Mein Gedanke zum Sonntag
Wir nähern uns mit großen Schritten der Leidensgeschichte Jesu, der Verheißung vom Tod am Kreuz. Das lässt mich an ein ganz besonderes Fresko von Bartolomeo Altomonte denken, welches sich in der Grundemann-Kapelle, im Norden an die Stiftskirche Wilhering grenzend, befindet. Es heißt: "Abschied des Christkinds vom Himmel" - und der Anblick dieses Bildes geht richtig unter die Haut. Darauf sieht man rechts Gott Vater, links davon den Hl. Geist in Form der Taube und in der Mitte das Christkind als fast ganz nackten, kleinen Buben auf einem blütenweißen Tuch, auf der Schulter eines Engels sitzend, sich an ihn lehnend oder vielleicht sogar schwebend. Was diese himmlische Szene so unendlich dramatisch macht, sind die Marterwerkzeuge, die die Engel, im Halbkreis darunter platziert, in deren Händen halten: ganz links sieht man eine Kiste mit Hammer, Zange und Nägeln; dann die Dornenkrone; ein Bündel Reiser als Geißel; den Stab mit dem Essig-Schwamm drauf sowie die Longinuslanze; einen goldenen Kelch hält der vorletzte Engel in seiner linken Hand und der allerletzte schließlich hält das Kreuz in die Höhe wie ein Stopp-Schild. Damit wird äußerst anschaulich die Selbstentäußerung, das heißt die Aufgabe des Göttlichen und die Annahme der menschlichen Natur, als Christkind, bis hin zum Tod am Kreuz dargestellt. Oh mein Gott! Welche Aufgabe! Welche Hingabe! Welche Erlösung für uns alle durch das Leiden Christi! Die menschliche Natur von Jesus kommt auch im heutigen Evangelium nach Johannes von "Lazarus" mit Aussagen wie "Jesus war im Innersten erregt und erschüttert" oder "Da weinte Jesus." zum Ausdruck. Es fallen hier auch die berühmten Worte Jesu:" Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben." Neben diesem großen Versprechen der Auferstehung nach dem Tode wird durch die Auferweckung des Lazarus die Herrlichkeit Gottes, die durch Jesus wirkt, ganz unmittelbar von allen Anwesenden wahr genommen und viele kommen dadurch zum Glauben, wird berichtet. "Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen!", sagt Jesus schon vorher im Text zu Marta. "Wenn du glaubst" ... Was glauben wir? Und was können wir in Vorbereitung auf Ostern noch an Unzulänglichkeiten vor Jesus bringen, um sie verwandeln/verherrlichen zu lassen?
Mit diesen Gedanken und dem Bild von B. Altomonte wünsche ich Ihnen noch einen schönen Sonntag!

Margit Mostbauer
Fachteam Liturgie, Pfarrgemeinderatsmitglied
