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Inhalt:

Predigten der letzten Sonn- und Feiertage

Predigt
Predigt am 2. Fastensonntag, 1. März 2026
Pfarrer Hubert Puchberger, Thema: Der Neue Mensch – Produkt menschlicher Technik oder göttliche Vollendung

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

Das Erlebnis der 3 Jünger auf dem Berg, den Jesus mit ihnen erstiegen hatte, war für sie bedeutsam, es ist aber auch für uns von Bedeutung. Es ist eine Ermutigung für alle, die den Eindruck gewinnen, der Weg der Nachfolge sei nur ein Kreuzweg und das Kreuz und der Tod Jesu seien das Ziel dieses Weges mit Jesus.

Wir betonen in der Fastenzeit immer, dass es sich um eine Vorbereitung auf das Osterfest handelt. Ostern ist das Fest, das den Sieg des Lebens begeht. Der Sieg des Lebens ist der Sieg über Sünde und Tod.

Unser Glaube ist ein Blick in die Zukunft des Menschen und nicht in die Vergangenheit. In die Vergangenheit blicken wir nur insofern, also auch Menschen vor uns schon diesen Blick in die Zukunft gerichtet haben und wir daraus etwas lernen können.

Kurz zusammengefasst, können wir die Verklärung Jesu als Erfahrung der herrlichen Zukunft Jesu und damit aller Menschen sehen. Jesus ist der Mensch, der als Urbild der Schöpfung und damit auch Urbild der Menschen gesehen werden kann.

Dieses Hoffnungsbild steht zu einem anderen in Gegensatz, das ist das Bild des Menschen, der sich selbst erschafft. Die künstliche Intelligenz gibt vor, dem Menschen ein ebenbürtiger Partner zu sein und ihn zu vollenden. Sie ist aber bei aller Raffinesse ein Produkt des Menschen, und dieses Produkt dürfen wir nicht anbeten, das wäre in modernen Form Götzendienst, selbstgemachte Götter anbeten.

In der Verklärung Jesu wird das wiederholt, was bei der Taufe Jesu schon gesagt wurde: Du bist mein geliebter Sohn. Das ist zu Jesus gesprochen. Die Vollendung kommt also von Gott. Jesus ist der vollkommene Mensch, aber auch ihm ist das geschenkt

In der Verklärungsgeschichte wird den Jüngern aufgetragen, niemandem davon zu erzählen, bis der Menschensohn auferweckt ist. Das Erlebnis der Verklärung soll nicht dazu verführen, den normalen Weg des Lebens mit seinen Herausforderungen zu vernachlässigen.

Es hat diese Versuchungen auch immer wieder gegeben. Religiöse Bewegungen haben die Menschen dazu verleitet, ihr tägliches Leben zu vernachlässigen. Es muss gelebt werden, aber in der Hoffnung, dass in den oft mühseligen und traurigen Momenten des Lebens immer die Hoffnung mitschwingen darf, dass das Leben des Menschen ein Pilgerweg ist mit Beschwernissen, aber auch mit der Aussicht auf ein schönes Ziel.

Vielleicht sind Pilgerwege aus diesem Grund so beliebt, weil sie den christlichen Lebensweg abbilden: Beschwernisse, schöne Momente, ein erfüllendes Ziel.

In der Taufe werden wir auf diesen Weg gestellt. Sie ist symbolische Verbindung mit Jesus und seinem Weg des Lebens.

Abraham – so haben wir in der Lesung gehört – wurde zu einem Leben in der Fremde geführt. Er sollte mit diesem Leben ein Segen sein, ein Segen für die Mitmenschen und ein Segen für die Welt.
Auch unser irdischer Pilgerweg sei ein Segen. Amen.

Amen.

Predigt am 1. Fastensonntag, 22. Februar 2026
Pfarrer Hubert Puchberger, Thema: Der neue Mensch

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

In den Gebeten für heilige Ordensleute wird darum gebetet, „vor allem Gott zu suchen und als neue Menschen in dieser Welt zu leben.“

In der Präfation wird von ihnen gesagt, dass sie in ihnen der Ratschluss Gottes sichtbar wird, uns Menschen die ursprüngliche Heiligkeit neu zu schenken.

Das Wort „neu“ ist ein Zauberwort, wenn etwas Bedeutung haben soll, wird es mit dem Wort „neu“ versehen.

In der Lesung hören wir von dieser ursprünglichen Heiligkeit, die der Mensch verliert, weil er sein will wie Gott. Er will sich das selbst aneignen und nicht, wir vorgesehen, von Gott schenken lassen.

Die Fastenzeit ist eine Zeit der inneren Erneuerung. Unsere Fastenvorsätze gehen in diese Richtung: Innerlich und äußerlich Erneuerung und Reinigung zu vollziehen.

Wir orientieren uns damit auch an Jesus Christus, der unsere Welt erneuert: Jesus Christ, Feuer, das erhellt, du erneuerst unsre Welt, singen wir.

Er begann seine Sendung mit einer inneren Erneuerung an sich selbst. Die Wüste wurde für ihn zu einem Ort dieser Erneuerung.

Als wahrer Mensch hat er das auch an sich selbst gespürt. Die 3 großen Versuchungen sind die großen Versuchungen, denen Menschen ausgesetzt sind: Der Reichtum, die Macht und der Ruhm.

Im großen Stil erleben wir sie: Die Macht, die die Welt mit Kriegen und Ungerechtigkeit überzieht, der Reichtum, der andere Menschen arm macht und der Ruhm, um den zu erlangen, sich Menschen von sich selbst entfremden.

Im Kleinen kennen wir das auch: Die Macht, die keine Rücksicht mehr nimmt, der Reichtum, der über Leichen gehen lässt und der Ruhm, der zur Fassade werden kann.

In diesen Versuchungen dürfen wir den Wunsch, wie Gott zu sein, sehen.

Der neue Mensch Jesus widersteht diesen Versuchungen und erneuert die Welt damit. Er verzichtet schließlich auf die Macht, die er vor dem Gericht des Pilatus hätte,
er widersteht dem Reichtum und führt sich selbst und seine Jünger auf das zurück, was wir zum Leben brauchen, dabei ist der Überfluss kein Widerspruch, wie die Brotvermehrung zeigt,
er widersteht dem Ruhm, indem er den Jüngern einschärft von Heilungen nicht zu sprechen.

Aber all das macht ihn glaubwürdig und Gott gleich.

Der heilige Paulus sagt von ihm: Er war wie Gott, hielt aber nicht fest daran, wie Gott zu sein, sondern entäußerte sich …

Menschen, die aus diesem Geist leben, erneuern nicht nur ihr eigenes Leben, sondern verändern auch die Welt im Kleinen: Wo also Menschen auf Macht verzichten, mit der sie andere in Bedrängnis bringen, wo Menschen nicht Reichtümer aufhäufen, sondern teilen, wo Menschen nicht ständig die eigene Ehre suchen, sondern anderen ehrlich Anerkennung zollen.

Die Fastenzeit ist eine Zeit persönlicher Erneuerung, aber auch eine Zeit, in der ein kleines Stück Welt erneuert wird, wo es kleine Zellen gibt, in denen erneuertes Leben Platz findet.

Diese Erneuerung ist aber dort möglich, wo Menschen sich für Gottes Geist öffnen: Jesus wurde vom Geist in die Wüste geführt und nicht, um dort geistige Heldentaten zu vollführen.

Wir gehen damit auf Ostern zu, das große Fest einer erneuerten Welt, die uns Menschen als Geschenk gegeben wird.

Jesus meinte nicht, über seiner Gottheit, wie über einen Raub wachen zu müssen, schreibt Paulus an die Philipper. Erneuerung öffnet für das Geschenk des Lebens, das wir mit dem Fest der Auferstehung Jesu feiern werden.

Im Philipperbrief heißt es weiter: Darum hat ihn Gott über alle erhöht. Wie Gott zu sein, nimmt nicht der Mensch sich selbst. Er bekommt es als Geschenk von Gott.

Amen.

Faschingspredigt am 6. Sonntag im Jahreskreis, A, 15. Februar 2026
Franz Paminger am Faschingssonntag

Liabe Leit, jetzt spitzt’s die Ohr’n,
da Fraunz kummt – koa Grund zum Schmorr’n!
Heit predig i net von Sünd und Pein,
heut muaß es des Kircha- und des Weltgescheh’n sein.

 

2025, da hat ma net laung g´fackelt
es hat an vülen Orten g’wackelt,
wei schau im Jänner hat begonnen da Trump sei erneutes Aumt
und er zoagt, das des betrifft jedes Laund.

 

Und mit earm hat se verändert die Politik
es zöhlt nur mehr oans, der Sieg.
Er schert sie nimma um die Diplomatie
a Fremdwort ist mittlerweile a: Demokratie.
Ma red a nimma mitanaund,
altfaderisch is a sowas wia da Vostaund.

 

Und so is Politik im Jahr zweitausendfünfundzwanzig,
laut, verwirrt und meistens a ranzig.
Tweets statt Taten, Streit im Minutentakt,
während die Wahrheit scheinbar koana mehr packt.

 

Wir Alten kennan uns bei all dem nimma aus
waun i all de Diktatoren jetzt denk, kimmt ma a Graus.
Alle reden, keiner heart nu wirklie zua,
i sag: der Wahnsinn hat Hochsaison ohne Rua.

 

Drum die Rüstungsausgaben steigen, Jahr für Jahr,
2,5 Billionen Dollar – des neiche Rekordniveau ja klar.
Aus Aungst, fliaßt, wo einst gezögert, heite vü Geld,
für Sicherheit, Macht und die angebliche Ordnung der Welt.

 

Milliarden marschieren im Gleichschritt davon,
für Panzer mit WLAN und Raketen mit Ton.
Je größer das Arsenal, so die Logik im Raum,
desto kleiner angeblich der bleibende Albtraum.

 

Achtzig Jahr san seit dem letzten Krieg bei uns vogaunga
doch net alle kinnan damit etwas aufaunga
die Opfer von Mauthausen mahnen uns: Frieden bewahr’,
und Freiheit ist kostbar – wirkle wahr!

 

D´rum wolln wir in Altenberg a Mahnmal fir den Frieden
als Gegen-Part zur Aungst vor den Kriegen.
I bin überzeugt, fir den Frieden muass ma heit wirkle kämpfen
oba net mit Waffen, sondan mit ehrlichen Einsatz von vüle Menschen.

 

I frag mi mitunta a, was is des alls, was gült als modern
oba meistens nur macht recht vü Lärm
wichtig ist, dass etwas is auf jeden Fall digital
a waun der Nutz´n davo is mitunta nur marginal.

 

Wissenschafter reden mittlerweile von einer Omnikrise
des is was, wo i nur sag´n kau, des is fiese:
Digitalisierung, Globalisierung, Klimakrise – alles is total komplex
und es gibt koan mehr, der sag´n kau: i check´s.

 

Drum is de Sehsucht nach oafachen Auntworten groß.
Nur - wo find i de bloß?
De geb´n uns Populisten und Autokraten und san deshalb sehr gefragt.
Nur mit de san ma halt daun a sehr geplagt.

 

Der moderne Mensch lebt in seiner eigenen Realität
und find durch Abgrenzung sei Identität.
D´rum miass´n di a nimma mitanaund kommunizier´n
es war vielleicht gscheit, des ab und zua wenigstens z´probier´n.

 

A is de Beziehung zwischen Mensch und Technik aungespannt,
wei die KI macht angeblich all´s schneller und mit mehr Vostaund.
Und drum braucht es aungeblich bald den Menschen nicht mehr
und fir alte und net so gscheite wird des b´sundas schwer.

 

Oba a die junga flüchten davau in a virtuelle Welt
und da is aundares wichtig, net mehr nur des Geld.
Work-Life-Balance ist da Begriff dafir.
Nur manchmal denk i ma, es fehlt dabei des G´spir.

 

Vor all´m, waun es geht vor allem ums Leb´n!
Des is ja was, wo I net bin dageg´n.
Oba waun de Work – also de Arbat ma nimma wirkle schafft,
daun fehlt in da Gesellschaft doch einiges an Kraft.

 

Modern san a jetzt die sozialen Netzwerke
i gesteh, i ma da gar net alle mehr merke.
I woass, Ebay und Facebook san mittlerweile schau alt.
X, Insta, WhatsApp, Twitter, und Youtube lasst neamt mehr kalt.

 

Viele Follower und Klicks san wichtig
und es ist nimma so wichtig, was is richtig.
Es gibt se nimma die wirkliche Wahrheit
und es hat a koana mehr a Interesse an Klarheit.

 

De letzt´n Jahr hab´m uns aa g’lernt,
dass des Geld aus dem Geldbeidl se sehr schnö entfernt.
De Preise san g’stieg´n und g´stieg´n
und ma fragt se, was is ma davau blieb´n?

 

Da Leberkäs kost schau fast so fü wia frira a Schnitzal,
und wofir´s frira an Brat´n gebn hat, kriag i heit nu a Kipfal
bei mancher Zech fragst di mit recht
war des net a Aunzahlung fir a Eigentumswohnung - net schlecht?

 

I muass a nu was sagn zur neichen diözesanen Struktur.
De is jetzt gaunz aundas als wir i war nua a Bua.
Es hot ghoassn: mir moch’n alles nei!“
Net wei es oafacher wird, aber modern ausschaut daun glei.
Pfarren san jetzt die frianen Dekanate.
Dafir hat ma Zukunftsforscher gezogen zu Rate.

 

Friaher hot da Pfarrer g’wusst, des is mei Pfarr!
Des san meine Leit, des warn nur a paar.
Da kennt i jede Oma, jeden Hund beim Namen
und zumindest de Hälfte vo erna, sag´n in meina Kircha des Amen.

 

Jetzt betreut er zwölf Kirchen und zwölf Pfarrsekretariate
und vüle kennan erm nur mehr auf der Homepage als Standarte.
Wei er muass sie kümman mehr um Excel-Tabell´n,
als um des Leb´n in seine Kapell´n.

 

De Diözese sogt: „Mir moch’n des, damit ma näher bei de Leit san.“
Und da Leit sog’n oft: was geht denn des uns an?
Ma red’t von Zukunft, Aufbruch und Synergien,
oba woher kemman dafir die Energien?

 

De liefan jetzt die Ehrenamtlichen, das Seelsorgeteam
de san wirkle fir uns a Riesengewinn!
Wei worum de se jetzt alles kümmern miassn?
I hoff, es bleibt erna dabei de Freid und miassns net biassn.

 

Wichtig ist fir uns a des neiche Pfarrheim.
Darauf mach i ma gaunz leicht an Reim
Vozeihung, Elisium hoasst ja des Wunderwerk.
Treff-Punkt-Pfarre i ma dazua merk.

 

Da Goggi, de Lotte und vüle spucken in die Hände,
das des Riesenprojekt bald kummt zu an Ende.
Aufaung Juli gibt´s zur Einweihung a dreitägiges Fest.
Des sicha koan in Altenberg dahoam lässt.

 

Leida is letztes Jahr da Papst Franziskus g´storb´n.
Drum haum se um des Papstamt vüle Kardinäle beworb´n.
Oba schon in Runde vier wurde der Rauch daun weiß,
wo nu alle lutschten am Petersplatz am Eis.

 

Der gaunze Platz ist mit Menschen voll,
„Habemus Papam!“ hoasst´s – jetzt wird es ernst und toll.
Der Name hallt über Rom gaunz froh:
Unsa neia Hirte is der vierzehnte Leo.
Er winkt, er lächelt, sich wirklich bedaunkt
und betet leis: „Herr, gib mir Kraft für mei Aumt!“

 

Erst letzte Woche mussten wir um wen aunderen trauern,
dessen Tod uns alle erfüllte mit großem Bedauern.
Bischof Maximilian, ein Licht so wunderbar,
führte viele Herzen, war immer für uns da.

 

Er vermochte es immer, zu bringen alle an an Tisch.
Was er bis ins hohe Alter machte, war frisch.
Sein Wort, sein Tun, voller Güte und Macht,
bleibt uns Erinnerung – immer als hell´s Liacht in der Nacht.

 

Doch jetzt kuma ma zu aundare Sachan
de schen warn und unsa Herz groß machan.
Im Februar a große Schi-WM
bei uns – in Saalbach Hinterglemm.

 

Sogar im ESC war Österreich vom Erfolg gekrönt
als JJs „Wasted Love“ in Basel ertönt
Die Jury staunt, die Fans flippen aus,
Europa - die Eurovision - tanzt – und jubelt JJ Applaus!

 

Am Schluss sag i eich liabe Leit:
Vogesst´s net aufs Lacha und dass habt´s a Freid!
Pfleg´n ma a in Zukunft unsa Mitanaund
und bleib´n ma - wauns geht - bei Vostaund.

 

Gengan ma ehrli mitaunaund um
und rant´n uns net wengan jed´n Drum!
Aber jetzt, meine lieben Kinder, Herren und Damen.
Jetzt reicht es fir heia und i sag: Amen!

 

Predigt am 5. Sonntag im Jahreskreis, A, 8. Februar 2026
Hubert Puchberger, Thema: Ihr seid das Licht der Welt, ihr seid das Salz der Erde.

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

„Ihr seid das Licht der Welt, ihr seid das Salz der Erde“, diese schöne Beschreibung unserer Sendung als Christen in die Welt kann uns freuen und stolz machen.

Früher war öfter ein Plakat mit der Aufschrift: Rette deine Seele, zu sehen. Es wurde zu Recht daran Kritik geübt. Glaube ist nicht nur ein persönlicher Weg zum Himmel, sondern ein gemeinsamer Weg der Hoffnung. Die Frage: Wie komme ich in den Himmel, ist zu verstehen als Frage nach der Gestaltung der Welt. Sie würde dann lauten: Wie kommen wir gemeinsam an ein gutes Ziel und wie schaut der Weg dorthin aus? Auf diesem Weg sind wir gemeinsam ein Stück unterwegs. Unsere Wegbegleiter wechseln auch ständig. Die einen sterben, die anderen werden geboren.

Zunächst: Ihr seid das Licht der Welt und ihr seid das Salz der Erde. Wir sind es schon durch die Taufe und unsere Lebenseinstellung, aber natürlich ist damit auch ein Auftrag verbunden: „Werde, was du bist“, hat Josef Kentenich, der Gründer der Schönstatt-Bewegung, geschrieben. Der griechische Philosoph Pindar hat schon formuliert: Werde der, der du bist. Friedrich Nietzsche hat ihn übernommen. Josef Kentenich, der Gründer der Schönstatt-Bewegung wollte den Menschen Selbstvertrauen vermitteln. Wir dürfen die Zusage Jesu als Ausdruck christlichen Selbstvertrauens sehen und hören.

Im Lauf der Zeit hat sich in unseren Breiten eine Art von Scham entwickelt, sich als gläubiger Christ zu bekennen. Von Menschen, die ihre geistige Selbständigkeit betonen wollen, hört man bald einmal den Satz: Aus der Kirche bin ich ausgetreten.

Das Evangelium von heute sagt: Seid stolz darauf, Christen zu sein. Ihr habt eine wichtige Sendung in der Welt: Nämlich Licht und Salz zu sein. Eure geistige Selbständigkeit besteht darin, dass ihr eure Berufung erkennt und lebt.

Christen schauen also darauf, dass der gemeinsame Weg schön und hoffnungsvoll bleibt, also einem Ziel entgegengeht.

Christsein ist eine Berufung für die Welt und für die anderen Menschen. Wir erleben gerade, dass bei uns das Christsein immer unbedeutender wird. Umso notwendiger bedarf es dieses Lichtes, das die Welt erleuchtet und das Leben in ihr wieder an Geschmack gewinnen lässt.

Amen.

Predigt am 4. Sonntag im Jahreskreis, A, 1. Februar 2026
Pfarrer Hubert Puchberger, Thema: Selig – eine Menschheit, die die Seligkeiten zum Lebensprogramm macht.

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

Die Seligpreisungen Jesu sind das Erkennungszeichen christlicher Lebenseinstellung und christlicher Lebensgestaltung.

In der Sprache des hl. Paulus lautet das: „Das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen.“ Für Friedrich Nietzsche war diese Haltung der Anlass, sie als „Sklavenmoral“ zu brandmarken. Für ihn war der „Starke“ der „Gute“. Friedrich Nietzsche wollte Menschen zu einem guten Selbstbewusstsein führen, aber seine Idee vom „Herrenmenschen“ hat viel Unheil gestiftet.

Ist nun unsere christliche Moral eine „Sklavenmoral“ im schlechten Sinn? Sind Rücksicht auf andere, Gewaltlosigkeit, Sehnsucht nach Gerechtigkeit, Sanftmut, Sehnsucht nach Frieden schlechte Eigenschaften, die sich nicht durchsetzen.

Nach dem, was wir jetzt ständig zu hören bekommen, dürfte es so sein: Der Rücksichtslose ist der Starke, der sich durchsetzt und der nachahmenswert ist.

Wir geraten in die Situation, den Frieden mit Gewalt verteidigen zu müssen.

Die Seligpreisungen Jesu und die Behauptung des hl. Paulus scheinen an Plausibilität zu verlieren. Aber vielleicht ist das gerade im Sinn des hl. Paulus auch ihre Stärke, denn mit ihnen wird niemand besiegt, sondern gefördert, lassen Menschen einander gut leben, bauen Menschen eine Welt auf, die sich an ihren Errungenschaften freuen kann.

Wir sind damit wieder beim Thema des vergangenen Sonntags, der Predigt Jesu vom Reich Gottes. Es ist eine Zielvorstellung, also etwas, worum Menschen sich bemühen, so wie Läufer auf ein Ziel zustreben, wie ein anderes Bild des hl. Paulus vor Augen führt.

Der „Schwache“ des heiligen Paulus ist nicht ein Schwächling, sondern der Mensch, der sich seiner Grenzen bewusst ist und daher auch seine Angewiesenheit auf andere und auf Gott lebt.

„Von ihm her seid ihr in Christus Jesus, den Gott für uns zur Weisheit gemacht hat, zur Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung.“ Die Wahrheit des Lebens besteht also darin, dass ein Mensch spürt, dass er angewiesen ist und dadurch aber Großes bewirkt.

„6 Und doch verkünden wir Weisheit unter den Vollkommenen, aber nicht Weisheit dieser Welt oder der Machthaber dieser Welt, die einst entmachtet werden. 7 Vielmehr verkünden wir das Geheimnis der verborgenen Weisheit Gottes, die Gott vor allen Zeiten vorausbestimmt hat zu unserer Verherrlichung.“

Wir dürfen hoffen, dass sich das in unserem persönlichen Leben verwirklicht, aber auch schließlich den Sieg im Zusammenleben der Menschen davonträgt.

Ich darf hier ein Wort des Gedenkens an unseren verstorbenen Bischof Maximilian Aichern anfügen. Ich durfte ihm öfter als Spiritual und Regens des Priesterseminars begegnet und habe dabei einen Menschen erlebt, der einen zu schätzen wusste. Sein enormes Namensgedächtnis war eine persönliche Fähigkeit, aber auch Ausdruck dafür, dass er die Menschen, die ihm begegneten wahrnahm und sich einprägte, also eine Haltung von Wertschätzung dessen, der ihm begegnete.

Meine erste Begegnung mit ihm habe ich noch in Erinnerung: Er hat mir vom hl. Lambert erzählt, dessen Gebeine vom hl. Hubert von Maastricht nach Lüttich, dem Bischofssitz Huberts, übertragen wurden. Auf diese Weise hat er eine Anknüpfung zu meinem Namen gefunden und somit eine Gesprächsbasis gelegt, denn wir haben uns ja nicht gekannt.

Er hat von Anfang seiner bischöflichen Tätigkeit in Linz ein „frohes Christentum“ verkündet und es auch so benannt.

In einem Vortrag über benediktinische Spiritualität hat er besonders „das rechte Maß“ hervorgehoben, er hat diese Seite seiner Ordensspiritualität glaubwürdig gelebt.

Ich wünsche ihm, dass sein „frohes Christentum“ in einer endgültigen Freude seine Vollendung findet.

Amen.

Predigt am 3. Sonntag im Jahreskreis, A, 25. Jänner 2026
Pfarrer Hubert Puchberger, Thema: Die Predigt Jesu: Kehrt um, denn das Himmelreich ist nahe.

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

Was hat Jesus gepredigt und womit hat er Eindruck gemacht?

Vom Inhalt seiner Predigt haben wir er gehört, und zwar im Evangelium, also in der Verkündigung der Frohen Botschaft. Wir führen also die Predigt Jesu weiter als Frohe Botschaft für die Menschen.

Was ist aber nun das Frohe an dieser Botschaft?

Wir haben es heute gehört: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe. Also: Wendet euer denken um, denkt einmal anders herum und schaut die Welt in einem anderen Blickwinkel an, dann werdet ihr Himmelreich entdecken und voller Begeisterung das weitersagen und so die Welt verändern.

Wir, vor allem die älteren Menschen, haben noch immer die Welt der Verbote im Kopf, und zwar so sehr, dass sie ein Schriftsteller „Gottesvergiftung“ nannte (Tilmann Moser), oder auch die Welt der Befehle: Du musst …

Die Predigt Jesu besteht eher aus Verlockungen: Reich Gottes, Seligkeiten, Heilungen.

Das Reich Gottes ist eine Welt, in der Güte, Liebe, Gerechtigkeit und Vergebungsbereitschaft die Haltungen sind, und zwar so sehr, dass Friedrich Nietzsche sie eine Sklavenreligion nannte.

Die Welt Jesu, das Reich Gottes, ist eine Welt, in der Menschen Heilung finden und zu sich selbst und anderen finden. Das Austreiben böser Geister könnten wir in einer modernen Sprache „zu sich selbst finden“ nennen, also nicht mehr entfremdet zu sein vom eigenen Ich.

„Das Reich Gottes ist nahe“, muss auch für uns gelten und lässt uns nachdenken, wo wir „Reich Gottes“ erleben, ohne zu sagen, wir hätten es schon.

Ich glaube, dass das Bemühen um ein schönes Pfarrheim, um ein Elysium, etwas mit Reich Gottes zu tun hat. Ich bin beeindruckt, wie viele sich an dieser Umgestaltung beteiligen.

Gestern habe ich im Fernsehen teilweise die Weihe des neu ernannten Wiener Erzbischofs zum Bischof erlebt. Die Schönheit dieser Feier und der positive Geist, der auch von den Politikerreden ausging, ist Reich Gottes.

Das Bemühen einer Pfarrgemeinde um eine Atmosphäre, in der Menschen sich geistig und körperlich erholen können, hat mit Reich Gottes zu tun.

Wir erleben momentan allzu hautnah auch das Gegenteil, nämlich die Welt der Aggression und der Drohungen auf diesem dunklen Hintergrund, nimmt sich die Predigt vom Reich Gottes besonders hell aus.

Die Kirche feiert am 25. Jänner auch das Fest der Bekehrung des heiligen Paulus. Er kam aus der Welt der Gesetze und der religiösen Leistungen. Seine Bekehrung bestand darin, dass er zum Reich Gottes als dem Reich der Gnade Gottes fand. Das ist das Reich, in dem etwas gegeben wird, was dem Menschen Freude macht ihn sich selbst als wertvoll erleben lässt.

Papst Franziskus hat den 3. Sonntag im Jahreskreis als „Sonntag des Wortes Gottes“ eingeführt. Das Schreiben dazu heißt: Aperuit illis, er eröffnete ihnen den Sinn der Schrift, das wird im Lukasevangelium von den Emmaujüngern erzählt. Papst Franziskus erwähnt darin auch die Szene aus dem alttestamentlichen Buch Nehemija. Dort wird erzählt, dass nach der Rückkehr aus der Babylonischen Gefangenschaft den Versammelten aus ihrer Heiligen Schrift vorgelesen wurde und alle zu weinen begannen.

Nehemia sagt ihnen: Weint nicht. Die Freude des Herrn ist eure Stärke.

Amen.

Predigt am 2. Sonntag im Jahreskreis, A, 18. Jänner 2026
Pfarrer Hubert Puchberger, Thema: Seht, das Lamm Gottes.

Liebe Schwestern, liebe Brüder!
„Seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt“, hören wir vor jedem Kommuniongang und davor noch die Anrufung des Lammes Gottes: Es möge sich unser erbarmen und uns den Frieden geben.

Wir kosten also in jeder Eucharistiefeier vom Sakrament des Lammes. Diese Redewendung verwendet auch der Schriftsteller Heinrich Böll in seinem Roman „Billard um ½ 10. Er erzählt von einer Architektenfamilie und ihrer Einstellung im Lauf der Zeit von 3 Generationen. Dabei ist auch vom Sakrament des Lammes und vom Sakrament des Büffels die Rede.

Der Tiervergleich teilt die Menschen ein in solche, die frei ihren Weg gehen und sich nicht vereinnahmen lassen, aber dadurch auch angreifbar und verfolgt werden, und solche, die der brutalen Masse folgen. Hier eine Beschreibung der brutalen Machtausübung in der Zeit des Nationalsozialismus.

Das „Lamm Gottes“ ist Jesus Christus. Die Wehrlosigkeit eines Lammes ist der Vergleichspunkt: Ich war wie ein zutrauliches Lamm, das zum Schlachten geführt wird und ahnte nicht, dass sie Böses gegen mich planen, beschreibt der Prophet Jeremia sein Schicksal.

In der Lesung haben wir im 3. Lied vom Gottesknecht von einem Volk gehört, das Gott sich erwählt hat. Auch dieser Text wird als Voraussage der Geburt Jesu gehört.

Er ist der Knecht, den Gott sich erwählt hat. Das aramäische Wort für Knecht bedeutet aber auch Lamm. Wir könnten also auch sagen: Seht, der Knecht, der hinwegnimmt die Sünde der Welt.

Johannes der Täufer hat mit dem Wort: Seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünder der Welt, die Berufung Jesu beschrieben. Jesus ist der, der die Schuld der Welt auf sich nimmt und wegträgt.

Wir empfangen in jeder Kommunion also das Sakrament des Lammes. Wir stellen uns damit auf die Seite derer, die Sünde und Unrecht erkennen wollen und nicht mitmachen. Auch wenn uns das nicht restlos gelingt, soll uns jeder Kommunionempfang daran erinnern.

Kommunion heißt aber auch „Vereinigung“. Wir dürfen darauf hoffen, dass Jesus in uns wirkt. Eine Kommunionmeditation soll diese Kraft in uns lebendig werden lassen.

Wir werden heute hören: Auch wir sind berufen, Zeugnis zu geben, und: als Kinder Gottes in dieser Welt zu leben.

„Kinder Gottes“ haben es oft schwerer als solche, die vom Sakrament des Büffels kosten, sind aber näher an Wirklichkeit Gottes, also an dem, was Wirklichkeit ist.

Der Dichter Novalis schreibt:
Hätten die Nüchternen
einmal gekostet,
alles verließen sie,
und setzten sich zu uns
an den Tisch der Sehnsucht,

der nie leer wird.

Amen.

Predigt am Fest der Taufe des Herrn. 11. Jänner 2026, Pfarrer Hubert Puchberger, Thema: Zwei verschiedene Taufen, dasselbe Anliegen

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

Das Fest der Taufe des Herrn ist immer auch ein Anstoß, über die eigene Taufe nachzudenken. „Ich bin getauft und Gott geweiht, singen wir in einem Tauflied, und: Fest soll mein Taufbund immer stehn.

Unsere Taufe ist der Beginn eines bewussten Lebens mit Jesus Christus und in der Gemeinschaft der Gläubigen.

Aber ist das wirklich so? Ich kann diese Frage nicht beantworten und muss sie als Frage stehen lassen, aber als eine ernste Frage. Wem vertraue ich mein Leben an? Mir selber, einem Schicksal, dem Geld, der Familie. Ich kann nur einige mögliche Antworten geben.

Wir können diese Frage auch mit dem Wort beantworten: Ich vertraue es Jesus Christus an. Das ist aber nur einem gläubigen Menschen möglich, also einem, der die Stimme des Evangeliums aus dem Himmel ernst nehmen kann: Dieser ist mein geliebter Sohn,
an dem ich Wohlgefallen gefunden habe. Es ist die Stimme der Bestätigung Gottes für Jesus Christus, als seinen geliebten Sohn.

Die Taufe Jesu im Jordan und die Taufe, mit der wir getauft sind, haben verschiedenen Charakter und gehören doch zusammen:

Jesu Taufe sagt: Ich gehöre zu euch. Ich bin einer von euch.

Unsere Taufe sagt: Ich gehöre zu ihm. Ich gehöre zu seiner Gemeinschaft und werde von ihm zu Gott, seinem Vater geführt.

Das ist aber nur eine Frohe Botschaft für den, der zu ihm gehören möchte und darin einen Weg sieht, der ihn zu seinem Lebensziel führt.

Er gehört zu uns, und ich gehöre zu ihm. Das bringt eine Lebensgemeinschaft zum Ausdruck, die das Leben bejaht und in der Hoffnung lebt, dass diese Gemeinschaft ewigen Bestand hat.

Aus diesem Grund gehen wir aus der Weihnachtszeit, der Zeit, in der wir den Eintritt Gottes in unsere Welt feiern hinaus in unser Leben, und dürfen gewiss sein, dass dort alles, was ehrlichen Herzens gelebt wird, Ewigkeitswert hat.

Wir feiern auch mit unserer Musikkapelle und dem Musikverein. Ich darf mich hier bedanken, dass ihr, unsere Musikkapelle der Lebensfreude bei den verschiedensten Anlässen dient, aber auch unseren Gottesdiensten eine Feierlichkeit verleiht, die über den Alltag hinaus zu tieferer Einsicht führt, also auch die ernsten und traurigen Momente zu Momenten der Hoffnung macht.

Amen.

Predigt am Fest der Heiligen Drei Könige, Erscheinung des Herrn, 6. Jänner 2026, Thema: Die drei Gaben

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

In einer Geschichte[1] wird folgendes erzählt:

Als die 3 Weisen das Kind verlassen hatten, näherten sich 3 Gestalten der Behausung, in der die Heilige Familie lebte.

Der eine war elend und arm, der zweite trug Ketten, die ihm die Hände wundgescheuert hatten, der dritte machte einen verwirrten Eindruck, als ob er nach etwas Verlorenem Ausschau hielte.

Die Anwesenden wollten sie abwehren, aber Josef fühlte Dankbarkeit für die kostbaren Gaben der 3 Weisen und bot sie den 3 armen Menschen als Geschenk an.

Dem ersten das Gold, damit er Essen und Kleider kaufen könne, dem zweiten die Myrrhe, damit er seine Wunden behandle, dem 3. Den Weihrauch, den Weihrauch, um seine Traurigkeit zu vertreiben.

Diese aber lehnten ab:
Der 1. fürchtete als Dieb behandelt zu werden, der 2. sagte, er sei gewöhnt an seine Wunden und das Kind werde die Myrrhe später mehr brauchen und der dritte, er möchte seine Not und Verzweiflung nicht durch Weihrauch vernebeln lassen.

Sie gaben dem Kinde ihre Gaben,

der erste die Lumpen mit dem Satz: Du wirst sie einst tragen, wenn sie dir deine Kleider nehmen,

der zweite seine Ketten mit dem Satz: Man wird sie dir später anlegen,

der Dritte: Nimm meine Zweifel und Gottverlassenheit, ich habe sonst nichts. Teile sie mit mir und trage sie vor Gott hin.

Josef wollte die Lumpen weggeben, aber sie ließen sich nicht entfernen, sie schienen wie verwachsen mit dem Kind.

Nach langem Schweigen erhoben sich die Drei. Sie hatten den Ort gefunden, wo sie ihre Last niederlegen konnten. Sie schritten mit zuversichtlichem Blick hinaus „in ihr begrenztes und mitgetragenes Leid."

Amen.

[1] In: Willi Hoffsümmer, Die 100 schönsten Weihnachtsgeschichten. Zum Vorlesen in Familie, Kindergarten, Schule und Gemeinde. Herder, Freiburg, Basel, Wien, 2008, 186ff.

Predigt am 2. Sonntag nach Weihnachten, 4. Jänner 2026
Pfarrer Hubert Puchberger, Thema: … in ihm hat er uns erwählt.

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

Die Kirche feiert noch immer Weihnachten. Die Geschäftswelt und die Gesellschaft feiern längst andere Feste. Da wird schon Fasching gefeiert, die Medien haben auch schon wieder andere Themen im Visier. Warum feiert die Kirche ihre Fest so lange Zeit. Früher dauerte die Weihnachtszeit bis Maria Lichtmesse. Offensichtlich hat die liturgische Reform dem Trende nachgegeben, Festen nicht eine so lange Wirkung zuzugestehen.

Wir sind bei der alten Form insofern geblieben, dass wir das Kripperl erst zu Maria Lichtmess wieder abbauen. Bis dorthin soll es uns an Weihnachten und den Besuch der heiligen 3 Weisen, also Erscheinung des Herrn, erinnern.

Die Kirche feiert ihre Fest so lange, weil sie uns damit nachdrücklich den Glauben stärken möchte. Weihnachten ist nicht in erster Linie ein Fest der Kinder und der Sentimentalität, sondern ein Fest des Glaubens daran, dass Gott die Welt durch sein Eintreten in die menschliche Welt als Mensch, erneuern möchte. Christus wird als der neue Mensch gefeiert, der seine Menschenschwestern und -brüder in ein neues Verhältnis des Friedens zwischen Gott und den Menschen und den Menschen untereinander mitnehmen möchte.

„Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr versteht, zu welcher Hoffnung ihr berufen seid“, heißt es Hymnus auf Jesus Christus, den wir aus dem Brief an die Gemeinde von Éphesus gehört haben.

Dass es die große politische Welt nicht ernst nimmt, ist bedauerlich, aber wir müssen es zur Kenntnis nehmen. Aber als einzelne Menschen und als kleine Gemeinschaft in der großen Gemeinde der Gläubigen, der Kirche, können wir es ernst nehmen.

Im Evangelium haben wir noch einmal die Botschaft von Weihnachten gehört: Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.

Der tschechische Theologe und Soziologe Tomáš Halík sagt in einer seiner Weihnachtspredigten: Die alten Kirchenväter im ägyptischen Alexandrien liebten diesen Text so sehr, dass sie glaubten, allein das fromme Vorlesen dieses Hymnus würde schon die Welt heilen."[1]

Ich habe mich bemüht, den Hymnus fromm vorzulesen. Dieser Vortrag wird vermutlich nicht die Welt heilen, aber er kann in uns doch einen Widerhall finden und die Augen unseres Herzens öffnen für die große Hoffnung, die uns das Weihnachtsfest geben will.

Der Priester spricht bei der Gabenbereitung dort, wo er Wasser in den Wein gießt, folgende Wort: Wie sich das Wasser mit dem Wein verbindet zum heiligen Zeichen, so lasse uns der Herr teilnehmen an der Gottheit Christi, der unsere Menschennatur angenommen hat, auch darauf weist Halík in seiner Weihnachtspredigt hin.

Der Mensch, also wir bekommen die Teilnahme an der göttlichen Natur geschenkt, wir müssen es nur mit den erleuchteten Augen unseres Herzens wahrnehmen.

Amen.

[1] Halík, Tomáš, Das Geheimnis der Weihnacht. Advents- und Weihnachtspredigten voller Hoffnung. Herder, Freiburg im Breisgau 2023, 71

Predigt am Neujahrstag 2026, Pfarrer Hubert Puchberger, Thema: So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen und ich werde sie segnen. Num 6, 27

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

In diesem Neuen Jahr wird es wieder alle möglichen Tage geben, die einen Namen tragen: einen Tag des Apfels, einen Tag der Bienen, einen Tag des Zimtes, wir können uns überraschen lassen, welche Tage wir begehen werden.

Auch unsere Wochentage tragen Namen: Sonntag, der Tag der Sonne, Montag, der Tag des Mondes, Dienstag, der Tag des Gottes Zeus, Donnerstag, der Tag des Donnergottes, Freitag, der Tag der Liebesgöttin Freia.

Papst Franziskus hat das Jahr 2025 noch als Jahr der Hoffnung ausgerufen.

Alle diese Bezeichnungen stellen den Tag in ein besonderes Licht und regen zum Nachdenken an.

Vielleicht erinnern sich noch einige daran, dass es auch die Bezeichnung: Im Jahr des Herrn, gibt. Die Zeitrechnung beginnt also mit der Geburt Jesu, auch wenn das historisch nicht genau stimmt. Wir erinnern uns dabei an die Segnung der Osterkerze, beim Segnen der Jahreszahl spricht der Priester: Sein ist die Zeit und die Ewigkeit. Heuer wird es die Zahl 2026 sein.

„So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen
und ich werde sie segnen“, heißt es im Aarons-Segen, und im Evangelium wird dieser Name auch gedeutet: Jesus, Gott hilft.

Als Menschen, die gläubig in das Neue Jahr gehen, dürfen wir diesem Jahr wieder diesen Namen geben: Jahr des Herrn 2026.

Gott hilft, dieser Name soll uns begleiten, wenn wir Angst bekommen, wenn wir traurig sind, wenn wir zuversichtlich etwas Neues beginnen, wenn wir Freude erleben, und dafür dankbar sind.

Dieser Name möge uns einfallen, wenn wir ihn nötig haben.

Amen.

Predigt am Fest der Heiligen Familie, 28. Dezember 2025
Pfarrer Hubert Puchberger, Thema: Die Familie ist ein Ort der gegenseitigen Achtung und der Entfaltung junger Menschen.

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

Das Fest der Heiligen Familie zeigt uns, wie Religion, Glaube und Gesellschaftspolitik zusammenhängen.

Das Fest der Heiligen Familie ist die das Christkönigsfest jungen Ursprungs und hat das Ziel, die gesellschaftliche, individuelle und religiöse Bedeutung der Familie zu unterstreichen.

Der christliche Glaube steht unter dem Motto: Für uns und um unseres Heiles willen ist er vom Himmel herabgestiegen. Der Glaube hat zum Ziel, die unverletzliche menschliche Würde zu fördern und zu schützen.

In der Familie geschieht das, und der Brief an die Kolósser zeigt uns, wie sehr dieses Anliegen die ersten Christen bewegt hat, vor allem in einer Kultur, in der der Mann die potestas vitae necisque innehatte, also die Gewalt über Leben und Tod in seiner Familie. Er konnte entscheiden, ob ein neugeborenes Kind angenommen wurde oder nicht.

Dem gegenüber betonten die Christen die Liebe und die Achtung innerhalb der Familie und den Rahmen, der damit für die Entfaltung der Kinder geschaffen wurde.

Die religiöse Seite dieses Festes besteht in der Betonung, dass Gott auf der Seite der Familie steht, wenn er seinen Mensch gewordenen Sohn in einer Familie aufwachsen lässt.

Wir dürfen annehmen, dass Jesus, menschlich gesprochen, in seiner Familie zu einer sehr stabilen Persönlichkeit heranwachsen konnte. Er durfte seiner Berufung folgen und als Mensch zum großen Vorbild werden.

Ein Rest von patriarchaler Herrschaft ist noch in dem Satz: Ihr Frauen, seid euren Männern untertan, zu sehen, aber es folgt der Satz: Ihr Männer, liebt eure Frauen, also auch hier Hochachtung und Anerkennung.

Diese christliche Sicht der Familie ist in einer demokratischen Gesellschaft nicht selbstverständlich und deckt sich auch nicht immer mit ihr, aber in einer demokratischen Gesellschaft dürfen und sollen Menschen auch ihr Menschenbild formulieren und es auch als Impuls sehen.

Nicht umsonst gibt es die Einrichtung: Ehe und Familie, den katholischen Familienverband und die verschiedensten Einrichtungen und Beratungsstellen

Das Fest der Heiligen Familie zeigt auch, dass die Heilige Familie keine heile Familie war. Das dürfen die Menschen, die ihre Familie als problematisch sehen, auch als Hinweis sehen, dass nicht das Gelingen im Vordergrund steht, sondern das Bemühen darum, dass Menschen in ihrer Würde geachtet und gefördert werden.

Wenn Jesus als Sohn einer geachteten Familie wie ein Verbrecher hingerichtet wird, ist das eine enorme Herausforderung vor allem für Maria, seine Mutter.

Aber dass Gott auf der Seite derer steht, die zum Heil der Menschen und der Welt beitragen, ist auch eine Seite der Botschaft von der Auferstehung Jesu. Gott steht auf der Seite des Menschen, und zwar über den Tod hinaus.

Der Gesang der Engel wird mit dem Satz wiedergegeben: … und Friede den Menschen seines Wohlgefallens. Friede, shalom, der Mensch in einem guten Lebenszusammenhang, ist das Ziel, das Jesus mit seinem Leben verfolgt, und zu dessen Erreichung er auch menschlich in seiner Familie befähigt wurde.

Amen.

Predigt am Stefanitag, 26. Dezember 2025;
Pfarrer Hubert Puchberger, Thema: Was ist ein Märtyrer?

Predigt am Stefanitag 2025

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

Der hl. Stephanus ist der erste bekannte Märtyrer. An seinem Schicksal ist ablesbar, was ein Märtyrer ist.

Stephanus ist für seinen Glauben gestorben. Er wurde zum Glaubenszeugen, das heißt übersetzt „Märtyrer“, nicht Blutzeuge, sondern Glaubenszeuge. Er wurde zum Zeugen seiner Hoffnung. „Steht jederzeit Rede und Antwort, wenn euch jemand nach eurer Hoffnung fragt, heißt es im Rundschreiben, das wir im 1. Petrusbrief überliefert haben.

Die Hoffnung wird im „offenen Himmel“ konkretisiert. Die Hoffnung besteht darin, dass wir mit Christus bei Gott Heimat finden.

Sanguis martyrum, semen Christianorum, ist ein Satz aus der altchristlichen Tradition. Wer solche Hoffnung hegt, wirkt mit seiner Hoffnung anziehend auf andere Menschen. Nicht der Tod steht im Vordergrund, sondern die Ausrichtung des Lebens an dieser Hoffnung.

Ein wichtiges Element dieser Hoffnung ist die Vergebungsbereitschaft: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun, dieses Wort Jesu verwendet auch Stephanus. Gewaltanwendung gegen diese Hoffnung hat auch mit Unbesonnenheit zu tun: sie wissen nicht, was sie tun.

Die Haltung des Stephanus wird zu einem Maßstab dafür, was christliches Leben ausmacht: Rechenschaft für die Hoffnung und Versöhnungsbereitschaft.

Dieses christliche Leben ist aber auch eine Botschaft in eine gewaltbereite und rachsüchtige Gesellschaft hinein.

Wir dürfen nicht vergessen, dass gerade Christen auch heute noch Gewalt erleiden, physisch und psychisch.

Amen.

Predigt zu Weihnachten, Hochamt, 25. Dezember 2025,
Thema: Das Warten auf einen König, der uns Bruder nennt.[1]

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

In einer Weihnachtsgeschichte wird von einem uralten Hirten erzählt, der aus der Sicht seiner jüngeren Kameraden einer seltsamen Erwartung huldigte, nämlich dass ein König komme, der ihn, den Ärmsten, seinen Bruder nennen würde.

In einer Nacht sahen sie ihn aus dem Bergland gebannt auf den Weg unten im Tal schauen: Dort zog ein Wanderer mit einem Esel und einer Frau auf dem Esel vorüber, und plötzlich verwandelte sich die ganze Gegend in eine glänzende und schimmernde Landschaft, deren Glanz seine Augen so blendete, dass sie beglückt und beklommen erloschen. Eine glänzende Nacht wurde von einem Stern erleuchtet, der brüderlich, die anderen an sich heranzog. Die Steine waren anzusehen wie Altäre und die Wiesen wir heiliger Boden.

Etwas Neues war aufgeleuchtet. Als die anderen Hirten zum ersten Mal zu ihm kamen, um ihm einen Morgengruß darzubringen, sahen sie, dass er tot war. Einer von ihnen sagte: Oft muss die Hoffnung sterben, weil die Erfüllung da ist.“

Für den alten Hirten hatte sich seine Hoffnung erfüllt, er hat die Geburt des Königs erlebt, der ihn Bruder nennen würde.

Wir feiern also das Fest, dass wir Gott unseren Bruder nennen dürfen. Das Wort Bruder und Schwester bekommt damit eine besondere Bedeutung. Wir freuen uns über unsere leiblichen Geschwister, es gibt aber viele Menschen, die keine haben oder keine mehr haben.

Aber wir alle dürfen uns heute in Erinnerung rufen, dass einer sich unser Bruder nennt, der an unserer Seite geht und lebt.

Die Ordensleute nennen einander Brüder und Schwestern. Für uns ist das schon eher eine Gattungsbezeichung für Ordensleute geworden, aber eigentlich soll uns diese Bezeichnung daran erinnern, dass wir einander Brüder und Schwestern sind, weil Gott unser Bruder geworden ist.

Der heilige Franziskus hat das besonders anschaulich gemacht, indem er als erster eine Krippe aufstellte, also sichtbar machte, dass Gott wie ein Mensch und als Mensch geboren wird, aufwächst, von seinen Mitmenschen geliebt und gehasst wird und stirbt.

Aber die Krippendarstellungen vergessen auch nicht zu zeigen, dass in dieser Geburt Gott zum Bruder des Menschen geworden ist.

Wir feiern das in einer Situation, die nicht die Ärmlichkeit der Krippe als Anschauungsmaterial hat, sondern eine Weltsituation, in der Mächtige ohne Rücksicht ihre Interessen durchsetzen.

… alle Menschen werden Brüder … singen wir in der Europa-Hymne, diese Hoffnung Friedrich Schillers nehmen wir heute mit am Weihnachtsfest, bei Schiller heißt es: Bettler werden Fürstenbrüder.

Da einen König zu feiern, der uns, die mit Sorge auf diese Entwicklungen blicken, Bruder nennt, soll uns dazu ermutigen, dort anzubeten, wo Gott seiner Welt zeigt, wo wirklich die Fäden der Macht zusammenlaufen, und miteinander nach diesem Vorbild zu leben.

Amen.

 

[1] Helmut Schilling, Der einsame Hirte, in: Elisabeth Hurth, (Hg.) Licht in der Finsternis. Christuslegenden zur Weihnacht. Patmos, Ostfildern 2025, 52f.

Predigt am 4. Adventsonntag 2025, 21. Dezember 2025, Pfarrer Hubert Puchberger

Thema: Bist du der Gott, der Zukunft mir verleiht?

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

„Bist du der Gott, der Zukunft mir verleiht“, singen wir in ei

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