Mein Gedanke zum Sonntag
Liebe Interessierte an den Sonntags-Gedanken!
Aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Thessalonich hören wir, wie Paulus, Silvanus und Timotheus an die Kirche der Thessalonicher, die in Gott, dem Vater, und in Jesus Christus, dem Herrn, ist, folgende Worte richtet: "Gnade sei mit euch und Friede!" Und dann folgt etwas so unglaublich
Wohltuendes mit der Aussage: "Wir danken Gott für euch alle, sooft wir in unseren Gebeten an euch denken; unablässig erinnern wir uns vor Gott, unserem Vater, an das Werk eures Glaubens, an die Mühe eurer Hoffnung auf Jesus Christus, unseren Herrn. Wir wissen, von Gott geliebte Brüder und Schwestern, dass ihr erwählt seid. Denn unser Evangelium kam zu euch nicht im Wort allein, sondern auch mit Kraft und mit dem Heiligen Geist und mit voller Gewissheit!"
"Wir danken Gott für euch alle!" - Wie glücklich haben diese Worte wohl die ganze Gemeinde in Thessalonich gemacht! Tut das nicht sehr gut? Wie gerne hören wir alle doch, dass wir wert geschätzt werden und sich jemand darüber freuen kann, dass wir auf der Welt sind!
"Schön, dass es dich gibt!", "Ich danke Gott für dich!" - Es wäre wohl einen Versuch wert, diese Worte an uns liebe Menschen weiter zu tragen. Tut sicher auch uns selber gut ...
Das Evangelium nach Matthäus hat den berühmten Kernsatz: "Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist." Eine heikle Fangfrage wird da an Jesus gestellt. Sagte er "Ja zur Steuer", gälte er für die Juden als Kollaborateur der römischen Besatzer; sagte er "Nein zur Steuer", gälte das als Hochverrat gegen Rom. Sehr weise trennt er in weltliche Pflichten, die der
Staat zur Erhaltung einer funktionierenden Ordnung braucht. Und den religiösen Pflichten: Gott jedoch braucht nicht nur eine kleine materielle Gabe, er braucht den ganzen Menschen. Und, weil wir Menschen alle "Gottes Bilder" auf der Welt sind, braucht er kein eigenes auf irgendeiner Münze.
Da stellt sich für uns ganz unmittelbar eine andere Frage, nämlich, ob man an der Welt und damit an uns dieses Ebenbild Gottes noch erkennen kann? Braucht es nicht auch wieder einmal eine Auffrischung? Vor allem braucht es ein lebenslanges Wachstum, damit wir Gott wieder ein klein bisschen mehr ähnlicher werden.
Gebt Gott, was Gott gehört! Das erweist sich als viel schwieriger, als zunächst angenommen. Jesus ist gekommen, um Gottes Bild in uns wieder herzustellen, damit wir nicht als "ungültige Münzen" im Umlauf sind!
Gerade beim Weltmissionstag wird deutlich, dass Menschen weltweit niedergetreten, verletzt, entwürdigt oder sogar getötet werden. Durch andere Menschen oder auch durch besondere verheerende Umstände; sei es höhere Gewalt, durch Unfälle oder durch klimatische Verhältnisse.
"Sei mutig und stark" ist das Motto des heurigen 100. Weltmissions-Sonntags. Wann waren wir zuletzt mutig? Welche Stärken setzen wir zum Wohle anderer ein? Und wie fest vertrauen wir auf Gottes Hilfe?
Mögen Sie noch einen schönen Sonntag genießen und eine gute, neue
Wochen haben!
Und mögen Sie sich dessen immer gewiss sein, dass es schön ist, dass Sie
auf der Welt sind!
Margit Mostbauer
Fachteam Liturgie, Pfarrgemeinderatsmitglied
