„Meine Wünsche für die letzte Feier“
Erfreulich viele interessierte Besucherinnen und Besucher nahmen sich Zeit, sich auf dieses besondere Thema einzulassen. Dabei wurde schnell klar: Nur weil wir über den Tod sprechen, sterben wir nicht. Im Gegenteil – wir lernen, das Leben bewusster zu gestalten und Verantwortung für unsere eigenen Wünsche zu übernehmen.
Den Einstieg gestaltete Daniela mit einer herzlichen Begrüßung und machte Mut, sich mit den eigenen Wünschen für die letzte Lebensphase auseinanderzusetzen.
Elke stellte die wertvolle Arbeit des mobilen Palliativteams vor. Sie erklärte, was palliative Begleitung bedeutet, wie Menschen und ihre Angehörigen unterstützt werden und wie viel Menschlichkeit, Fürsorge und Entlastung diese Begleitung schenkt.
Einen besonders berührenden Einblick gewährte Andrea, Mitarbeiterin der Hospizstation Ried. Sieberichtete aus ihrem Arbeitsalltag und machte deutlich, dass auf einer Hospizstation nicht nur gestorben, sondern vor allem gelebt wird. Lebensqualität, Würde und die Wünsche der Menschen stehen bis zuletzt im Mittelpunkt. Ihre Erfahrungen zeigten, wie wichtig Geborgenheit, Zeit und menschliche Nähe in dieser Lebensphase sind.
Ein weiterer Höhepunkt war der Vortrag von Heidi und Doris über die Gestaltung einer katholischen Begräbnisfeier. Viele waren überrascht, wie individuell eine Feier – sofern es sich nicht um eine Eucharistiefeier handelt – gestaltet werden kann. Ob mit oder ohne Kommunion, mit persönlichen Texten, Musik, Bildern oder Erinnerungen: Innerhalb des kirchlichen Rahmens ist vieles möglich und darf die Persönlichkeit des Verstorbenen widerspiegeln.
Unser Bestatter Walter informierte über die vielfältigen Möglichkeiten rund um Parte, Erinnerungsbilder, Gedenkkarten und persönliche Andenken.
Auch Resi und Elfriede zeigten, wie individuell das Vorbeten mit Gebeten, Texten, Musik oder Bildern gestaltet werden kann. Entscheidend ist, dass die Feier dem Leben des Verstorbenen gerecht wird und den Angehörigen Trost schenkt.
Großes Interesse fand auch die Vorsorgemappe. Viele nahmen sie mit nach Hause, denn wer seine Wünsche rechtzeitig festhält, nimmt den Angehörigen später viele schwierige Entscheidungen ab. Vielleicht war dieser Abend für manche auch der Anstoß, innerhalb der Familie über Sterben und Vorsorge ins Gespräch zu kommen. Vorsorge ist kein Zeichen von Pessimismus, sondern ein Geschenk an jene Menschen, die uns einmal loslassen müssen.
Der Abend machte deutlich: Alles, was rechtzeitig besprochen, aufgeschrieben und geregelt wird, schenkt Sicherheit und entlastet die Angehörigen.
Ein herzliches Vergelt's Gott gilt dem Team des Netzwerks Trauer, das diesen Abend mit viel Herzvorbereitet und gestaltet hat. Ein besonderer Dank gilt allen Mitwirkenden sowie unserem Bestatter Walter für ihre Zeit, ihre Erfahrungen und ihre fachkundige Unterstützung.