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Inhalt:

Predigten der letzten Sonn- und Feiertage

Predigt
Predigt am 16. Sonntag im Jahreskreis, 19. Juli 2026
Pfarrer Hubert Puchberger, Thema: Gewaltlosigkeit – Stärke der christlichen Botschaft

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

Was wäre aus dem Christentum geworden, wenn es in den ersten Jahrhunderten nicht römische Staatsreligion geworden wäre? Wäre es verschwunden oder hätte es an Glaubwürdigkeit gewonnen.

In unserer Zeit sind die Erinnerungen an Gewalttaten der christlichen Botschaft schädlich. Argumente gegen die Botschaft der Liebe sind die gewaltsame Sachsenbekehrung durch Kaiser Karl den Großen, die Kreuzzüge, die Ketzerprozesse und Zwangsbekehrungen. Auch der Anspruch der Kirche als allein seligmachender Weg zu Gott spricht gegen die Glaubwürdigkeit einer Botschaft der Liebe und der Toleranz. Auch die gegenseitigen Bannflüche innerhalb der christlichen Konfessionen sind eine Infragestellung der kirchlichen Botschaften der Liebe und des Friedens. Eigentlich sind das alles Themen, die uns an einem radikalen kämpferischen Islam missfallen – und zwar zu Recht.

Heute werden wir durch die Lesung aus dem Buch der Weisheit und durch das Evangelium von der Wirkmächtigkeit des Wortes Gottes zurückgeführt auf den Ursprung des christlichen Glaubens.

Offensichtlich hat es schon am Beginn der Verbreitung dieser Botschaft Probleme gegeben. Die Erweiterung des Evangelium von der selbstwachsenden Saat durch die Warnung davor, Unkraut auszureißen, weil sonst auch der gute Same Schaden leidet dürfte ein Hinweis darauf sein.

Jesus erzählt auch die Geschichte vom Sauerteig, der alles durchsäuert, als Bild für die Wirksamkeit des Wortes Gottes.

Papst Benedikt erzählt in seiner Enzyklika über die Liebe vom Kaiser Julian Apostata, der nach einer Reihe christlicher Kaiser wieder das Heidentum im römischen Reich einführen wollte, weil er angewidert war von den Gewalttaten, die damals auch christliche Kaiser verübten. In seiner Familie waren auch Mitglieder Opfer solcher Gewalttaten, aber von einem war er beeindruckt, von der Liebestätigkeit der Christen.

Gott braucht keine Gewalt, weil seine Kraft der Liebe dazu beiträgt, dass eine schöne bewundernswerte Welt entsteht, und diese Kraft der Liebe bewirkt dort Umwälzungen, wo Menschen sich davon anstecken lassen.

Eine Geschichte erzählt von einer alten Frau aus dem Libanon, die am Grenzzaun israelische Soldaten um Hilfe gebeten hat, die ihr auch gewährt wurde. Dieser offene Zaun wurde zu einem Symbol. Ob er es noch ist, weiß ich nicht. Aber es gibt einen anderen offenen Zaun, das Altersheim der Oberösterreicherin Sr. Hildegard Enzenhofer in Beit Emmaus, wo auf israelischem Gebiet arme palästinensische Frauen eine Zuflucht und Betreuung finden und wo eine akademische Pflegeschule entstanden ist.

Dort ist der Same des Wortes Gottes auf sehr guten Grund gefallen und wirkt der Sauerteig der Botschaft Jesu in der gespaltenen israelisch – palästinensischen Gesellschaft.

Amen.

Predigt am 15. Sonnntag im Jahreskreis, 12. Juli 2026
Pfarrer Hubert Puchberger, Thema: Wo höre ich Gottes Wort?

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

„Vielfältig und auf vielerlei Weise hat Gott einst zu den Vätern gesprochen durch die Propheten; 2 am Ende dieser Tage hat er zu uns gesprochen durch den Sohn, …er trägt das All durch sein machtvolles Wort“, mit diesen Worten beginnt der Hebräerbrief.

Gott spricht zu den Menschen. Wir sagen auch: Er offenbart sich. Er lässt sich erkennen und tritt mit uns Menschen in Kontakt. Das geschieht in vielfacher Weise: in der Natur, in der Kunst, in jedem Menschen, der seine Nähe sucht.

Seine bevorzugtes Medium ist aber die menschliche Kommunikation durch die Sprache, durch sein Wort. Dieses Wort ist so menschlich, dass es Mensch wird: Das Wort ist Fleisch geworden. Jesus Christus ist das Wort Gottes an uns, und daher ist das, was Jesus spricht eine besondere Botschaft an uns Menschen. Daher halten wir auch die Bibel so hoch. In ihr ist das Wort Gottes an die Menschen festgehalten, inspiriert vom Heiligen Geist. Wir glauben, dass die Bibel Wort Gottes an uns st, das in besonderer Weise von ihm autorisiert ist.

Wenn uns ein Mensch etwas Wichtiges mitteilt, fragen wir auch, ob er dazu autorisiert ist.

Die wichtigste Botschaft, die Jesus uns verkündigt, ist das Reich Gottes und seine Nähe. Trotz aller in Frage Stellungen durch Kriege, Terror und Bosheit von Menschen, behält diese Ankündigung ihre Gültigkeit.

Jesus drückt das mit dem Gleichnis vom Samenkorn aus, das in verschiedensten Situationen sich nicht entfalten kann, und dennoch ist die Ernte noch hundertfach.

Er möchte damit Mut machen. Denn der Mut lässt die Dinge entstehen, die wir erwarten und erhoffen, die Verzagtheit würde sie verhindern.

Wenn wir dieses Evangelium hören, soll auch uns Mut gemacht werden, wenn es gar nicht danach aussieht, dass das Reich Gottes nahe ist und das Wort Jesu hundertfache Frucht bringt.

Gerade dort, wo das Reich Gottes am weitesten weg zu sein scheint, ist es auch ganz nahe, aber nicht so greifbar wie Waffengetöse. Wir erfahren sehr selten, wie viel Reich Gottes im Chaos und in der Zerstörung gelebt wird, wenn Menschen einander helfen, Trost zusprechen, mithelfen, wieder Fuß fasse zu können.

Aber auch bei uns ist dieses Reich Gottes oft sehr verborgen, aber es gibt mehr Reich Gottes, als wir vermuten.

Das Wort Jesu und das Wort Gottes ist nicht einfach Gerede, sondern es bewirkt das, was es aussagt. „Es kehrt nicht leer zu mir zurück,
ohne zu bewirken, was ich will, und das zu erreichen, wozu ich es ausgesandt habe“, haben wir gehört.

Und auch das Wort Gottes hören, bedeutet nicht, etwas zu hören und es zu übergehen, sondern bei aktivem Hinhören bewirkt es etwas.

Wir kennen das von unserem menschlichen Hören, da kann es sein, dass mich etwas ergreift und verändert.

Amen.

Predigt am 13. Sonntag im Jahreskreis, 28. Juni 2026
Pfarrer Hubert Puchberger,Thema: Religion als willkommener Gast in der Gesellschaft

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

Im Evangelium des heutigen Sonntags werden viele Themen angeschnitten. Für uns am auffälligsten die Forderung einer Nachfolge, die auf vieles verzichtet, was uns als wertvoll erscheint.

Das Familienleben scheint nicht besonders geachtet zu sein, wenn die Forderung aufgestellt wird, Jesus Christus mehr zu lieben als seine Familienangehörigen.

Wir können diese Forderung aber auch so sehen: Auch eine Familie kann vereinnahmend sein. Die Forderung, Jesus Christus mehr zu lieben, ist dann die Ermunterung, auch über den Horizont einer Familie hinauszublicken und dadurch auch der Familie und ihren Mitgliedern mehr zu dienen.

Weniger auffällig ist die Forderung, Jesus Christus und Propheten und Gerechte aufzunehmen, das heißt der Religion und dem Glauben Gastfreundschaft zu gewähren. Diese Gastfreundschaft verspricht gute Folgen.

Der Glaube ist auf diese Gastfreundschaft angewiesen. Wo er mit Gewalt durchgesetzt wird, widerspricht er sich selbst.

Eine Gesellschaft, die ihm die Gastfreundschaft verwehrt, schließt sich ab und wird von einer offenen zu einer geschlossenen Gesellschaft und damit zu einer Gesellschaft, die der österreichische Philosoph, der nach England auswandern musste, nämlich Sir Karl Popper, in seinem Werk die offene Gesellschaft und ihre Feinde beschreibt.

Eine Gesellschaft, die dem Glauben Gastfreundschaft gewährt, ist eine menschenfreundliche offene Gesellschaft, in der Menschen einander gerne begegnen und gemeinsam arbeiten, feiern und leben und einander beistehen.

Aus diesem Grund sind die Gottesdienste auch mit einer Agape verbunden. Diese Art, Gemeinschaft zu pflegen, hat die katholische Kirche wieder von der orthodoxen lernen müssen.

Wenn ich das hier in der Kirche sage, hören es Menschen, die ohnehin dem Glauben Gastfreundschaft bieten, sonst wären sie nicht hier. Es soll daher als Ermutigung verstanden werden, auch in diesem Sinn dem Glauben Gastfreundschaft zu gewähren. Diese Haltung gibt ihm auch ein menschliches und menschenfreundliches Gesicht.

Amen.

Predigt am 12. Sonntag im Jahreskreis, 21. Juni 2026
Pfarrer Hubert Puchberger, Thema: Jeremia, ein Prophet des Gottvertrauens

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

Der Prophet Jeremia, aus dessen Buch wir heute die Lesung gehört haben, ist ein Prophet des Gottvertrauens.

Die Propheten des Alten Testamens, des 1. Bundes Gottes mit seinem Volk, sind fromme Menschen mit einem hellen Blick auf die Zustände ihrer Zeit und der sich daraus ergebenden Zukunft.

Sie werden damit auch die kritischen Stimmen in ihrer Zeit, und damit erregen sie Widerstand. Jeremia hatte diesen hellen Blick und er erregte den heftigen Widerstand des Königs und seiner auf eigenen Vorteil bedachten Berater.

Vorweg muss gesagt werden: Hätten sie auf Jeremia gehört, wäre ihnen und dem ganzen Volk Israel viel Unheil erspart geblieben.

Jeremia wurde misshandelt und verachtet. Es wäre kein Wunder gewesen, wenn er sich gerächt hätte. Aber Jeremia fühlte sich von Jugend an berufen, Gottes Wort zu hören und weiterzusagen: Niederzureißen und aufzubauen, war in der Berufungsvision seine Aufgabe. Daher wurde er zum Propheten des Gottvertrauens, obwohl seine Lebensgeschichte kein spektakulär gutes Ende nahm.

Das Volk Israel wurde auf Grund der verfehlten Politik der Könige in die babylonische Verbannung geschickt, und wir wissen nicht, ob Jeremia in die Verbannung mitging. Wahrscheinlich zwang man ihn, nach Ägypten mitzuziehen, einer Auswanderung, vor der er selbst gewarnt hatte. Man nimmt an, dass er dort starb.

Jeremia hat seine Rechtfertigung nicht mehr erlebt, aber er selbst blieb dem ihn anvertrauten Wort treu. Er war großen Anfeindungen ausgesetzt und legte seine Rechtfertigung in die Hände Gottes.

Obwohl Jeremia, menschlich gesprochen, keinen Erfolg hatte, wurde er zum Vorbild für ein Vertrauen auf einen Gott der Zukunft. Das gilt für jedes persönliche Leben und auch für die Zukunft der menschlichen Gesellschaft. In diesem Vertrauen wurde das Leben des Propheten zu einem geglückten Leben, in dem es glückliche Momente gab. Die glatten Lösungen, die wir oft haben möchten, gibt es nicht.

Jeremia wird damit zu einem Vorbild für uns: Wir haben das Glück und das Heil nicht in Händen, aber wir dürfen darauf vertrauen, dass es uns geschenkt wird.

Jeremia wird auch zu einem Vorbild, wie wir das Leben Jesu sehen können, der selbst mit diesem Vertrauen lebte und seine Mitmenschen dazu ermunterte.

„Bist du der Gott, der Zukunft mir verheißt,“ fragt Huub Oosterhuis in seinem Lied: Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr, und er fügt hinzu: Ich möchte glauben, komm mir doch entgegen.

Diese Bitte entspricht der Haltung des Propheten Jeremia: Ich möchte glauben, komm mir doch entgegen.

Franz Werfel beendet seinen Roman mit der folgenden Szene: Jeremia geht durch die Trümmer der zerstörten Stadt Jerusalem, da blinkt ihm eine Scherbe in der Abendsonne entgegen, auf ihr steht: … damit sie leben.

Amen.

Predigt am 11. Sonntag im Jahreskreis bei der Mundart- und Feldfrüchtemesse am 13. Juni 2026
Pfarrer Hubert Puchberger, Thema: Was sind die Aufgaben des Christen?

Liebe Schwestern und Brüder!

Jesus sendet seine Jünger aus und gibt ihnen Aufträge mit. Wir haben sie gehört: Kranke heilen. Tote aufwecken, Aussätzige rein machen, also heilen und gesellschaftsfähig machen, Dämonen austreiben, also kranke Gemüter heilen.

Wie das konkret ausgesehen hat, können wir schwer ergründen, aber auf jeden Fall sollten sie in ihrer Gesellschaft versöhnend und heilend wirken, und zwar dort, wo sie sich befinden, also in ihrem Umfeld.

Es wird besonders begabte Menschen geben, die spektakuläre Heilungen erzielen, aber das ist nicht die Hauptaufgabe, sondern im eigenen Umfeld eine menschliche Atmosphäre zu schaffen.

Dazu sind Christen in der Taufe und Firmung berufen, und das ist unser Auftrag in der Welt.

Dazu gehört auch das, was wir heute tun, nämlich um eine gute Ernte bitten. Wir brauchen die Technik und die modernen Hilfsmittel, um eine gute Ernte zu erzielen und sind auch dankbar dafür, dass es sie gibt. Aber einen Pilgerweg gehen, auf dem um das Lebensnotwendige gebetet wird, zeigt auch an, dass es uns zu wenig ist, nur die Technik einzuschalten.

Wir machen die Natur, aus der unsere Lebensmittel kommen, zur Partnerin, indem wir ihr nahe sind und sie erleben, den Sonnenschein und den Regen spüren, riechen, was sie an Duft ausströmt, uns am Wachstum freuen und so auch spüren, dass uns das alles geschenkt ist und wir daher dafür auch dankbar sind.

Auch dass Menschen zusammenhelfen müssen, um entsprechen ausreichende Mittel zum Leben, also Lebensmittel, zu haben, kommt zum Ausdruck durch das gemeinsame Gehen und auch dadurch, dass Menschen auf verschiedenen Wegen zusammenkommen.

Der heilige Paulus spricht von Christus, der nicht nur im Namen Gottes predigt und ermahnt, sondern selbst sein Leben einsetzt, wo es gefährdet ist. Nicht nur weise Vorschriften, sondern der eigene Einsatz des Lebens, retten die Welt, ist die Botschaft des heiligen Paulus.

Aber nicht der Tod rettet die Welt, sondern das unendliche Vertrauen des Menschen Jesus Christus. Dieses Vertrauen tragen Christen in die Welt hinein.

Das Gebet um das Gedeihen der Feldfrüchte ist Ausdruck dieses Vertrauens und lässt alle Menschen teilhaben am Genuss der Früchte dieser Erde, nicht nur Getreide und Äpfel und Birnen, sondern an allem, was das Leben lebenswert macht. Niemand muss fürchten, zu kurz zu kommen.

Amen.

Predigt bei der gemeinsamen Jubelhochzeitsfeier, 7. Juni 2026
Pfarrer Hubert Puchberger, Thema: Stufen. „Aus Liebe wird Barmherzigkeit – aus Barmherzigkeit wächst neue Liebe“

Liebe Hochzeitsjubilare!

Von Hermann Hesse, dem Autor von Dichtungen und Romanen, der einmal viele Jugendliche sehr begeistert hat, stammt auch das Gedicht: Stufen.

In ihm befinden sich die bekannten Verse:

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,

Diese Stufen feiern wir heute, sie sind zunächst je 25 Jahre hoch, 50, dann werden sie niedriger auf 10 Jahre und auf 5 Jahre und schließlich auf 2 ½ Jahre, aber immer sind es Stufen.

Sie markieren auch jeweilige Veränderungen und Neuorientierungen. Über unserer Feier steht heute der Satz: Aus Liebe wird Barmherzigkeit, aus Barmherzigkeit wird neue Liebe.

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, das ist bei jeder Hochzeit zu spüren.

Diesem Zauber könnt ihr heute wieder nachspüren, der vor 65, 60, 50 und 25 Jahren eurer Hochzeit innewohnte.

Der Satz aus Liebe wird Barmherzigkeit deutet aber auch an, dass dieser Zauber eine innere Verwandlung mitmacht und Belastungen aushält und Menschen zusammenhält.

Wenn aus Liebe Barmherzigkeit wird, dann heißt das, dass 2 Menschen einander tragen, aber auch ertragen und dass daraus ein neuer Zauber wird, der in etwas intensiveren Farben leuchtet, und wie es dann heißt wieder zur Liebe wird, die jetzt auch in intensiveren Farben leuchtet, die vielleicht etwas dunkler sind, aber nicht weniger schön.

Wir haben heute eine Lesung aus dem Propheten Hosea gehört. Er ist der Prophet der Liebe Gottes, auch wenn die Antwort der Menschen unvollkommen ist. „Mit menschlichen Fesseln zog ich sie an mich, mit Ketten der Liebe“, spricht der Prophet im Namen Gottes. „An Liebe habe ich Gefallen“, haben wir heute gehört, und Jesus zeigt mit seinem Verhalten, dass Gott das Unvollkommene mehr liebt, als herzlose Vollkommenheit, das ist die Botschaft des heutigen Evangeliums.

Menschen, die miteinander gehen und miteinander und voneinander lernen, sind liebende Menschen.

Wir freuen uns heute mit euch, dass ihr solche Wege miteinander gegangen seid, und wir wünschen euch, dass ihr solche Stufen noch immer steigen könnt, auch wenn die Stufen niedriger werden müssen.

Das steckt in dieser Überschrift: Aus Liebe wird Barmherzigkeit, aus Barmherzigkeit wächst neue Liebe.

Ihr habt auf den Stufen eures Lebens, die ja nicht nur nach Jahren, sondern auch an einschneidenden Ereignissen gemessen werden, viel Schönes erlebt: Kinder, Enkel, Urenkel, gemeinsame berufliche Erfolge, Stufen an gemeinsamer Geborgenheit, familiäre Ereignisse, und wahrscheinlich auch Schweres.

Gott wandle sie in Segen, bitten wir im Anschluss an ein Kirchenlied: Meine engen Grenzen … wandle sie in Weite, und meine tiefe Sehnsucht nach Geborgenheit, … wandle sie in Heimat, Herr, erbarme dich.

Amen.

Kurze Ansprache zu Fronleichnam am 4. Juni 2026
Pfarrer Hubert Puchberger, Thema: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird.

Das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes, mein Blut, das für euch und für alle vergossen wird.

Jesus ist für uns da und geht mit uns, das feiern wir heute, und das zeigen wir auch.

Predigt am Fest der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, 31. Mai 2026

Pfarrer Hubert Puchberger, Thema: Gott ist Liebe

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

Das Fest der Allerheiligsten Dreifaltigkeit ist das Fest der Liebe Gottes.

Obwohl es in Religionen, auch im Judentum, ein Bilderverbot gibt, wird die Heiligste Dreifaltigkeit immer wieder dargestellt.

Hier in der Kirche haben wir mehrere Darstellungen Gottes, als des Dreieinigen. Die uns bekannteste stellt Gott als uralten, aber energiegeladenen Mann vor, der die Welt mit ausgebreiteten Armen regiert, daneben Jesus Christus als junger Mann mit dem Kreuz und darunter der Heilige Geist in Gestalt einer Taube, die sich in Richtung Erde zu den Menschen bewegt.

Es gibt aber auch eine andere Darstellung, nämlich Gott Vater auf dem Thron, der seinen gekreuzigten Sohn präsentiert und aus dieser Präsentation wird der Heilige Geist auf die Menschen gesandt. Sie wird auch "Gnadenstuhl" genannt.

Diese Darstellung entspricht viel mehr dem, was wir heute in der Lesung gehört haben: Der Herr ist der Herr, ein barmherziger und gnädiger Gott, langmütig und reich an Huld und Treue. Der Name Gottes wird nur in einer Wiederholung genannt: Der Herr ist der Herr. Er braucht also keine Beschreibung, weil er über aller Beschreibung steht und nicht mit einem Namen versehen werden soll außer dem, den er sich selbst gibt: Ich bin der Ich bin.

In dieser Offenbarung Gottes spüren wir die große Ehrfurcht Gott gegenüber. Er beschreibt sich selbst als „barmherzig und langmütig und reich an Huld und Treue.

Wenn also Gott über sich selber spricht, dann zeigt er sich als Gott der Liebe.

Er ist im buchstäblichen Sinn die Liebe selbst, weil die drei göttlichen Personen einander so lieben, dass sie eine Einheit bilden und wir von
e i n e m Gott sprechen.

Diese Liebe ist nicht selbstsüchtig. Gott genügt sich nicht selbst, sondern seine Liebe strahlt aus. Er wird Mensch aus Liebe und macht die Menschen zu seinen Partnern, indem er sie vergöttlicht, also sie mit seinem Heiligen Geist ausstattet.

Wo Menschen Gott so verehren, wird diese Liebe auch erfahrbar, weil Menschen einander auch in Liebe begegnen, und wo das nicht der Fall ist, können sie sich nicht auf Gott berufen.

Kriege können nicht im Namen Gottes geführt werden, Menschen können nicht im Namen Gottes gedemütigt werden und können einander nicht im Namen Gottes vernachlässigen, also zu Gott beten und daneben Mitmenschen leiden lassen.

Wir handeln oft im Namen des dreieinigen Gottes, also „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes", und in all dem muss etwas von der Liebe Gottes spürbar werden, sonst geschieht es nicht "Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes."

Das Fest der Allerheiligsten Dreifaltigkeit ist daher das Fest der Liebe Gottes und des Vertrauens des Menschen in ihn und daher ist es ein freudiges Fest.

Amen.

Predigt am Pfingstsonntag 2026, 24. Mai
Pfarrer Hubert Puchberger,
Thema: Was befleckt ist, wasche rein,
Dürrem gieße Leben ein,
heile du, wo Krankheit quält.
Wärme du, was kalt und hart,
löse, was in sich erstarrt,
lenke, was den Weg verfehlt.

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

Pfingsten das Fest des Heiligen Geistes ist im Rang der Feste Nummer 2. Nummer 1 ist Ostern, das Fest der Auferstehung und des Lebens. Es spricht von Jesus Christus, dem Erstgeborenen der Schöpfung und dem ersten Menschen, der leiblich zur Fülle des Seins gelangen durfte.

Pfingsten ist das Fest der Menschen, die durch den Heiligen Geist zur Vollendung geführt werden, also zu dem, was Jesus Christus schon ist, ein vollendeter Mensch.

Wir Menschen leben noch immer in einer Welt, in der noch vieles nicht vollendet ist und zusammengefunden hat.

In den Hymnen, in denen um den Heiligen Geist gebetet wird, ist auch die Rede vom Zusammenführen der Gegensätze.

In der so genannten Pfingstsequenz, also einem Gesang, der zwischen Lesung und Evangelium vorgesehen ist, wird von diesem Zusammenführen der Gegensätze gesprochen:

Wärme du, was kalt und hart, löse, was in sich erstarrt. …

In der Unrast schenkst du Ruh, hauchst in Hitze Kühlung zu, wird da gesungen und gebetet. Im Gotteslob ist der Text unter GL 344 zu finden.

Dieser Hymnus Primas der englischen Kirche um 1216, Stephen Langton. Er hatte viele Auseinandersetzungen mit dem König und war beteiligt in der Magna Charta libertatum, also der Formulierung der Freiheitsrechte der Kirche und der Menschen gegenüber dem König. Sie ist heute noch Grundlage der englischen Verfassung. Sie ist eine Verwirklichung des Gedankens, dass gegensätzliche Kräfte zusammenfinden zu einer schöpferischen Einheit.

Die Sendung des Heiligen Geistes am Pfingsttag ist eine Gegenerzählung zum Turmbau zu Babel, dort wurde durch menschliche Hybris die Sprache verwirrt, am Pfingstfest wird sie den Menschen mit offenem Herzen und offenem Geist zusammengeführt, nicht vereinheitlicht, aber die Menschen begannen, einander zu verstehen.

In den Tagen vor Pfingsten bitten wir um das Wirken des Heiligen Geistes, zu Pfingsten danken wir auch dafür und für die Wirkung des Heiligen Geistes, wo Menschen einander verstehen lernen.

Aber noch ein anderer Aspekt ist wichtig: Im Menschen selbst gibt es widersprüchliche Bestrebungen, die einander hemmen. Zu Pfingsten danken wir dafür, dass es auch Momente gibt, in denen Menschen zu sich selbst finden und sich darüber freuen.

Wo Menschen gar nicht zu sich selbst finden, wird das zur Krankheit, zur Schizophrenie. Wir müssen also neben dem Gebet um Frieden auch für diese Menschen und solche Entfremdungen beten, sie mögen zu sich selber finden können.

Die große Versöhntheit wird ein Werk des Heiligen Geistes sein.

In jeder Eucharistiefeier beten wir: … lass uns eins werden durch den Heiligen Geist. Wir beten heute darum, danken aber auch dafür, dass der Geist Gottes in der Schöpfung, in Sehern und Propheten, in Jesus Christus und in der Kirche, die das Pilgerkleid Jesu Christi ist, wenn er durch die Zeit schreitet.

Amen.

Predigt am 7. Sonntag der Osterzeit, 17. Mai 2026
Pfarrer Hubert Puchberger, Thema: Das hohepriesterliche Gebet Jesu

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

Die Zeit zwischen Christi Himmelfahrt ist die Zeit des gemeinsamen Gebetes um den Heiligen Geist, den Jesus nach seinem Weggang von der Erde den Seinen versprochen hat.

Der Geist Gottes ist der schöpferische Geist Gottes. Er schwebte über den Wassern, dem Chaos, am Beginn der Schöpfung und er ist die Kraft, die die Schöpfung und den Menschen hervorbringt zu einem freudvollen schöpferischen Dasein: Komm Schöpfer Geist, kehr bei uns ein, besuch das Herz der Kinder dein, erfüll uns all mit deiner Gnad, die deine Macht erschaffen hat“, haben wir gesungen.

Dieser schöpferische Geist möge in all unseren Gedanken, Worten und Werken wirken.

Um diesen Geist haben die Jünger gemeinsam mit der Mutter Jesu gebetet, und um diesen Geist beten auch wir. Unsere Welt und unsere Gesellschaft haben ihn bitter nötig.

Wir haben heute aber auch noch ein anderes Gebet gehört, nämlich das Gebet Jesu vor seinem Tod, bei seinem Abschied von den Jüngern. Dieses Gebet wird auch das „hohepriesterliche Gebet“ Jesu genannt. Er ist der Mittler zwischen Gott und den Menschen, und er bittet vor allem für die Seinen, und zu diesen Seinen dürfen wir uns zählen.

Er bittet darum, dass die Seinen die Herrlichkeit Gottes erkennen und wissen, dass sie mit Jesus Christus dazu berufen sind, die Schönheit und Kraft zu erleben. Ausdruck dieser Herrlichkeit Gottes ist aber die von seinem Geist erfüllte Welt. Papst Benedikt sagte: Allein die schönen Werke der Musik – wir dürfen dazu sagen: der Kunst, die durch den Glauben entstanden sind und entstehen, sind schöpferisches Wirken Gottes in seiner Welt, aber auch alle Bemühungen um Frieden und Eintracht und alle Bemühungen darum, dass Menschen gut miteinander leben können: Sorge für die Jugend, die Alten, die Kranken, für die Menschen, die den rechten Weg verloren haben.

Jesus bittet für die Seinen im Gegensatz zur Welt. Das klingt widersprüchlich, aber die Gemeinde des Johannes, also des Verfassers des 4. Evangelium sieht sich im Gegensatz zu einer Welt, der Gott und Jesus Christus nichts bedeuten. Für die zerstörerischen Kräfte dieser Welt möchte Jesus nicht beten, sehr wohl aber darum, dass der schöpferische Geist Gottes sie verwandelt.

„Sendest du aus deinen Geist, so wird alles neu geschaffen, und du wirst das Antlitz der Erde erneuern“, heißt es in einem Gebet um den Heiligen Geist. Wir haben es im Petrinum als Schulgebet gebetet.

Um diese äußere und innere Erneuerung der Welt und von uns selbst beten wir in diesen Tagen vor Pfingsten, auch im Bewusstsein, dass schon das Gebet allein ein Teil dieser erneuerten Welt ist, weil Menschen einander nicht verurteilen und bekämpfen, sondern füreinander beten.

Amen.

Ansprache am 3. Bitttag, Vorabend von Christi Himmelfahrt, 13. Mai 2026
Pfarrer Hubert Puchberger, Thema: "ankommen"

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

Wir haben in der Kirche eine Kreuzwegstation mit der Aufschrift „angekommen“.

Sie bezieht sich auf Franz Jägerstätter. Er ist „angekommen“, und zwar nach einem langen Leidensweg, auch seine Gattin Franziska Jägerstätter ist im 101. Lebensjahr angekommen.

Wir feiern morgen Christi Himmelfahrt: Jesus ist angekommen, angekommen beim Vater, sein Leben ist vollendet.

Aber er lässt die Seinen nicht allein. Er sendet seinen Heiligen Geist, die Kraft der Liebe, die alle verbindet.

Wir beten auch für die Familien, jenen Ort, an dem Menschen ankommen und sich geborgen wissen dürfen.

Er sagt auch: Ich lasse euch nicht als Waisen zurück und „ich bin bei euch alle Tage…

Mit dieser Zuversicht dürfen wir Christi Himmelfahrt feiern.

Predigt am 6. Sonntag der Osterzeit, 10. Mai 2026
Pfarrer Hubert Puchberger Thema: Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die euch erfüllt.

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

„Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen,
der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die euch erfüllt.“

Bei uns heißt es oft etwas einfacher: Sei bereit, dich zu deinem Glauben zu bekennen, also auch zur Kirche, zur Gemeinschaft der Glaubenden.

Abgesehen von vielen Kirchenaustritten, ist das oft eine Herausforderung, wenn es darum geht, sich als gläubiger Mensch zu bekennen. Es ist oft nicht ganz einsichtig, warum diese Scheu besteht.

Gründe waren bei uns oft politischer Art, Angst vor Verfolgung und Nachteilen, Angst davor, als rückständig und unselbständig zu gelten, Angst als „Frömmler“ dazustehen, der mit verdrehten Augen zum Himmel blickt und auf seine Mitmenschen vergisst oder Angst vor ihnen hat.

Genau besehen, müsste es aber als Auszeichnung gelten, für eine Hoffnung zu stehen, die uns beseelt, Natürlich muss die Hoffnung begründet sein, sonst wird sie wirklich zum frommen Geschwätz.

Es scheint oft einfacher zu sein, in den Tag hineinzuleben und zu sagen. Ich lege mich nicht fest, die Dinge kommen ohnehin so, wie sie kommen. Es ist auch einfacher, aber es ist auch eine Eigenart der Menschen, über die eigenen Grenzen hinauszuschauen und zu fragen, Wer das macht, übt eine menschliche Fähigkeit aus, die doch einmalig ist und die Welt auch menschlicher macht.

Hoffnung zu suchen und sich von Hoffnung anstecken zu lassen, ist also nicht eine primitive Geisteshaltung, sondern eine menschliche Fähigkeit, auf die wir stolz sein können. „Nichts Gewisses weiß man nicht“, ist zunächst einsichtiger, der vornehme Agnostiker ist eigentlich schlau, denn er legt sich nicht fest und kann sich schließlich doch anhängen.

Wir sollen Rechenschaft von der Hoffnung geben, die uns erfüllt. Menschen, die keine Hoffnung haben, geben sich selbst auf, aber auch eine Gesellschaft, die keine Hoffnung mehr hat, gibt sich selbst auf.

Der hl. Paulus zitiert in seinem ersten Brief an die Gemeinde in Korinth ein Lied, das zu seiner Zeit gesungen wurde: Lasst uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot. Es ist schon beim Propheten Jesája zu finden.

Diese Haltung ist uns nicht fremd, aber sie zerstört eine Gesellschaft. Schon der Prophet Jesája schreibt dazu: Nicht durch einen Bogenschuss getötet, habe ich einen gefunden. Die damalige Gesellschaft hat sich selbst ausgeliefert.

Der Muttertag ist ein Tag der Zukunft und der Hoffnung, denn Mütter haben Freude daran, das Leben weiterzugeben und sich darum zu sorgen. Aus Dankbarkeit dafür ist der Muttertag entstanden.

Gebt Rechenschaft von eurer Hoffnung, ist eine Aufgabe im Dienst an der Menschheit.

Amen.

Predigt am 4. Sonntag der Osterzeit, 26. April 2026
Pfarrer Hubert Puchberger, Thema: Ich bin die Tür.

4. Sonntag der Osterzeit
26. April 2026

Eine Tür öffnet und schützt.
Seelsorger als Türöffner – Freundschaft mit Jesus Christus.
Seelsorge als persönliche Beziehung.

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

Der 4. Sonntag der Osterzeit ist der Tag der Geistlichen Berufe, weil an ihm das Evangelium von Jesus, dem Guten Hirten gelesen wird.

Nach dem Vorbild Jesu, des Guten Hirten, sollen also auch Seelsorger und Seelsorgerinnen sich um die Menschen kümmern.

Früher war es der Tag, an dem um Priesterberufe gebetet wurde. Mittlerweile gibt es auch Seelsorgerinnen und Seelsorger, die nicht Priester sind und sich dennoch um Menschen und Ihre Beziehung zu Gott und Jesus Christus kümmern.

Im Evangelium nennt sich Jesus selbst die Tür zu den Schafen. Die Schafe, also die Menschen, die sich von Jesus führen lassen, werden auch durch eine Tür geschützt. Jesus ist diese Tür, durch die niemand gehen soll, der den Menschen innerhalb schadet.

Menschen, die zu Jesus gehören, sollen nicht durch falsche Versprechen und Ideologien verführt werden. Welche Folgen Ideologien haben, kennen wir aus der Geschichte und auch unsere Zeit ist nicht gesichert davor. Zeugnisse dafür haben wir genug.

Die Seelsorgerinnen und Seelsorger sind Türöffner. Das sind sie für die, für die die Tür zu schwer aufgeht und auch für die, die die rechte Tür noch finden müssen.

Das bedeutet für die Seelsorgerinnen und Seelsorger, um die wir beten, dass sie selbst dir richtige Tür finden und sie verantwortungsvoll öffnen oder schließen.

Wir dürfen dabei nicht vergessen, dass jeder Mensch für den anderen Verantwortung trägt, also Seelsorger für seine Mitmenschen ist, das gilt für die Eltern, die Lehrerinnen und Lehrer, für Menschen, die auf dem Arbeitsplatz zusammenkommen und auch für die, die die Freizeit gemeinsam gestalten.

Wir beten also um Menschen, die sich verantwortungsvoll mit dem Leben und mit Jesus Christus, der Tür zum Leben, auseinandersetzen. Das ist für die einzelnen Menschen wichtig, aber auch für eine Gesellschaft und Gemeinschaft, deren Mitglieder einen guten gemeinsamen Weg gehen möchte.

Gemeinsam beten wir darum, dass wir die richtige Tür finden, der in eine gute gemeinsame Zukunft führt.

Amen.

Predigt am 3. Sonntag der Osterzeit, 19. April 2026
Pfarrer Hubert Puchberger, Thema: Ihr wisst, dass ihr aus eurer nichtigen, von den Vätern ererbten Lebensweise nicht um einen vergänglichen Preis losgekauft wurdet, …

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

… losgekauft von einer nichtigen Lebensweise dürfen sich Christen sehen.

Es gibt also eine nichtige ererbte Lebensweise, nicht nur zur Zeit der Abfassung des 1. Petrusbriefes, sondern auch heute. Die Welt braucht eine ständige Erneuerung und ebenso das Leben jedes einzelnen Menschen.

Wo es bei uns „In jener Zeit“ heißt, steht im fortlaufenden Evangelium „danach“. Für einen geistlichen Schriftsteller heißt das an dieser Stelle, dass hier eine Situation der frühen Christengemeinde beschrieben ist, die auf Grund von Misserfolgen mutlos geworden ist und eine Ermutigung braucht.

Jede Zeit brauch auch ihre Ermutigung, weil immer wieder neue Generationen entstehen, immer wieder junge Menschen dazukommen und alt wegsterben. Die Menschheit erneuert sich ständig in ihrem Bestand und jede dieser neuern Generationen braucht auch wieder eine Orientierung, denn allzu schnell schleichen sich Überzeugungen und Verhaltensweisen ein, die als „unsinnige nichtige Lebensweise“ bezeichnet werden könnten.

Der erste Petrusbrief, aus dem wir heute einen Teil als Lesung gehört haben, ein Rundbrief, eine Enzyklika, die den Glauben erneuern sollte, spricht von diesem Glauben als erlösende Haltung.

Dieser Glaube muss immer wieder erneuert werden, weil weitergegeben werden muss.

Im Evangelium vom reichen Fischfang nach der Auferstehung Jesu ist davon die Rede, dass die Jüngerinnen und Jünger Christi immer wieder auf sein Wort hin die Netze auswerfen müssen, also den Glauben weitergeben müssen als Brot des Lebens, also als Nahrung des Lebens.

Wir werden wohl eine gewisse Müdigkeit des Glaubens in unserem Land und in unserer Zeit zu geben müssen.

Lesung und Evangelium mögen uns helfen, die Müdigkeit zu überwinden.

Amen.

Predigt am Weißen Sonntag, 12. April 2026, Vorabendmesse
Pfarrer Hubert Puchberger, Thema: Der Glaube formt Gemeinschaft

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

Der Apostel Thomas fordert ein eindeutiges Zeichen für seinen Glauben, vor allem für den Glauben an die Auferstehung.

Jesus gewährt ihm dieses Zeichen, er hat es ja auch den anderen gewährt, indem er ihnen erschienen ist. Er geht auch auf die trotzige Forderung des Apostels Thomas ein.

Wir brauchen einen Anhaltspunkt für unseren Glauben und unser Vertrauen.

Für die, die nicht sehen und doch glauben, gibt es andere Anhaltspunkte: Sie haben vielleicht ein Gemüt in die Wiege gelegt bekommen, das den guten Zusammenhalt der Welt begreifen kann. Andere haben vielleicht ein Erlebnis in ihrem Leben haben dürfen, das dieses Vertrauen in ihnen festigt.

In der Apostelgeschichte wird etwas erzählt, was auch erstaunlich ist, nämlich, dass sich eine Gemeinde bildet, die auch gesellschaftlich vom Glauben geformt ist.

Die urchristliche Gemeinde, wird als eine Gemeinde geschildert, die unter sich ein so großes Vertrauen aufbaut, dass sie alles gemeinsam hat. Sie feierten täglich Gottesdienst, und zwar Brotbrechen, und hatten großes Ansehen in ihrem Umfeld.

Ihr Gottesdienst war die Eucharistiefeier, also die Gegenwart des auferstandenen Christus.

Wir hören aber auch, dass diese Gemeinde nicht so ideal war, wir sie am Anfang geschildert wird. In der Geschichte von Hananias und Saphira wird schon von Betrug berichtet, und manche vermuten, dass diese Gemeinde schließlich auf Grund ihrer gemeinsamen Gebarung so in Not geriet, dass der hl. Paulus für sie eine Sammlung in ganz Kleinasien und in Griechenland einleitete.

Es gab auch Nachahmer. Diese erste Gemeinde wird auch die erste kommunistische christliche Gemeinde genannt. Wir wissen, dass der Kommunismus an seinen eigenen Grundsätzen, auch an seinem Atheismus, zu Grunde gegangen ist. Diese Bewegung hat also ein Gegenbild zu einer christlichen Gemeinde schaffen wollen. Wir sind versucht zu sagen: Auch Atheismus ist eine Religion, die ihre Bestätigung in der Gesellschaft, also nach Zeichen, sucht.

In München hat sich eine Gemeinde gebildet, die nach dem Vorbild dieser ersten christlichen Urgemeinde leben wollte und ist meines Wissens in sehr diktatorischen Strukturen gelandet. Sie nannte sich „Integrierte Gemeinde“.

Aber die Sehnsucht nach einem Zeichen für den Sinn von Auferstehungsglauben ist geblieben. Sie könnte nur durch Gleichgültigkeit verschwinden, eine Haltung, die für unsere Zeit und unser Gesellschaft eine Bedrohung ist.

Worin ist diese christliche Gemeinde dann für uns Vorbild und Zeichen für die Sinnhaftigkeit des Glaubens. Sie bleibt ein Zeichen dafür, dass der Glaube an Jesus Christus Vertrauen unter den Menschen und daher zu Gott aufbaut und fördert. Er wird damit zu einem Friedensprojekt, das zwar immer wieder zu scheitern droht, aber dennoch die Kraft hat, Menschen zusammenzuführen.

Wenn die Päpste ihre Friedensbotschaften aussenden, sieht das zunächst auch eher nach hilflosem Zureden aus, und dennoch bleibt es ein Stachel im Fleisch und regt dazu an, dem Frieden auch eine Chance zu geben.

Dass wir nicht in der heilen Welt, also nicht im Paradies leben und auch hier nicht leben werden, gehört auch zu Ostern.

Jesus sagt zu Maria Magdalena: Halte mich nicht fest, denn ich bin noch nicht zu meinem Vater hinaufgegangen. Jesus geht voraus und holt nach. Amen.

Predigt am Ostersonntag, 5. April 2026
Pfarrer Hubert Puchberger, Thema: Die Angst lässt weglaufen, das Leben zieht an.
Lasst uns hinlaufen.

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

Die Angst bringt Menschen zum Laufen – meistens zum Weglaufen.

Das hören wir in der Passion nach Markus: Da verließen ihn alle und flohen, heißt es mi Markus-Evangelium. Ein junger Mann lief nackt davon und Petrus verleugnete ihn, ein Flucht, die noch viel schlimmer ist.

Heiner Wilmer, der neue Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Bischof von Hildesheim, sagt dazu, die Männer waren von der Grundangst aller Menschen erfasst, nämlich von der Angst vor dem Tod.

Das ist eine Angst, die wir selbst kennen, die Mutter aller Ängste, wie Bischof Wilmer sagt.

Wir haben heute von Menschen gehört, die zum Grab laufen, eine Art von Osterlauf zum Grab. Zuerst laufen sie vor Angst weg, dann beginnt ein Wettlauf zum Grab, vor dem sie auch noch einmal fliehen, weil sie nicht begreifen, dass sie bei diesem Grab dem Leben begegnen.

Die Angst vor dem Tod kannte auch Papst Johannes XXIII. als Patriarch von Venedig, nach dem Begräbnis seiner geliebten Schwester Ancilla in Sotto il Monte spricht er auf der Rückfahrt im Zug den Satz zu seinem Sekretär: Wehe, wenn alles eine Täuschung wäre.

Bischof Wilmer sagt in seinem Aufsatz: Was müssen diese Männer gesehen haben, dass sie, ohne auf ihr Leben zu achten plötzlich in die ganze Welt gehen und die Auferstehung verkündigen.

Sie müssen das Leben gesehen haben, den Menschen, der den Tod besiegt hat.

Nun beginnt der Wettlauf zum Leben, den der gewinnt, der mehr Liebe zum Leben hat.

Der Evangelist Markus, oder einer seiner Schüler, sieht sich bemüßigt von einer Begegnung zu erzählen, die von einer Begegnung mit Jesus spricht.

Die Apostelgeschichte weiß von Zeugen der Auferstehung, und auf Grund dieses Zeugnisses glauben auch wir an eine endgültige Begegnung mit dem Leben, und darum laufen wir nicht ziellos durch unser Leben, sondern um Jesus, dem Lebendigen, zu begegnen.

Amen.

Predigt am Karfreitag, 3. April 2026
Pfarrer Hubert Puchberger, Thema: Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe, jeder ging für sich seinen Weg.

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

„Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich, denn durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze Welt erlöst.“

Wir beten diesen Satz in jedem Kreuzweg. Durch sein Kreuz hat Jesus die ganze Welt erlöst. Wir versuchen diesen Satz nachzuvollziehen, indem wir ihn beten, das Kreuz als unser Erkennungszeichen auf die Kirchtürme setzen, in unseren Wohnungen anbringen, es als Segenzeichen selbst am Körper tragen.

Wir könnten es auch als Schmuckstück sehen, aber das allein wäre zu wenig. Es wird auch als Segenszeichen gesehen.

Es ist zunächst alles eher als ansprechend. Wir dürfen nicht vergessen, dass es ein Folterwerkzeug ist, das dem, den es trifft, auch alle Ehre nimmt.

Zum Segenszeichen wird es durch Jesus Christus.

Im 1. Petrusbrief haben wir gehört: Ihr hattet euch verirrt wie Schafe. Jeder Mensch geht also auch Irrwege, und jeder Mensch trägt auch Wunden der Schuld an sich. Wir getrauen es uns nicht zuzugestehen, weil wir meinen, damit nicht leben zu können.

Am Karfreitag wird uns gesagt: Du darfst die Zerbrechlichkeit deines Lebens, auch die ethische und moralische anerkennen, du musst sie nicht vor dir selbst und vor Gott verstecken, denn Jesus Christus führt die Welt und auch dich auf den Weg, der in die richtige Richtung führt, und zwar deshalb, weil er die tiefste Erniedrigung des Menschen kennt. Darum erkennen wir die Wahrheit unseres Lebens, hinter allen Irrwegen gibt es auch einen richtigen Weg.

Hinabgestiegen in das Reich des Todes, bekennen wir von Jesus Christus. Er ist also an die Ränder menschlicher Existenz gegangen, „und führt Gefangene mit sich“, beten wir im Ps. 68.

Auch dort, wo Menschen unschuldig leiden müssen, wird das Kreuz zum Zeichen des Segens, weil Jesus selbst der Unschuldige ist, der Leid und Tod besiegt hat und „und erhaben und sehr hoch sein wird.“

Jesus wird in einem Garten begraben. Diese Bemerkung erinnert an das Paradies, den Zustand, in dem das Leben regiert.

Amen.

Predigt am Palmsonntag, 28. März 2026, Vorabend
Pfarrer Hubert Puchberger, Thema: Jesus wird als König begrüßt und vorgestellt.

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

Zwei Mal wird heute Jesus als König vorgestellt.

Beim Einzug in Jerusalem: Jesus wird als König begrüßt. Er wird auch noch von seinem königlichen Programm sprechen. Er wird noch den Tempel reinigen und fordern, dass er ein Haus des Gebetes sein soll. Er wird aber auch die Zerstörung des Tempels und der Stadt Jerusalem ankündigen.

Jesus wird die Frage, ob er der Messias, der Sohn Gottes sei, mit dem Satz beantworten: Du hast es gesagt. bedeutet für ihn den Tod. Der Hohepriester verteidigt die Ehre Gottes und verletzt sie dadurch, weil er Jesus nicht anerkennt. Auch vor Pilatus bejaht Jesus die Frage, ob er der König der Juden sei mit: Ja.

Jesus wird als König verspottet und mit Dornen gekrönt.

Nach dem Tod Jesu bekennt Pilatus mit der Aufschrift: Jesus von Nazareth, König der Juden, die Königsherrschaft Jesu.

Sie verwirklicht sich im Tod Jesu, der Hauptmann und die Soldaten bekennten: Wahrhaftig, das war Gottes Sohn!

Langsam begreifen die Menschen um Jesus, in welcher Form er König ist, nämlich als einer der die Last der Menschen auf sich nimmt und in Liebe verwandelt.

Predigt am 4. Fastensonntag, 15. März 2026
Pfarrer Hubert Puchberger, Thema: Die Augen des Glaubens

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

Ein Hymnus aus dem Stundenbuch der Kirche beginnt mit folgendem Text: Öffne meine Augen, Herr, für die Wunder deiner Liebe.
Mit dem Blinden rufe ich: Heiland mache, dass ich sehe.

Die Wunder Jesu sind mehr als körperliche Heilungen. Aus moderner Sicht würde man sagen: Sie sind Beispiele eines leib-seelischen Zusammenhanges. Sie heilen den ganzen Körper und öffnen die Sinnesorgane für mehr als nur physische Gegebenheiten.

Im zitierten Hymnus öffnen sie für die Wunder der Liebe Gottes. Sie öffnen die Augen für die Schönheit der Welt und lassen sie auch als solche erkennen. Diese geöffneten Augen vermitteln Freude und Staunen.

… die Werke Gottes sollen an ihm offenbar werden, haben wir aus dem Mund Jesu gehört.

In der Lesung haben wir von der Erwählung des Königs David durch Gott gehört. Sein Vater Isai, also Jesse, wie es im Weihnachtslied „Es ist ein Ros entsprungen heißt, meinte auch, dem Propheten zuerst die stattlichsten Söhne vorführen zu müssen, und dieser war selbst davon überzeugt, einen von ihnen als König salben zu müssen.

Von Gott selbst wird gesagt: Der Herr sieht auf das Herz, also auf das Innerste des Menschen, und so sollen auch die Menschen auf die Welt und auf ihre Mitmenschen schauen.

In einer Betrachtung und Beschreibung des Glaubens wir von den „Augen des Glaubens“ gesprochen, also von Zusammenhängen, die erst nach längerem Schauen die tieferen Zusammenhänge erkennen. Dort wird auch von der Physik gesprochen, in der auch Naturzusammenhänge erst nach längerer Forschung erkannt werden.

Wir kennen auch Suchrätsel, in denen zwischen gleich aussehenden Bildern die Unterschiede erkannt werden sollen, oder auch Vexierbilder, die z.B. im selben Bild einen jungen und einen alten Menschen erkennen lassen, je nachdem wie es betrachtet wird.

Diese Vergleiche sollen auch dazu führen, mit den Augen des Glaubens auch die Wunder der Liebe Gottes erkennen zu lernen.

Der 4. Fastensonntag, der Sonntag „Laetare“ ist eine Art von Sehschule und Anleitung, die Wunder der Liebe Gottes sehen zu lernen und sich daran zu freuen. Laetare heißt: Freue dich. Freue dich Jerusalem, fährt der Text fort, aus dem dieses Wort genommen ist.

Unsere Welt bietet ja auch eine Art von Vexierbild, je nachdem wir es betrachten, bietet es Bilder, die uns eher verzweifeln lassen, aber auch Bilder als Zeichen der Liebe Gottes – die können wir mit den Augen des Glaubens sehen.

Die Augen des Glaubens sind nicht die Augen einer verbindlichen Glaubenslehre, sondern eines Blickes auf die Welt und unser Leben, der uns mit Hoffnung erfüllt. Die Verbindlichkeit besteht darin, uns Menschen zur Hoffnung und nicht zur Verzweiflung zu führen.

„Freue dich, Stadt Jerusalem!
Seid fröhlich zusammen mit ihr, alle, die ihr traurig wart.
Freut euch und trinkt euch satt an der Quelle göttlicher Tröstung“, lautet der ganze Text aus dem Propheten Jesája, der als liturgischen Eingangslied vorgesehen ist.

Es handelt sich um einen Text, der Menschen Mut zuspricht, die immer wieder auch zur Versuchung einer negativen Sicht des Lebens neigen neigen.

Amen.

Predigt am 3. Fastensonntag, 8. März 2026,
Pfarrer Hubert Puchberger, Thema: Wasser – Symbol göttlichen Lebens

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

Wasser hat in unserem Glaubensleben eine hohe Bedeutung.

Es ist das Zeichen, mit dem wir getauft wurden, wir erinnern und daran mit dem Weihwasser und mit dem Taufgedächtnis an den Sonntagen.

Es ist Zeichen für göttliches Leben.

Die Lesung erinnert daran, dass Gott sein Volk in der Wüste nicht verdursten lässt. Das heißt für uns: Gott lässt unser Leben nicht verdorren.

Wasser ist schon für unser leibliches Leben unverzichtbar. Wenn Wasser knapp wird, steht die Alarmstufe auf „rot“.

In den trockenen Ländern wird Hilfe durch das Errichten von Brunnen angeboten und als wertvolle Hilfe gesehen. Die Initiative von Othmar Weber und seinen Helfern hat bei uns in Altenberg ein lebendiges Beispiel dafür, wie lebensnotwendig Wasser ist.

Wasser wird aber auch zu einem Symbol für Jesus Christus. Das haben wir im Evangelium gehört. Im Gespräch, das Jesus mit der Samariterin führt, weist er auf sich selbst als Quelle des Lebens hin.

Der Vergleich sagt: Ich bin für euer gesamtes Leben so wichtig wir Wasser für euer leibliches Leben.

Ohne diese Verbindung mit Jesus Christus trocknet das Leben aus und verdorrt. Diese Überzeugung tragen wir auch in unsere Welt hinein. Das ist nicht Mission als kulturelle Kolonialisierung, sondern eine Botschaft des Lebens, die Menschen aufrichtet und Kraft zum individuellen und gemeinsamen Leben gibt.

Würdet ihr doch heute auf seine Stimme hören!. Verhärtet euer Herz nicht wie in Meríba, wie in der Wüste am Tag von Massa, beten wir im Psalm 95, dem Eröffnungspsalm des Stundengebetes. Dieser Vers nimmt Bezug auf das, was wir in der Lesung gehört haben.

Das Herz nicht verhärten, sondern aufweichen lassen, ist ein Beitrag zum Frieden. Stellen wir uns vor, die Friedensappelle des Papstes würden wirklich gehört werden, die Welt sähe anders aus.

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