Saturday 31. July 2021

Geschichtliches aus Geiersberg

In der Mitte des 8. Jahrhunderts brachten die Mönche den Samen der christlichen Lehre nicht nur durch das obere Antiesental bis zum Hausruck hinauf, sondern auch in das Tal der oberen Pram, somit auch in die Gegend von Geiersberg.

 


Für die Glaubensboten bildete die ehemalige Römerstraße durch Geiersberg den Verkehrsweg zu der bajuwarischen Bevölkerung, weil sie da eine volkreichere Ansiedelung vorfanden. Die Mönche liebten den tiefen Waldesschatten und die stille Einsamkeit. In entlegenen Einöden und Wäldern schlugen sie ihre Lager auf und bauten ihre Zellen. Wo ein Fluss oder ein Bach vorüberrann oder Quellwasser rieselte, errichteten sie in Talwinkeln, so an der Antiesen die Hoholteszelle (Zelle des Mönchen Hohold, später Hohenzell) und in St. Marienkirchen eine Kapelle ad.s. Mariam, ebenso auch auf hohen Bergen (in Geiersberg an der Quelle) an der Stelle der heidnischen Kultstätte Hütten um ein Kirchlein.

 

 

So entstand in Geiersberg die erste Kapelle und zwar aus Holz.

 

Neben der Predigt des Evangeliums arbeiteten die Mönche des hl. Benedikt unablässig an der Rodung der Wälder, an der Urbarmachung des Bodens zu Felder und Wiesen und am Bau menschlicher Wohnungen. Sie haben sich um die Kultivierung der hiesigen Gegend unsterbliche Verdienste erworben. Sehr störend auf ihre friedliche Missions- und Kulturarbeit wirkten die Einfälle der Avaren, dieses wilden, kriegerischen Räubervolkes jenseits der Enns, welche sie über die Enns ins bayrische Gebiet unternahmen.

 

Viele Jahrhunderte lang wurde die Quelle als Heilwasser geschätzt und versorgte den Ort noch bis 1954 mit köstlichem Trinkwasser.


Die Quelle birgt in sich einen doppelten Ursprung: Zum einen ist sie der Ursprung eines Nebenflüsschens der Pram. Das Wasser nimmt seinen Weg über Rödham und Rühring und vereint sich als Rödhamerbächlein in der Ortschaft Prenning mit der jungen Pram, die vom Hausruck her über Pramerdorf nach Norden fließt.

 

Zum anderen wurde die Quelle zum Ursprung unseres Dorfes selbst. Die Anfänge unseres Dorfes reichen tief in die Urgeschichte des Landes. Kunde davon brachte ein Fund aus der Jungsteinzeit, als 1972 in der Nähe der Dorfkirche ein gebohrtes Steinbeil aus schwarz-grünem Serpentinstein entdeckt wurde. Sein Alter wird auf 8000 Jahre geschätzt.


Als ältestes Volk lebten hier die Kelten. In ihrer Naturverbundenheit wählten sie für ihre Gottesverehrung immer eine besondere Stätte. Sie empfanden den Berg mit der hochgelegenen Quelle als einen sakralen Ort, an dem sie ihre Gottesverehrung ausübten. Wahrscheinlich steckt in dem Namen Geiersberg das keltische Wort Gyre, das so viel wie Bergkultstätte bedeutet. Der Name Pram stammt ebenfalls aus dem Keltischen. Prama bedeutet Flüsschen.

Pfarre Geiersberg
4922 Geiersberg
Geiersberg 1
Telefon: 07732/2101
Katholische Kirche in Oberösterreich
Diözese Linz

Kommunikationsbüro
Herrenstraße 19
Postfach 251
4021 Linz
https://www.dioezese-linz.at/
Darstellung: