Barbaramesse 2025
Am 2. Adventsonntag feierte unsere Pfarre gemeinsam mit den Bergleuten das Fest ihrer Schutzpatronin, der heiligen Barbara. Viele aktive- als auch Bergleute im Ruhestand waren der Einladung gefolgt und gaben der Feier einen besonders würdigen Rahmen.
Gerade in diesem Jahr wurde spürbar, wie kostbar und notwendig die Fürsprache der heiligen Barbara ist. Der schwere Unfall im Berg hat die ganze Gemeinschaft tief berührt. Umso größer war die Dankbarkeit darüber, dass es dem schwer verletzten Bergmann wieder besser geht. Bewahrung und Heilung sind keine Selbstverständlichkeit. So brachten wir im Gottesdienst unseren Dank vor Gott, verbunden mit der Bitte um weiteren Schutz, um Kraft und um Segen für alle, die in den Berg einfahren, für alle, die Verantwortung tragen, und für jene, die oft in Sorge um ihre Angehörigen leben.
Ein herzlicher Dank gilt dem Männerchor Hallstatt sowie dem Quintett der Salinenmusik für die feierliche musikalische Mitgestaltung. Ebenso danken wir unseren Ministrantinnen und Ministranten für ihren verlässlichen Dienst am Altar.
Am Ende des Gottesdienstes wurde ein besonderer Dank ausgesprochen: Herrn Reinhard Kerschbaumer dankte Pfarrer Richard Czurylo herzlich für seine jahrzehntelange aktive Mitgestaltung des Pfarrlebens. Die mitfeiernde Gemeinde schloss sich diesem Dank mit langanhaltendem Applaus an. Wir freuen uns sehr, dass er uns auch in Zukunft weiterhin als Mesner unterstützt.
Ein aufrichtiges Vergelt’s Gott an alle, die mitgefeiert und mitgewirkt haben!
Dieser Dank gilt im Namen des gesamten Seelsorgeteams.
Ansprache zum Fest der Heiligen Barbara und zum 2. Adventsonntag:
Liebe Schwestern und Brüder, liebe Bergleute – Glück auf!
Wenn wir heute am Barbarafest zusammenkommen, dann tun wir das nicht nur aus Tradition. Wir tun es, weil dieser Tag für viele von uns etwas Tiefes berührt. In einem Ort wie Hallstatt, wo der Berg unser täglicher Begleiter ist und die Geschichte unserer Familien in den Stollen mitschwingt, hat die heilige Barbara einen besonderen Platz. Sie ist für uns nicht einfach eine Gestalt aus alten Legenden – sie ist eine, der wir uns anvertrauen. Eine, die uns versteht. Eine, die uns begleitet.
Im Barbaralied singen wir:
„Gruabnliachtl, leucht uns in finsterer Nacht, heilige Barbara, sei auf der Wacht!“
Wer einmal mit einem Grubenlicht unterwegs war, weiß, welche Kraft in so einem kleinen Licht liegen kann. Ein solches Licht schenkt Orientierung, Ruhe und Mut – selbst dann, wenn ringsum Finsternis herrscht. Ein Bergmann im Ruhestand hat mir noch gestern gesagt: „Das Grubenlicht schenkt Leben, es ist im Berg lebenswichtig!“
Ich glaube, so ist es wirklich. Und ein solches Licht brauchen wir alle in unserem Leben. Denn wir alle kennen Dunkelheiten, die nicht aus Stein sind:
Momente der Sorge, Zeiten der Erschöpfung, Stunden der Einsamkeit. Dinge, die uns den Atem nehmen und das Herz schwer machen. Und wir schauen auf eine Welt, in der Unfrieden, Spaltung, Kriege und Gewalt bedrücken.
Gerade deshalb ist das Bild des Grubenlichts so kostbar: Ein kleines Licht – und doch ein Wegweiser. Nicht laut, nicht grell, aber treu. Ein Licht, das sagt: Du gehst nicht allein.
Die Legende erzählt uns von Barbara, die in einem Turm gefangen war – ein Ort der Enge, der Dunkelheit, der Ohnmacht. Und doch war diese Gefangenschaft für sie kein Ende, sondern der Moment, in dem ihr Glaube am hellsten leuchtete. Mitten in der Finsternis hat sie gesagt: Ich halte am Licht fest. Ich halte mich an Gott – auch hier, auch jetzt.
Dass sie Patronin der Bergleute wurde, ist kein Zufall. Sie wusste, wie Dunkelheit aussieht. Sie wusste, wie es ist, auszuhalten. Und sie wusste, dass ein Mensch stark werden kann, wenn er sich dem Licht Gottes anvertraut. In der Lesung hören wir die Worte des Paulus: „Darum will ich dich bekennen unter den Heiden und deinem Namen lobsingen.“
Barbara hat dieses Bekenntnis gelebt – aufrecht, entschlossen und mutig bis zu ihrem Martyrium. Sie hat nicht gefragt, ob es bequem ist. Und so ist sie uns ein Vorbild: im Glauben, in der Standhaftigkeit, im Mut und im Herzen.
Liebe Mitfeiernde!
Wir in Hallstatt wissen, was Licht bedeutet – ob tief im Berg, auf dem See oder im Haus. Darum ist die Einladung dieses Festes heute feierlich und zugleich einfach:
Lasst uns Menschen des Lichts sein.
Menschen, die nicht verurteilen, sondern stärken.
Menschen, die nicht verdunkeln, sondern erhellen.
Menschen, die ein kleines, treues Licht weitertragen – in der Familie, im Alltag.
So ein Licht, so ein Grubenlicht, ist klein. Aber es kann ein ganzes Leben hell machen.
Jetzt im Advent spüren wir das besonders. Draußen wird es früher dunkel – doch drinnen, in den Häusern und in den Herzen, wächst von Woche zu Woche das Licht. Jede Kerze erinnert uns daran: Die Finsternis hat nicht das letzte Wort.
Darum beten wir heute voller Vertrauen:
Herr, schenke uns ein Grubenlicht des Glaubens.
Ein Licht, das uns führt.
Ein Licht, das uns stärkt.
Ein Licht, das wir weitergeben dürfen.
Heilige Barbara, sei auf der Wacht.
Grubenliachtl, leucht uns.- Und allen: Glück auf!