Marienkapelle am Arlberg renoviert
Oberhalb von Hallstatt, am Arlberg, am Ende der Müllnerstiege, befindet sich seit vielen Generationen eine kleine Kapelle, die für zahlreiche Hallstätterinnen und Hallstätter ein Ort des kurzen Innehaltens und des Gebetes war und ist. Besonders die Bergmänner, die einst ihren Weg hinauf zu den Stollen des Salzberges antraten, verbanden mit diesem Platz Besinnung und Schutz.
Die heutige Gestalt der Kapelle geht auf eine Neugestaltung aus dem Jahr 1954 zurück, die in Verbindung mit den beiden international bekannten Künstlerpersönlichkeiten, dem österreichischen Architekten Clemens Holzmeister, einem der prägendsten Vertreter der österreichischen Architekturmoderne des 20. Jahrhunderts, sowie der Keramikkünstlerin Gudrun Wittke-Baudisch, einer bedeutenden Vertreterin der österreichischen Keramikmoderne und der Wiener Werkstätte, entstand. Letztere fertigte auch die charakteristische Madonna aus Keramik im Inneren der Kapelle an, die seither das Erscheinungsbild der kleinen Andachtsstätte prägt.
In den vergangenen Wochen konnte die Kapelle nun umfassend renoviert werden. Das Dach wurde von der Holzbau Lichtenegger neu gedeckt, während die Innen- und Außenflächen fachgerecht mit Kalk erneuert wurden. Die Restaurierung der Madonna übernahm der Hallstätter Künstler Thomas Gschwandtner, der heute die Tradition der Baudisch-Keramik in Hallstatt weiterführt.
Ein besonderer Dank gilt der Marktgemeinde Hallstatt, die die gesamte Renovierung der Kapelle finanziert hat. Darüber hinaus wurden zahlreiche Arbeiten mit großem Einsatz und viel Sorgfalt durch die Mitarbeiter des Gemeindebauhofes durchgeführt. So wurde unter anderem auch das schmiedeeiserne Gitter fachgerecht renoviert. Damit leistete die Marktgemeinde einen wertvollen Beitrag zum Erhalt dieses kleinen religiösen und historischen Kleinods.
Am Dienstag, dem 19. Mai 2026, wurde die renovierte Kapelle im Rahmen einer feierlichen Maiandacht von Pfarrer emeritus August Stögner gesegnet. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nahmen an der Feier teil und machten deutlich, welch hohen Stellenwert die kleine Kapelle bis heute für die Pfarr- und Ortsgemeinschaft besitzt. Für Pfarrer em. August Stögner war diese Segnung auch persönlich von besonderer Bedeutung, da bereits sein Vater als Bergmann tätig war und ihn die Verbundenheit mit dem Salzberg und den Traditionen des Bergbaus bis heute prägt.
Ein weiterer besonderer Dank durch Pfarrer em. August Stögner und durch Herrn Bürgermeister Alexander Scheutz, galt dem Ehepaar Ida und Gerhard Urstöger, die sich seit vielen Jahren mit großer Selbstverständlichkeit und Sorgfalt um die Kapelle kümmern.
Im Anschluss an die Maiandacht und die Segnung klang der Abend bei einem gemütlichen Zusammensitzen in der Fischer-Mühle bei Frau Sonja Kneisz aus. Vielen Dank auch dafür!
Ein herzliches „Vergelt’s Gott“ allen, die zur Renovierung, Gestaltung und Feier dieses besonderen Tages beigetragen haben.