Am Gründonnerstag gedenken wirdas Letzte Abendmahl Jesu im Kreis seiner Jünger.
Am Karfreitag - denken wir an das Leiden und Sterben Jesu Christi, und wir hören die Leidensgeschichte.
Wir erkennen uns wohl selbst als eine der Personen des Kreuzweges und folgen Jesus nach Golgotha.
Dazwischen hören und beten wir Texte aus der Hl. Schrift, die das Geschehen deuten. Gott ist in Jesus eins mit allen leidenden Menschen.
Der Höhepunkt der Feier ist die Kreuzverehrung.
Heute fehlt die Messe!
Wir vermissen sie schmerzlich - und wir spüren eine gewisse Leere - und dadurch auch die Lücke, die durch den Tod Jesu Christi aufgerissen wird.
Wir erleben in dem anschließenden stillen Gebet vor dem Kreuz die Sehnsucht nach Auferstehung und Wiederkunft.
Die liturgische Feier des Karfreitags beginnt mit dem stillen Einzug des Priesters und der Ministranten.
Guter Gott. Wir verstummen im Angesicht des Leidens und des Todes.
Wir empfinden das Kreuz als unerträglichen Skandal.
Lehre uns, das Kreuz auszuhalten und unter dem Kreuz deine Liebe zu ermessen.
Führe uns dem Ostermorgen entgegen, an dem sich das Leben stärker erweist als der Tod.
Jesus, sie haben dich ans Kreuz geschlagen.
Leblos wollten sie dich sehen, öffentlich aufgehängt als einen,
der gescheitert ist, weil er Ketten sprengen wollte.
Du konntest als Jesus von Nazareth nichts mehr ausrichten,
dein irdisches Argumentieren und Heilen, dein Helfen und deine Liebe
haben noch nicht ausgereicht, um die Barrieren zu zerreißen,
die zwischen Gott und Welt errichtet waren.
Erst deine Ohnmacht brachte die große Veränderung.
Erst dein bitteres Ende brachte die Menschen in Bewegung.
Erst die große Verlassenheit führte dich zum Ziel.
Erst der absolute Tiefpunkt brachte die Wende
zu Neuem und noch Größerem, zu deiner Auferstehung.
Hilf uns, dass wir besonders dann, wenn wir uns gefesselt und angekettet fühlen,
die Sehnsucht nach Leben nicht verlieren und lehre uns Geduld und Hoffnung.
Guter Gott, am Todestag deines Sohnes, könnten wir fast an dir und deiner Zusage zweifeln. Wir sind vielleicht mutlos und schwach, wenn wir das Kreuz, an dem Jesus hängt, betrachten.
Trage uns über unsere Ängste und Zweifel, über unsere Fragen und Mutlosigkeit hinweg und hilf uns zu glauben, dass der Tod nicht das letzte Wort hat, sondern dass uns das ewige Leben durch die Auferstehung deines Sohnes zu Ostern bei dir erwartet.
HINFÜHRUNG ZUR LEIDENSGESCHICHTE
Die Leidensgeschichte, die wir am Karfreitag hören, ist viel mehr als ein bloßer Bericht. Die biblische Darstellung der letzten Stunden Jesu wirft ein Licht auf sein ganzes Leben.
Die biblische Leidensgeschichte Jesu sagt uns nicht nur, was geschah, sondern auch, warum und wozu es geschah. Das Johannesevangelium, dessen Text wir nun hören, zeigt uns, dass Jesus ganz bewusst seinen Weg geht und seinen Überzeugungen treu bleibt.
Im Johannes-Evangelium stirbt Jesus zu der Stunde, als im Tempel die Lämmer für das Paschamahl geschlachtet werden.
Von daher kommt die Rede von Jesus als Lamm Gottes, als das wahre Osterlamm.
ZUR KREUZVEREHRUNG
Vor über 2.000 Jahren schleppte sich ein Mensch mit einem Kreuz durch die Straßen einer Stadt, zum Tod verurteilt, verhöhnt und geschlagen.
Wir haben das Kreuz in unsere Mitte. Noch ist es verhüllt.
Heute sind wir aufgerufen, es anzuschauen und zu verbinden mit dem Kreuz Jesu Christi. Vor ihm neigen wir die Knie in Ehrfurcht und Dankbarkeit, weil er den Tod auf sich genommen hat.
Seht das Holz des Kreuzes, an dem das Heil der Welt gehangen!
Kommt, lasst uns Ihn anbeten!
Josef aus Arimatäa war ein Jünger Jesu, aber aus Furcht vor den Juden nur heimlich. Er bat Pilatus, den Leichnam Jesu abnehmen zu dürfen, und Pilatus erlaubte es. Also kam er und nahm den Leichnam ab.
Es kam auch Nikodemus, der früher einmal Jesus bei Nacht aufgesucht hatte.
Er brachte eine Mischung aus Myrrhe und Aloe, etwa hundert Pfund. Sie nahmen den Leichnam Jesu und umwickelten ihn mit Leinenbinden, zusammen mit den wohlriechenden Salben, wie es beim jüdischen Begräbnis Sitte ist.
An dem Ort, wo man ihn gekreuzigt hatte, war ein Garten, und in dem Garten war ein neues Grab, in dem noch niemand bestattet worden war. Wegen des Rüsttages der Juden und weil das Grab in der Nähe lag, setzten sie Jesus dort bei.