was ist das Besondere an der Musik Schmalnauers?
Seine Musik ist herausragend, sehr gut gemacht. Wie der junge Mozart. Er hat viel von der Volksmusik seiner Heimat in die Wiener Klassik eingebaut.
Worauf darf sich das Publikum bei den Konzerten im Oktober freuen?
Auf Musik, die besonders „eiweni“ ist, auf wunderschöne Klangfarben, auf bekannte Melodien – manche seiner Kompositionen werden im Salzkammergut immer noch zu besonderen Anlässen gesungen und gespielt.