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Inhalt:

Predigten der letzten Sonn- und Feiertage

Predigt
Predigt zu Mariä Empfängnis, 8. Dezember 2025
Pfarrer Hubert Puchberger, Thema: Gnade ist das Ja Gottes zum Menschen

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

„Sag Ja zu mir, wenn alles Nein sagt“, singen wir in der Fastenzeit. Diese Bitte bringt aber auch zum Ausdruck, was wir heute feiern, nämlich das Ja Gottes zum Menschen und das Ja eines Menschen zu Gott.

Wir feiern ein Fest der Gnade Gottes, also der bedingungslosen Annahme des Menschen durch Gott, seinen Schöpfer. Eigentlich wäre es logisch, dass Gott sein Geschöpf annimmt, sonst hätte er es nicht geschaffen. Dieser Meinung ist auch das Buch der Weisheit, wenn es sagt: Hättest du etwas gehasst, hättest du es nicht geschaffen.

Gott hat allerdings den Menschen nicht als willenloses Werkzeug geschaffen, sondern als ein Wesen, das auch Nein sagen kann. Gott hat also im Menschen einen Partner, der zu ihm auch Nein sagen kann und das auch oft genug tut. Aber der Mensch ist nicht dazu verurteilt, in Freiheit Nein zu sagen, sondern er kann auch dem Willen Gottes bedingungslos zustimmen.

Einen solchen Menschen feiern wir heute. Der Engel begrüßt Maria mit der Anrede: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Wir übernehmen dieses Gruß als Gebet: Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir.

Dass Maria dem Willen Gottes bedingungslos zustimmt, hören wir heute im Evangelium auch: Siehe, ich bin die Magd des Herrn;
mir geschehe, wie du es gesagt hast. Auch diese Antwort ist bei uns zum Gebet geworden.

Wir verehren Maria als den Menschen, der das Ja Gottes mit seinem Ja beantwortet.

Eine der Definitionen des Glaubens lautet: Zustimmung zum Willen Gottes, Zustimmung zum Leben, Zustimmung zu meinem Leben und zum Leben um mich herum. Diese positive Sicht des Lebens feiern wir heute.

Ein sehr kurzes Glaubensbekenntnis sprechen wir oft, auch wenn es uns als Glaubensbekenntnis gar nicht bewusst ist, nämlich Amen: So sei es, also Zustimmung.

Mit diesem Bekenntnis möchte ich auch meine Predigt beenden: Amen.

Predigt am 2. Adventsonntag, 7. Dezember 2025
Pfarrer Hubert Puchberger, 
Thema: Wegbereiter
Bereitet den Weg des Herrn!
Macht gerade seine Straßen!

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

Der 1. Adventsonntag mahnt zur Wachsamkeit in unserem Leben, der 2. ruft mit Johannes dem Täufer dazu auf, dem Herrn die Wege zu bereiten.

Die Wege des Herrn müssen immer von Neuem bereitet werden, weil er immer wieder kommt, denn es kommen immer neue Menschen und neue Generationen.

Die Botschaft des 2. Adventsonntags lautet: Kehrt um, denn das Himmelreich ist nahe, und: Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen!

Das Himmelreich ist nahe, aber um seine Nähe zu sehen, müssen wir umkehren, also die Blickrichtung ändern.

Oft sind die Blickrichtungen, die einmal richtig waren, nicht mehr punktgenau, die Welt dreht sich, nicht nur jeden Tag 24 Stunden lang, so dass die Sonne für uns ihre Stellung ändert. Dort, wo früher Licht war, ist jetzt Schatten.

Wir leben uns in einer säkularisierten Gesellschaft. Es werden viele neue Wege bereitet: Menschen suchen in vielen Bereichen das Himmelreich. Sie wollen ein besseres Leben haben – also wir wollen ein besseres Leben haben: In der katholischen Wochenzeitung „Die Furche“ wird ein solcher Bereich besseren Lebens angesprochen: Die Freiheit. Die Freiheit der Lebensgestaltung, die Freiheit des Denkens, die Freiheit persönlicher Entfaltung gehören zu den hohen Gütern unserer Gesellschaft.

Damit ist aber ein Beispiel dafür angesprochen, wie sehr Umkehr notwendig sein kann, nämlich dann, wenn diese Freiheit zur Beeinträchtigung für andere wird.

Johannes bringt einen wichtigen Aspekt der Umkehr ins Spiel: Er spricht von der Nähe des Himmelreiches. Wir müssen nicht den Weg zu ihm bahnen, sondern seinen Weg zu uns.

Wir erwarten den, der mit seinen geistigen Gütern die Gerechtigkeit und die Freiheit bringt, aber er muss wahrgenommen werden und ankommen dürfen.

Wo zu viele Himmelreiche, die von Menschen gemacht sind, den Blick verstellen, kann er nicht ankommen.

Den Weg des Herrn bereiten, bedeutet, die vielen vermeintlichen Reiche Gottes als vermeintliche zu durchschauen und sich vom Geist Gottes leiten zu lassen: der Weisheit, der Einsicht, des Rates, der Stärke, der Erkenntnis, der Frömmigkeit und der Furcht des Herrn. Das sind die Leitlinien zu einer Gesellschaft, in der Menschen sich entfalten können und eine Ahnung vom Frieden entsteht, wie sie in der Vision des Propheten gesehen wird, eine versöhnte Gesellschaft in einer versöhnten Schöpfung.

Amen.

Predigt am 1. Adventsonntag, 30. November 2025
Pfarrer Hubert Puchberger, Thema: Die Stunde ist gekommen, aufzustehen vom Schlaf. (Röm 13, 11)

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

„Das tut im Wissen um die gegenwärtige Zeit: Die Stunde ist gekommen, aufzustehen vom Schlaf.“

Der Beginn des Advents ist der Beginn einer Zeit der Vorbereitung auf Weihnachten, der Geburt des Herrn und der Ankunft des Herrn.

Die Geburt des Herrn ist ein historisches Ereignis, indem Jesus als Mensch geboren wurde, die Ankunft des Herrn, Advent, ist ein Blick in die Zukunft. Wir erwarten, dass Jesus die Welt vollendet.

Die Gegenwart wird auch angesprochen: „Das tut im Wissen um die gegenwärtige Zeit: Die Stunde ist gekommen, aufzustehen vom Schlaf.“ In ihr treffen einander Vergangenheit und Zukunft.

Mit Jesus hat schon eine neue Zeit begonnen, aber sie muss auch immer wieder erneuert werden, sonst schläft die Zeit ein und Kräfte werden wach, die zerstörerisch wirken.

Mit Jesus Christus hat eine große Zeit der Erneuerung begonnen. Manche sprechen von einer Achsenzeit, in der sich Dinge weitergedreht und weiterentwickelt haben. Immer wieder wurde auch dieser Impuls erneuert, es gab immer wieder Erneuerungsbewegungen auf dem Hintergrund der Botschaft Jesu.

Ordensgründungen, Konzilien, Erneuerungsbewegungen sind Anlässe, die Welt und das Leben neu zu sehen und in seiner Wahrheit zu erfassen.

Wir wollen den Advent aber vor allem im persönlichen Leben zu einer Zeit der inneren Erneuerung werden lassen, in der Sprache des Advent ausgedrückt, Jesus Christus mit seiner erneuernden Kraft in unserem persönlichen Leben ankommen lassen.

Das heißt, nicht selbstzufrieden den schützenden Mantel einer trügerischen Sicherheit umzuwerfen, sondern die offenen Stellen im eigenen Leben zu sehen. Dort kann Jesus ankommen und Wunden heilen oder bestätigend Freude am eigenen Leben bewirken.

In einem Vortrag über die Spiritualität der hl. Terese von Ávila wird Sören Kierkegaard zitiert, dass Existenz immer Voranschreiten in die Zukunft ist, also nicht Selbstsicherheit, sondern Neugier auf das, was noch möglich ist. Darin wirkt die erneuernde Kraft Jesu und seiner Ankunft in unserem Leben.

Die erneuernde Kraft Jesu in seiner Lebenszeit lag in der Zuversicht, dass Gott das menschliche Leben ohne Einschränkung liebt und daher der Mensch seinem Leben ohne Angst ins Auge blicken kann. Daher so oft: Deine Sünden sind dir vergeben. Das wird dort gesagt, wo Menschen, die Jesus begegnen, ihrer eigenen Wahrheit und Wirklichkeit ins Auge blicken können.

Mit dem Wunsch, durch die Ankunft Jesu einen wachsamen Blick auf das eigene Leben werfen zu können und so seine erneuernde Kraft zu erfahren, wünsche ich allen einen guten Advent.

Amen.

Predigt bei der Jubiläumsmesse in Grein, 23. November 2025
Pfarrer Hubert Puchberger, Thema: Christus - der König an der Seite der Menschen

Liebe feiernde Gemeinde in Grein, liebe Schwestern und Brüder aus Altenberg, liebe Verwandte, werte Anwesende!

Gestern war der 55. Jahrestag meiner Primiz hier in Grein und vorgestern der Tag meiner Priesterweihe! 55 Jahre ist ein ungewöhnliches Datum für einen Jubiläumsgottesdienst, aber der 50. Jahrestag ist in die Corona-Zeit gefallen, damals habe ich hier einen Gottesdienst gefeiert, an dem 10 – 15 Personen teilgenommen haben.

Mir ist es wichtig, dass ich auch mit meiner Heimatgemeinde Grein so feiern kann, dass es wahrgenommen wird. Hier wurde ich getauft, und hier habe ich die Erstkommunion empfangen. Die Firmung wurde mir in St. Marienkirchen an der Polsenz gespendet, dem Heimatort meiner Mutter.

Mit ist es also wichtig, dass ich dort, wo ich viele Glaubensimpulse bekommen habe, auch den Glauben an einem für mich so wichtigen Gedenktag feiern kann.

Ich freue mich aber auch, dass aus meiner Pfarrgemeinde Altenberg so viele gekommen sind. Wir haben auch in Altenberg „50 Jahre“gefeiert, auch dort unter ähnlichen Umständen wie hier in Grein, die musikalische Umrahmung gestalteten damals das Ehepaar Deutsch mit dem Waldhorn und dem Cello und Herr Keplinger an der Orgel.

Wenn wir zurückblicken, muss ich feststellen, dass die Menschen, die damals 10 Jahre alt waren, jetzt 65 Jahre alt sind, dass also viele derer, die damals dabei waren, schon gestorben sind, und die, die heute hier sind, damals sehr junge Leute waren. Viele werden damals noch gar nicht auf der Welt gewesen sein.

Maßgeblich an der Gestaltung dieses Festes beteiligt war damals meine Mutter, mein älterer Bruder Karl, Ernst war damals gerade 22 Jahre alt und im Studium in Innsbruck. Wir hatten also denselben Studienort. Er ist leider krank und kann heute hier nicht mitfeiern.

Maßgeblich beteiligt war aber auch der damalige Stadtpfarrer von Grein Dechant Karl Thöne, der damalige Kaplan und spätere Pfarrer von Königswiesen Alfred Kapplmüller, der sehr jung gestorben ist.

Besonders hervorheben möchte ich meinen Primizprediger, den Jesuitenpater Josef Müllner, der damals Spiritual im Canisianum in Innsbruck war.

Aus seiner Primizpredigt möchte ich den Hauptgedanken hervorheben, der mich auch durch mein ganzes Leben begleitet hat. Eigentlich war es eine Frage: Warum Priesterweihe und Primiz am Christkönigsfest? Soll es eine Ansage einer triumphalistischen Lebensgestaltung sein?

P. Müllner gab damals die Antwort: Christus ist König der Welt, weil er das Amen, die Zusage Gottes an die Menschen ist, dass er auf und an der Seite der Menschen steht, und zwar in allen Lebenssituationen, und dass er als König der Welt, die Welt auch in all ihren Ausprägungen bis in den Tod aus eigener menschlicher Erfahrung kennt, aber auch das Ja Gottes zum Menschen in seiner Auferstehung erlebt hat.

Ein kleines Erlebnis, das ich selber von meiner Mutter erzählt bekam, war folgendes: Wir haben in Grein eine sehr schöne originelle Krippe, geschnitzt vom damaligen Kaplan Johannes Moser. Ich war noch ein ganz kleiner Bub, als meine Mutter mit mir das Kripperl besuchte. Vor dem Kripperl griff ich gleich nach dem Jesuskind und sagte: Dieses Bubi nehmen wir mit. Das Bubi in der Krippe nahmen wir selbstverständlich nicht mit, Jesus Christus nahm ich offensichtlich mit, oder besser gesagt, er mich.

Dieser Gedanke, dass Christus König der Welt ist, weil er an der Seite der Menschen steht, hat mich immer begleitet. Ich möchte ihn aber auch noch durch eine andere Geschichte sichtbar machen. Selma Lagerlöf, eine schwedische Schriftstellerin, die ich sehr schätze, erzählt folgende Geschichte:

Sie spricht davon, dass Gott das Leben der Menschen behütet, also nicht direkt von Jesus Christus, aber er ist ja der sichtbare Gott für uns Menschen.

Hatto, ein Eremit, der in seinem Leben viel Böses erfahren und selber verübt hatte, wollte auf Grund seiner Erfahrungen, Gott um die Vernichtung der Welt und der Menschen bitten.

Er machte das Gelübde, die Hände so lange zum Gebet zu erheben, bis Gott ihm dieses Anliegen, die Zerstörung des Menschen und der Welt, erfülle und sein Gericht über die Welt halte. Als er im Gewitter seine Hände erhoben hatte, kam ein Bachstelzenpärchen und nistete in seiner hohlen Hand, weil es ihn für einen Baum hielt.

Der raue Eremit war dann mit dem Schutz der Vögel so sehr beschäftigt, dass er die Arme sinken ließ, um sie sich immer wieder anzuschauen, und diese ständige Behutsamkeit verwandelte ihn so sehr, dass er am Ende zu Gott sagte: Du bist frei, ich habe mein Gelübde nicht gehalten, weil ich die Arme sinken ließ. Er wurde vom Menschenhasser und Weltverächter zu einem Menschen, der begriff, dass Gott die Menschen liebt und behütet, so wie er durch das Nest der Vögel, die er behutsam begleitet hat, zu einem liebenden Menschen wurde.

Ein verbitterter Mensch wird durch die ihm auferlegte Behutsamkeit zum liebenden Menschen und begreift, was Gott mit den Menschen vorhat.

Ich glaube, dass auch die Kirche einen solchen Wandlungsprozess durchgemacht hat und wir und ich mit ihr.

P. Müllner hat auch noch den Wunsch ausgesprochen, man möge es mir am Ende meines Lebens abnehmen, dass ich sage: Ich glaube an Gott. Sein Wunsch für mich, möge in Erfüllung gehen, und: ich glaube an Jesus Christus, der um unseres Heiles willen vom Himmel herabstieg. Dieser Satz wurde auch zum Leitgedanken der Linzer Diözesansynode 1970 – 1972, also genau zu der Zeit, in der ich zum Priester geweiht wurde.

Für mich ist mein Lebensweg als Priester und Pfarrer auch ein Weg, den das II. Vatikanische Konzil vorbereitet hat und der von Papst Franziskus in einmaliger Weise gelebt wurde.

Auch unser ehemaliger Bischof Aichern ist diesen Weg gegangen. Von ihm soll ich ausdrücklich alle, die hier feiern, grüßen.

Amen.

Predigt am Fest der hl. Elisabeth, unserer Pfarr- und Kirchenpatronin, 19. November 2025,
Pfarrer Hubert Puchberger: Thema: Die hl. Elisabeth, eine Revolutionärin?

Predigt am Fest der hl. Elisabeth, unserer Pfarr- und Kirchenpatronin

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

Das Fest einer Patronin gibt Anlass, über den Sinn eines Patronates und über seine Bedeutung nachzudenken.

Der Sinn eines Patronates liegt in der Vorbildwirkung eines heiligen Menschen. Die Kirche von Altenberg hat im Zusammenhang mit Gallneukirchen in der hl. Elisabeth eine besondere Patronin gefunden. Eine Elspeth-Zeche, also ein Fachausschuss Soziale Dienste hat am Kirchenbau in Altenberg mitgewirkt.

Das soziale Anliegen muss für die Menschen damals eine große Bedeutung gehabt haben.

In unsere Zeit versetzt, heißt das, über soziale Gerechtigkeit unter anderen Voraussetzungen nachzudenken.

Wir merken zunehmend, dass unsere Strukturen nicht mehr stimmen. Sowohl im gesundheitlichen als auch im wirtschaftlichen Bereich werden Probleme sichtbar, die zu Rücktritten und dem Ruf nach Veränderung führen.

Hat uns die hl. Elisabeth in diesem Zusammenhang etwas zu sagen? War sie eine Revolutionärin?

In gewisser Weise können wir diese Frage mit ja beantworten. Elisabeth war eine Revolutionärin, aber nicht auf Kosten anderer, sondern sie hat bei sich selbst begonnen, und zwar in einer Radikalität, die erschreckend ist.

Ihre Hilfsmaßnahmen verstießen gegen die Hofetikette, aber gerade das war für bedürftige Menschen hilfreich, denn sie bekamen auf diese Weise zu essen und konnten so die hilfreiche Nähe eines Menschen spüren. Unser Hochaltarbild zeigt eine solche Situation.

Sie ist mit 24 Jahren an Erschöpfung durch ihren Dienst im von ihr selbst gegründeten Spital gestorben. Vorher hat sie ihre Stellung am Fürstenhof aufgegeben und das sichtbar gemacht, was sie vorher schon gelebt hat. Sie wurde allerdings dazu auch gezwungen, nachdem ihr Gatte, Landgraf Ludwig, im Kreuzzug das Leben verloren hatte.

Fürstenhöfe, politische Sonderstellungen, haben naturgemäß die Tendenz, sich zu verfestigen und den Kontakt zur Wirklichkeit zu verlieren.

Elisabeth hat das durchschaut und ihre Erkenntnis umgesetzt. Hilfreich war ihr dabei ihr Zeitgenosse, der hl. Franziskus, der die Herausforderungen ebenfalls gespürt hat.

Elisabeth machte also eine damals moderne religiöse Zeitströmung mit.

Die Bedeutung Elisabeths wurde auch von höchster Stelle bei ihrem Begräbnis gewürdigt. Der Kaiser war zugegen, als ihre Gebeine aus dem Grab erhoben wurden und stiftete eine kostbare Krone für ihre Reliquien.

Für uns in Altenberg ist noch interessant, dass ihre Tochter Gertrud als Prämonstratenserin des Klosters Altenberg im deutschen Bundesland Hessen schließlich Äbtissin wurde und das Kloster neu erbauern ließ, sie heißt im Heiligenkalender Gertrud von Altenberg.

Elisabeth ist für uns unter Anderem auch darin Vorbild, dass sich den Blick für veraltete Strukturen bewahrte und mit ihrem eigenen körperlichen und seelischen Einsatz neue anstieß.

Amen.

Predigt am 33. Sonntag im Jahreskreis, 16. November 2025
Pfarrer Hubert Puchberger, Thema: Ende oder Ziel?

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

In den letzten Tagen des Kirchenjahres wird auch vom Ende der Welt, vom Ende des Tempels in Jerusalem und vom Ende einer humanen Kultur gesprochen.

Der Prophet Mal’achi prangert die Überheblichkeit mächtiger Persönlichkeiten an, das Evangelium spricht von einem allgemeinen Verfall einer geordneten Gesellschaft, aber sowohl in der Lesung als auch im Evangelium gibt es Hoffnung: „Für euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen und ihre Flügel bringen Heilung.“

Das Ende eines Kirchenjahres spricht also nicht vom Weltuntergang, sondern von der Besinnung auf wahre Werte, also nicht von einem Ende, sondern von einem Ziel.

Die Zustände zur Zeit des Propheten Mal’achi im 5. Jahrhundert vor Christus und zur Zeit des 1. Jahrhunderts nach Christus wieder holen sich.

Es handelt sich aber nicht um eine Drohung, sondern eine Ermunterung und um mögliche Heilung und Erlösung.

„Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen“, ist der Schlusssatz, den wir heute im Evangelium gehört haben.

Der Weg in die richtige Richtung steht also immer offen, sowohl für den Einzelnen, für Gruppen und kleine Einheiten, und das ist eine Botschaft für uns.

Wir werden nicht die Politik ändern, aber wir können ein wachsames Auge darauf haben und wir können „standhaft“ bleiben und uns also auf den Grund besinnen, auf dem wir stehen, und dieser Grund ist auch unser Hoffnung darauf, dass dort, wo die Menschen auf die Stimme Gottes hören, und das ist das Gewissen des Einzelnen und die gemeinsame Überzeugung aus dem Glauben, das wahre Leben zu Tage tritt.

Amen.

Predigt bei der Hubertus-Messe am 8. November 2025
Pfarrer Hubert Puchberger, Thema: Hubertus – ein Glaubensbote

Liebe Mitglieder unserer Jägerschaft, liebe Damen und Herren der Jagdhornbläser, Schwestern und Brüder!

Die Hubertus-Messe aus Anlass des Gedenktages des hl. Hubertus ist Anlass über die Bedeutung dieses heiligen Bischofs nachzudenken, der auch zu den 4 heiligen Marschällen gehört. Dieser Ausdruck ist bei uns weithin unbekannt, bekannter sind die 14 heiligen Nothelfer. Die 4 heiligen Marschälle werden als dem Throne Gottes besonders nahestehende Heilige verehrt. Ein Marschall ist im Militär beheimatet, also in der Verteidigung von Menschen. Das Wort hängt mit „Mähre“ also Pferd und Knecht zusammen. Ursprünglich war der Marschall also für die Reiterei zuständig.

 

Für uns ist daran der Vorbildcharakter wichtig.

Der Aspekt „Natur“ und „Bewahrung der Schöpfung“ wird immer dringlicher. Das Kreuz im Geweih des Hirsches, der der Legende nach dem jungen Hubertus auf der Jagd erschienen ist, spricht von der Heiligkeit, der Unantastbarkeit, der Natur. Sie kann nicht einfach ausgebeutet werden, sondern hat auch in sich einen Wert. Der Mensch ist ein Teil davon.

Es hat den Anschein, als würde dieses Anliegen zu Gunsten wirtschaftlicher Überlegungen wieder in den Hintergrund gedrängt. Es ist klar, dass wirtschaftliche Überlegungen auch wichtig sind, aber sie müssen allen Menschen dienen.

Aus dem Lebenslauf des hl. Hubertus, soweit er uns zugänglich ist, wird ersichtlich, dass er fähig war, die Akzentsetzung seines Lebens zu ändern. Er wird so zu einem Mahner, sich nicht selbst die Lebensgrundlage zu entziehen. Die Sage vom Hirsch mit dem Kreuz im Geweih ist zwar eine spätere Übertragung aus der Legende des heiligen Eustachius, aber als Mahnung bleibt sie gültig: Du gehörst selbst zu dieser Natur, du lebst in ihr und von ihr, sie lebt aber auch von dir, und deshalb sollst du sie auch wertschätzen.

Der hl. Marschall Hubertus ist auch ein Fürbitter am Thron Gottes mit einer Bitte darum, dass der Hl. Geist Gottes die Menschen ihre eigenen Lebensbedingungen nicht vergessen lässt.

Hubertus war auch Bischof, aus seiner Ehe hatte er einen Sohn, nämlich Floribert. Er wurde sein Nachfolger als Bischof von Lüttich. Hubertus war die Verbreitung des Evangeliums offensichtlich so wichtig, dass er auch seinen Sohn von dieser Wichtigkeit überzeugen konnte. Er wird daher auch als Apostel der Ardennen in Belgien und in Frankreich verehrt. Das Kloster St. Hubert wurde in der französischen Revolution säkularisiert, die Kathedrale, die seinen Namen trägt, ist eine mächtige gotische Kathedrale in im gleichnamigen Ort St. Hubert. Die französische Aussprache kommt daher, dass die Kirche sich im französisch sprechenden Teil Belgiens befindet.

Die Frohe Botschaft von Jesus Christus verkünden, heißt auch, ein Gespür dafür zu entwickeln, dass der Mensch in Ehrfurcht vor Gott, vor den Menschen und auch vor der Schöpfung zu leben, die ihm als Geschenk anvertraut ist.

Der hl. Paulus nennt das: Nicht ziellos laufen.
Im Evangelium lautet das: Seid wachsam!

Amen.

Predigt am 30. Sonntag im Jahreskreis, 26. Oktober 2025, Staatsfeiertag
Pfarrer Hubert Puchberger, Thema: Ein gemeinsames Ziel haben

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

Ein Nationalfeiertag hat die Aufgabe, über das gemeinsame Ziel eines Staates nachzudenken.

In einem Staat zu leben, habe hat sich ein Staatsbürger oft nicht selbst ausgesucht. Die meisten von uns sind hier geboren und haben hier ihre Wurzeln, weil ihre Vorfahren und ihre Verwandten hier leben.

Es gibt auch viele Menschen, die haben sich Österreich als ihren Lebensraum ausgesucht, weil sie als Flüchtlinge hierhergekommen sind oder weil sie durch eine Heirat österreichische Staatsbürger geworden sind.

Was hält uns zusammen und was wollen wir gemeinsam?

Die Geschichte hält uns vor Augen, dass wir ein Grenzgebiet sind. Die Herrscher wurden als Markgrafen, also als Grenzgrafen bezeichnet. Die Mark ist ein Grenzgebiet. Österreichs Identität besteht in der Vermittlung, also Verständigung.

Um diese Aufgabe erfüllen zu können, braucht der Vermittler allerdings auch selbst einen Standpunkt – buchstäblich und im übertragenen Sinn.

Wir befinden uns in vielen Diskussionen über die Staatsfinanzen, die Neutralität, also die Sicherheit, die Rolle in der Europäischen Union und das wird heute alles ausführlich in verschiedenen Festakten besprochen werden.

Hier befinden wir uns in der Feier des Glaubens, heuer noch dazu im Sonntagsgottesdienst. Zur österreichischen Identität gehört auch der Glaube, zum Großteil die Glaubensgemeinschaft der Katholischen Kirche, aber auch die Evangelischen Kirchen, der Islam und der Buddhismus gehören zu dieser Identität, und zwar schon Jahrhunderte. – Zu dieser Identität gehört aber auch der Zweifel und die religiöse Gleichgültigkeit.

Karl Popper würde das eine offene Gesellschaft nennen, die sich in einem Dialog befindet.

Wir haben heute im Evangelium ein Gleichnis Jesu gehört, in dem er 2 Menschentypen einander gegenüberstellt. Auf der einen Seite der selbstbewusste Pharisäer, der vor Gott seine Leistungen aufzählt, auf der anderen Seite der demütige Zöllner, der sich seiner Unzulänglichkeit bewusst ist. Als Zöllner war er in den Augen der Pharisäer ein Kollaborateur mit der römischen Besatzungsmacht.

Jesus sagt von ihm, dass er gerechtfertigt nach Hause ging. Er war beeindruckt davon, dass ein Mensch vor Gott auch seine Grenzen erkennt und sich ihm anvertraut.

Der selbstbewusste Pharisäer und der demütige Zöllner gehören auch zur österreichischen Identität. Der selbstbewusste Pharisäer wäre die Haltung, die nur die eigenen Leistungen hervorhebt, der demütige Zöllner wird sichtbar in der Haltung, die sich selbst in Frage stellen kann und bereit ist, andere Überlegungen ernstzunehmen.

Der Begriff „Rechtfertigung“ hat in der Auseinandersetzung mit Martin Luther und den reformatorischen Kirchen eine Schlüsselbedeutung bekommen und ist zu einem Beispiel geworden, wie Dialog Menschen zusammenführen kann. Es gibt mittlerweile eine gemeinsame Erklärung der Rechtfertigungslehre. Das heißt: Menschen hören einander zu und sind auch bereit, den Standpunkt eines anderen Menschen ernstzunehmen.

Dieses Dokument ist nicht nur für Österreich von Bedeutung, aber auch. Genauso gibt es viele Gesprächsbereiche mit dem Islam, in den Gedanken für den Tag kommen auch muslimische Gedanken zu Wort, ebenso das Gedankengut des Buddhismus.

Wir befinden uns im religiösen Bereich in einer Bereitschaft des Dialogs. Am schwierigsten wird sicher der Dialog mit der Gleichgültigkeit sein. Sie stellt eine Gefahr dar, weil sie keine Werte mehr kennt.

Wir hoffen, dass die österreichische Identität nicht die Nicht-Identität, also die Gleichgültigkeit ist, sondern die Dialogbereitschaft von Menschen, die wissen, wofür sie einstehen.

Amen.

Predigt am 28. Sonntag im Jahreskreis, 12. Oktober 2025
Pfarrer Hubert Puchberger, Thema: Dankbarkeit.

Die Dankbarkeit ist das Tor zum positiven Denken, weil sie das Gute und Wertvolle in den Vordergrund rückt.
Dankbarkeit weist auch in die Zukunft

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

Was haben „die Neun“ falsch gemacht? Sie waren nicht dankbar, und sie haben Gott nicht geehrt.

Wir könnten sagen: Ist Gott so kleinlich, dass er auf der Dankbarkeit beharrt? Das sicher nicht. Aber für die Menschen ist die Dankbarkeit eine ganz wichtige Haltung. Sie wird bei uns auch als Haltung vermittelt, und schon die Kinder im Kindergarten singen das Lied: „Hast du heute schon danke gesagt für so viel schöne Sachen. Hast du heute schon danke gesagt, Gott will dir Freude machen?“

Das Danke vermittelt uns einen vertrauensvollen Blick auf unsere Wirklichkeit, denn im Danken wende ich mich zurück in die Vergangenheit und denke an das Schöne und Gute. Ich begegne also dem Leben mit einem vertrauensvollen Blick. Dankbarkeit ermöglicht also auch eine gute Zukunft.

In der spirituellen Anleitung für einen guten Abschluss eines Tages steht die Gewissenserforschung am Abend. Sie ist oft nur negativ geprägt: Was habe ich heute alles falsch gemacht? Mindestens so wichtig ist die Frage: Was habe ich heute für eine Freude erlebt, wofür kann ich heute dankbar sein?

Mit diesem dankbaren Blick in die Vergangenheit verbindet sich aber auch ein vertrauensvoller Blick in die Zukunft.

Im Buch Judit wird auch noch eine andere Seite der Dankbarkeit sichtbar. Die große Befreierin des Volkes Israel dankt auch für die Prüfungen, die Gott auferlegt, weil sie die Menschen zur Weisheit führen. Eine Gewissenserforschung in Dankbarkeit kann auch in nicht gelungenen Unternehmungen etwas Positives finden, weil es von der Naivität zur Weisheit führt.

Die großen Probleme der Welt könnten auch unter diesem Blickwinkel gesehen werden: Worauf sollten wir dadurch aufmerksam werden? Dankbarkeit schaut auch auf das Gelungene.

Gestern beging die Kirche den Gedenktag des hl. Papstes Johannes XXIII. Sein Gedenktag ist bewusst auf den 11. Oktober angesetzt, weil das der Tag der Eröffnung des II. Vatikanischen Konzils ist, also der großen Initiative von Papst Johannes XXIII.

Die Heiligengedenktage der Kirche, also die Namenstage, sind dankbare Erinnerung an Menschen, denen wir etwas verdanken. Wir kennen aber auch viele Menschen, denen wir in unserem persönlichen Leben viel verdanken.

Das führt zur Dankbarkeit für geistige Güter. Wir dürfen uns in Dankbarkeit an das II. Vatikanische Konzil erinnern und an die Worte, die am Beginn des Dokuments „Kirche in der Welt von heute“ stehen: Freude und Hoffnung, Trauer und Angst sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi, und es gibt nichts Menschliches, das nicht in ihren Herzen Widerhall fände.“

Hier wird eine Solidarität angesagt, in der menschliche Werte wie Würde des Menschen, Würde der Ehe, Würde der Vernunft, Würde der Wahrheit angesprochen werden. Selbst so selbstverständlich scheinende Bereiche wie Vernunft und Wahrheit sind nicht mehr selbstverständlich.

In Dankbarkeit dürfen wir an alles denken, was Menschen vor uns geleistet haben und von dem wir gut leben.

In der Dankbarkeit ist auch das Gedächtnis an die Güter der Menschheit bewahrt. Wo Menschen diese Güter dankbar schätzen, wird Gott geehrt.

Wir begehen hier auch eine Feier des Dankes. Eucharistie ist das griechische Wort für Dankesfeier. „Lasset uns danken, dem Herrn, unserm Gott. Das ist würdig und recht“, sprechen und singen wir als Einleitung zum Hochgebet, in dem die Gegenwart Jesu angesagt wird.

Der Syrer Náaman, also ein Heide, hat das begriffen, dass in der Dankbarkeit Gott geehrt wird, weil er der Gott des Lebens ist.

Amen.

Predigt am 27. Sonntag im Jahreskreis, 5. Oktober 2025, Tag der Alten
Pfarrer Hubert Puchberger,Thema: Bewahre das dir anvertraute Gut.

Werte Anwesende!

Der Gemeindealtentag ist ein schönes Zeichen der Wertschätzung unseres Lebens. Nicht alle Menschen haben das Glück, ein hohes Alter zu erreichen, manche wünschen es sich vielleicht nicht einmal.

Diese Angst alt zu werden, hängt sicher auch damit zusammen, dass Menschen fürchten, als alte Menschen nicht mehr die entsprechende Anerkennung zu bekommen.

Ein Gemeindealtentag spricht von der Würde des Menschen, die in der Erfahrung und im Verhalten von Mitmenschen abnehmen kann, aber unantastbar ist, wie es im deutschen Grundgesetz heißt.

Papst Franziskus hat 2021 einen Welttag der Großeltern eingeführt.

Papst Franziskus hat diesem Thema eine ganze Reihe von Katechesen gewidmet, die er bei den wöchentlichen Generalaudienzen hielt.

Er zitiert einen argentinischen Dichter namens Francisco Luis Bernárdez: „Das, was ein Baum an Blüten trägt, kommt von seinen Wurzeln“. Die Älteren sind also wie die Wurzeln eines Baumes, in ihnen steckt die ganze Geschichte.

Der Papst zitiert auch den Propheten Joel, also jenen Propheten, dessen Text auch bei der Firmung gelesen wird: Eure Söhne und Töchter werden Propheten sein, / eure Alten werden Träume haben / und eure jungen Männer haben Visionen, und fügt hinzu: Die Jungen müssen mit den Alten reden und die Alten mit den Jungen. Diese Brücke wird der Vermittlung von Weisheit in der Menschheit dienen.

In der Lesung haben wir vom alten Paulus gehört: Als Vorbild gesunder Worte halte fest, was du von mir gehört hast in Glaube und Liebe in Christus Jesus!
Bewahre das dir anvertraute kostbare Gut durch die Kraft des Heiligen Geistes, der in uns wohnt!

Bei den Hochzeiten habe ich oft das Lied von Rainhard Fendrich: Weu'sd a Herz hast wia a Bergwerk. Dieses Liebeslied möchte ich heute auch auf uns alte Menschen anwenden. Ein Bergwerk an Erfahrungen gibt es hier, in dem Dinge zu entdecken sind, die schon der Vergessenheit angefallen sind, aber ihre Gültigkeit nicht verloren haben.

Am Tag der Alten soll davon die Rede sein, aber im Alltag darf in diesem Bergwerk geschürft werden.

Wir haben gute Initiativen in unserer Gemeinde: Großelterntage, Großelternausflüge

Papst Franziskus: "Wir brauchen ein neues Bündnis zwischen den Jungen und den Älteren, damit der Lebenssaft derer, die eine lange Lebenserfahrung haben, die Triebe der Hoffnung der Heranwachsenden nährt", schrieb er auf dem Portal X. "So lernen wir die Schönheit des Lebens kennen und schaffen eine geschwisterliche Gesellschaft." (KNA)“

Amen.

Predigt bei der Halbtageswallfahrt der Katholischen Frauenbewegung nach Stift Ardagger und Kollmitzberg am 1. Oktober 2025
Pfarrer Hubert Puchberger, Thema: Der von Theresia gelehrte kleine Weg.

Liebe Wallfahrtsteilnehmerinnen!

„Der von Theresia gelehrte kleine Weg ist der Weg, der zunächst die geistliche Armut des Menschen erkennt, der vor Gott mit leeren Händen steht und sich von ihm alles schenken lassen muss.“

Terese von Lisieux wurde zur modernen Heiligen, weil sie die kleinsten Dinge als Pflasterstein auf dem Weg der Vollkommenheit sah. Vollkommenheit war schon für ihr Vorbild, die „Große“ heilige Theresia ein Ziel ihres Lebens.

Vollkommenheit ist aber nicht das Lebensziel eines Heroen, der alle seine leiblichen und geistigen Kräfte dafür einsetzt, sondern eine Haltung, die sich vollkommen machen lässt. Der Mensch steht mit leeren Händen und nackt vor Gott, um sich von ihm die Hände füllen und das Leben formen zu lassen.

Das ist nicht mit Untätigkeit zu verwechseln, sondern ist die Haltung der Aufmerksamkeit auf die formende Hand Gottes.

Therese von Lisieux hat diesen Weg beschrieben, er bestand in Aufmerksamkeiten, die der Tag mit sich bringt, und die leicht übersehen werden könne. „Liebende Aufmerksamkeit“ wurde dafür zu einem Leitwort.

Therese, war ein Mensch, der Bedürfnisse hatte wie jeder Mensch, aber die Fähigkeit besaß, sie richtig zu befriedigen.

Sie hatte auch Abneigung gegen Mitmenschen, auch gegen Mitschwersten im Orden, mit denen sie täglich leben musste, und sie beschloss, einer solchen Schwester mit besonderer Liebenswürdigkeit zu begegnen. Das ist nicht leicht, denn es könnte ja auch Heuchelei einem anderen Menschen gegenüber sein. Das Liebenswürdige an einem Menschen zu entdecken, der einem nicht so sympathisch ist, bedeutet eine große geistige Kraft und Einfühlungsvermögen.

„Das Gebet als archimedischer Punkt: Ein Gelehrter hat gesagt: Gebt mir einen Hebel, einen Stützpunkt, und ich werde die Welt aus den Angeln heben. Was Archimedes nicht erreichen konnte, weil seine Forderung sich nicht an Gott richtete und nur das Stoffliche betraf, das erlangten die Heiligen in seiner ganzen Fülle. Der Allmächtige gab ihnen als Stützpunkt: GOTT SELBST und GOTT ALLEIN, [und] als Hebel: das Gebet, das mit einem Liebesfeuer entflammt, und auf diese Art haben sie die Welt aus den Angeln gehoben; und auf diese Art heben die heute streitenden Heiligen sie aus den Angeln, und bis zum Ende der Welt werden es die künftigen Heiligen ebenfalls tun.“

Das Gebet scheint zunächst ein bequemes Alibi zu sein, um sich nicht unbequem einmischen zu müssen. Für Theresia ist es ein archimedischer Punkt, von dem aus die Welt aus den Angeln gehoben werden kann.

Der Punkt, auf den sich der Hebel der Theresia stützt, ist Gott selbst, von dort aus heben die betenden Menschen die Welt aus.

Reinhold Schneider dichtete: Allein den Betern kann es noch gelingen, das Schwert ob unsern Häuptern aufzuhalten.

Reinhold Schneider schrieb diese Verse angesichts des Nationalsozialismus. In einer solchen Situation befinden wir uns wieder.

Aus diesem Grund finde ich das Gebet am Donnerstag vor der Seniorenmesse so wertvoll.

Er entspricht dem kleinen Weg der hl. Therese von Lisieux.

Amen.

Predigt am 26. Sonntag im Jahreskreis, 28. September 2025
Pfarrer Hubert Puchberger, Thema: Ja, arm bist du wirklich: arm an Liebe, arm an Gottesglauben, arm an ewiger Hoffnung. (Basilius von Cäsarea, 4. Jh.)

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

Der Gegensatz von „Arm und Reich“ durchzieht die ganze Menschheitsgeschichte, er beherrscht auch unsere Zeit und unser Land, er ist auch in unserem eigenen Leben ein Thema.

Nicht so sehr als neidvolles Hinschauen auf den Reichtum anderer Menschen beherrscht unser Denken, sondern eher mit der Frage: Wie komme ich mit dem zurecht, was ich habe. Wie kann ich ein menschenwürdiges Leben führen, das reich an Eindrücken und Möglichkeiten ist, mich zu entfalten.

Im Schott-Messbuch werden heute Gedanken des heiligen Basilius von Cäsarea für den Tag und für die Woche vorgeschlagen, die folgenden Inhalt haben: Ja, arm bist du wirklich: arm an Liebe, arm an Gottesglauben, arm an ewiger Hoffnung.

Wir engen unsere Vorstellung von Arm und Reich ein auf den Besitz, Basilius weist uns darauf hin, dass es noch andere Lebensbereiche gibt. Sie hängen zwar zusammen. Ich kann nicht reich sein an Liebe, Gottesglauben und Hoffnung, wenn mir das Nötigste zum Leben fehlt, aber wo nur der materielle Besitz im Vordergrund steht, verarmt das Leben.

Der Text des Propheten Amos aus dem 8. Jahrhundert vor Christus könnte auch heute geschrieben sein, er ist aber 2700 Jahre alt. Die Einengung des Lebens auf materiellen Besitz ist also mindestens so alt, aber sicher so alt, wie es Menschen gibt, die schon eine Vorstellung von Besitz haben können.

Ich mache die Beobachtung, dass auch in unserer Zeit vieles, wenn nicht alles, über den materiellen Besitz definiert und gerechtfertigt wird. Kulturelle Einrichtungen, die Geld kosten, werden über die Umwegrentabilität gerechtfertigt, also darüber, dass sie materiellen Gewinn bringen. Selten wird ihr Wert in der Freude, die sie verbreiten oder in der Hoffnung, die sie stiften, oder in der Liebe, die in ihnen spürbar wird, gesehen.

Das Evangelium könnte mit der Erzählung Jesu vom Reichen Prasser und vom Armen Lazarus dazu verleiten, den Ausgleich nur im Jenseits zu sehen, also Vertröstung auf später. Das wurde auch zum Vorwurf gegen die Religion im Kommunismus. Die Bemerkung Jesu: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht, spricht aber von der Einengung der Lebensauffassung, die nicht mehr sehen und hören kann.

Sie ist vielleicht auch ein Hinweis auf die Einstellung von Menschen, die die Auferstehung Jesu leugnen, weil sie nicht fähig oder willens sind, das Leben in einem größeren Zusammenhang zu sehen.

Der Reichtum des Lebens besteht also in vielen Bereichen, für die wir die Augen und die Ohren öffnen müssen. Das ist auch eine Folge von Glauben, also Öffnen der Sinne und des Denkens.

Amen.

Predigt am Erntedankfest, 21. September 2025
Mag. Franz Pamminger

Liebe Pfarrgemeinde,

In der Lesung haben wir den Satz: „ein Land mit Weizen und Gerste, mit Weinstock, Feigenbaum und Granatbaum, ein Land mit Ölbaum und Honig“ gehört – wofür stehen diese Gaben, von denen da die Rede ist? Schauen wir uns das einmal gemeinsam an:

  • Der Weizen: steht für das Leben von der Geburt bis zum Tod und ist ein Bild für Tod und Auferstehung Christi;
  • Die Gerste steht für das „Brot der armen Leute“; mit 5 Gerstenbroten und 2 Fischen speist Jesus am See Genezareth die große Menschenmenge ab.
  • Die Weinrebe: Der Weinstock ist ein Symbol für das Volk Israel; Jesus ist der wahre Weinstock und alle, die an Jesus glauben sind die Rebzweige.
  • Die Feige – Der Feigenbaum ist ein heiliger Baum, ein Bild der Fruchtbarkeit, als Paradiesbaum ist er der Weltenbaum, der Baum der Erkenntnis. Unter einem Feigenbaum in seinem Weinberg sitzen zu können, ist ein Bild für das Leben im Frieden.
  • Der Granatapfel – wegen seiner vielen Fruchtkerne ist er ein Symbol für Fruchtbarkeit; ein „idealer Granatapfel“ hat nach Ansicht der jüdischen Rabbiner 613 Fruchtkerne – entsprechend der Anzahl der Ge- und Verbote in der Tora; daher ist er auch ein Symbol für jüdische Gesetzestreue.
  • Die Olive – der Olivenbaum trägt auf dürrem Boden Frucht; das aus den Oliven gepresste Olivenöl ist aus der jüdischen Küche nicht wegzudenken und dient auch als Salböl – für die Übertragung von geistiger Kraft und göttlichem Segen. Jesus ist der Christus = der (mit Öl) Gesalbte. Der Olivenzweig steht auch als Symbol für Versöhnung und Frieden.
  • Die Datteln – je salziger der sandige Boden, umso süßer die Frucht der Dattelpalme; die Süße des (Dattel-)Honigs ist sprichwörtlich.

Damit ist für mich auch die Fülle des Lebens beschrieben, das uns verheißen ist.

Es stellt sich dann die Frage, was sind unsere Früchte, meine ganz persönlichen, die ich da noch dazustellen möchte?

Wenn ich Menschen bitte, von den Früchten ihrer Arbeit zu erzählen, dann stöhnen sie manchmal auf. Ach, sagen sie, da ist nichts und ich höre dann: Ich sitze doch nur am Telefon, ich verwalte doch nur, oder: Ich putze doch bloß, koche und kümmere mich um die Kinder, sagt eine Hausfrau. Aber nach etwas Nachdenken finden sie dann doch ein Symbol für die wirklichen Früchte ihrer Arbeit.

Ich lade euch jetzt ein - zumindest in Gedanken – für euch zu überlegen, was ihr als die Früchte eurer Arbeit anseht und sich dafür ein Symbol oder einen bestimmten Gegenstand euch immer wieder vorzustellen.

Als letztes will ich euch mitteilen, wie ich mir ein Erntedankfest der Zukunft – in vielleicht 50 Jahren – erträume:

Dieses Erntedankfest der Zukunft unterscheidet sich im Grundgedanken gar nicht so sehr von dem, was und wie wir es heute feiern: – es ist ein Fest des Dankes, ein Fest der Sinne, eine Feier des Lebens. Es ist mehr als der Dank für die Früchte der Natur. Es ist der immerwährende Dank an den Schöpfer für das Leben in seiner ganzen Fülle: der Dank für die Vielfalt an Pflanzen und Tiere, für die frische Luft und die bunten Farben der Natur und letztendlich für das Geschenk, dass wir all das wahrnehmen und genießen können.

Mein Erntedankfest der Zukunft ist ein Fest für alle Generationen, das den Nerv der Zeit immer wieder neu trifft, sich nicht nur auf Kirchenräume beschränkt, sondern einen Weg in unser Leben findet: Es entlockt den Kindern ein „Oh, schau mal“, trägt dem großen Engagement Jugendlicher für Klimaschutz Rechnung, sagt religionsübergreifend beziehungsweise religionsunabhängig „Danke“ und bringt uns vor allem dazu, unser Handeln zu hinterfragen und uns unserer gemeinsamen Verantwortung für die Schöpfung bewusst zu werden. Erntedank in der Zukunft soll ein religiöses Fest sein, dass sowohl politisch als auch gesellschaftlich bedeutsam ist.

Das wünsche ich mir heute und erst recht für unsere Zukunft.

Amen!

Predigt bei der Pfarrwallfahrt nach Kremsmünster, 14. September 2025,
Fest der Kreuzerhöhung, 24. Sonntag im Jahreskreis
Pfarrer Hubert Puchberger, Thema: Hoffnung als Weg

Liebe Schwestern und Brüder!

Als Pilger der Hoffnung sind wir hier in Kremsmünster, einem Stift, das selbst als Pilger der Hoffnung seit 777 unterwegs ist und hoffentlich diesen Weg noch lange fortsetzen kann.

Wie viele Menschen haben hier die Hoffnung gelebt und anderen Menschen Hoffnung gegeben.

Die Kirche, die sich selbst auf dem Weg der Hoffnung befindet, nämlich auf dem Weg Jesu, der selbst Weg, Wahrheit und Leben ist, ist selbst eine große Bewegung, in der dieses Stift und in der wir alle mitgehen.

Durch das II. Vatikanische Konzil und Joseph Ratzinger als Theologen ist der Gedanke, dass die Kirche das wandernde Volk Gottes ist, wieder ins Bewusstsein der Kirche gerückt. Die Kirche ist also eine Fortsetzung des wandernden Volkes Gottes, von dem wir im Alten Testament hören. Das Volk Gottes zog 40 Jahre lang durch die Wüste, ehe es in das Gelobte Land ziehen konnte.

Wir durchschreiten Tore, neue Zeiten tun sich auf und neue Räume werden sichtbar. Wir gehen durch Heilige Pforten in neue Räume von Erfahrung. Sie sollen auch Räume der Erfahrung von Frieden und Versöhnung sein.

Wir tun das buchstäblich, aber viel wichtiger ist die Erfahrung von Frieden und Vergebung, das sind Stationen auf dem Weg der Hoffnung.

Was ich hier von der Kirche und dem Stift Kremsmünster gesagt habe, gilt auch für uns, jeden einzelnen von uns. Wir sind Pilger der Hoffnung, nicht weil der Papst ein Jubiläumsjahr mit dem Thema Pilgerweg der Hoffnung ausgerufen hat. Wir sind Pilger der Hoffnung mit unserem Leben. Das Jubiläumsjahr macht uns darauf aufmerksam, dass wir diesen Weg bewusst gehen und ihn damit auch deutlicher als Weg der Hoffnung sehen.

Wir begehen heute das Fest der Kreuzerhöhung. Es erinnert an die Kaiserin Helena, die das Kreuz nach Jahrhunderten der Verfolgung entdeckt und gezeigt, also erhöht hat.

Aber was heißt das? Ein Zeichen größter Erniedrigung und Hoffnungslosigkeit wird zum Zeichen der Hoffnung.

Ein Schlüssel dazu ist die Erzählung des Alten Testamentes von der Ehernen Schlange. Der Blick auf das Unheil, auf die Wirklichkeit, wirkt heilend, weil sie von Gott mit Zukunft erschaffen ist.

Der Blick der Täuschung, also vorgetäuschter Hoffnungen, wäre eine Blickrichtung, die letztlich ins Leere führt.

Der hl. Paulus wird nicht müde, den Blick auf die Wirklichkeit zu wagen, und wird so zum Verkünder der Hoffnung. Er erlebt viele Enttäuschungen und benennt sie auch. Enttäuschung ist der Wegfall von Täuschung.

Ein Blick auf den Krieg, der sich Gewinn erwartet oder auch Lösung der Probleme, verschließt die Augen vor der Tragik des Krieges. Ein Blick auf die Wirklichkeit hebt die Täuschung auf und wird heilend.

Für uns heißt das, der gläubige Blick ist der Blick auf die Wirklichkeit, wie sie ist und sieht dort eine gute Zukunft.

Ein schwerkranker Mensch muss vielleicht dem Tod ins Auge sehen, aber sieht dort vielleicht auch die Unzerstörbarkeit des Lebens.

Paul Pizzera spricht davon, dass die Glut der Hoffnung nicht erlischt: In der Asche meiner Träume Brennt no immer a Gluat.

Amen.

Predigt am 23. Sonntag im Jahreskreis, 7. September 2025
Pfarrer Hubert Puchberger, Thema: Loslassen können.

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

„Wer nicht sein Kreuz nimmt und hinter mir hergeht, kann nicht mein Jünger sein“, dieser Satz prägt unser christliches Leben und ist doch schwer zu verkraften, vor allem, wenn es heißt, alles gering zu achten, was uns lieb und wertvoll ist, die Familie, sogar das eigene Leben.

Wir sind oft in Versuchung, die Nachfolge Jesu, in ein anerkanntes psychologisches und ökonomisches System einzuordnen. Das geschieht dort, wo gesagt wird, dass durch Verzicht Freiheit ermöglicht, oder dass geistige Werte über die Umwegrentabilität der Wirtschaft zugutekommen. Das ist richtig, aber damit ist doch der Hintergrund zu diesen Werten vernachlässigt. Nachfolge, Hinter Jesus Hergehen hat nur einen sinnvollen Zusammenhang, wenn damit der Glaube verbunden ist, dass wahres Leben von Gott und von Jesus Christus herkommt.

Wir können das Wort geringachten, durch das Wort „loslassen“ ersetzen. Wer also Jesus nachfolgt, kann auch die Familie loslassen und ihr und sich auch einen Freiheitsraum einräumen. Sinnvoll ist das aber nur, wenn ich das Vertrauen haben darf, dass meine Angehörigen nicht einfach wertlos für mich werden und dass ich ihnen sehr wohl meine Nähe zeigen darf. Aber ich muss nicht der alleinige Garant dafür werden, dass es ihnen gut geht.

Wir le

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