Am 13.04.2026 bekam Gruppe 2 sechs kleine Distelfalterraupen. Die Kinder waren sofort begeistert und übernahmen mit großer Verantwortung die Pflege der Tiere. Gemeinsam richteten wir das Schmetterlingsnetz im Gruppenraum ein und sammelten bei Spaziergängen frische Brennnesseln. Dabei lernten die Kinder, wie wichtig passende Nahrung und ein guter Lebensraum für Tiere sind.
Während der 7–10 Tage als Raupe beobachteten die Kinder aufmerksam, wie sich die Tiere mehrmals häuteten. Viele Kinder stellten Fragen, verglichen Größen und zeichneten die Veränderungen nach. So entstanden erste Gespräche über Wachstum, Entwicklung und Naturkreisläufe.
Als sich die Raupen schließlich verpuppten, war die Aufregung groß. Die Kinder staunten über die „J“-Form und darüber, wie still die Tiere plötzlich wurden. Wir sprachen darüber, warum die Puppen Ruhe brauchen und wie Tiere sich schützen – besonders, als die Puppen beim Futterwechsel anfingen zu wackeln. Die Kinder erkannten dies als Abwehrmechanismus und zeigten viel Einfühlungsvermögen.
Das Puppenstadium dauerte 7–14 Tage. Jeden Tag kontrollierten die Kinder vorsichtig, ob sich etwas verändert hatte. Kurz vor dem Schlüpfen entdeckten sie die dunkle Färbung der Puppe und die ersten Farben des Schmetterlings – ein echtes Highlight.
Beim Schlüpfen beobachteten die Kinder fasziniert, wie die Falter ihre Flügel entfalteten. Die rote Flüssigkeit, das Mekonium, sorgte zunächst für Verwunderung. In Gesprächen klärten wir, dass es sich nicht um Blut handelt, sondern um Stoffwechselreste. Die Kinder lernten, dass nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint.
Nun konnten wir die Schmetterlinge beim Fressen beobachten. Die Kinder fanden es besonders spannend, dass Schmetterlinge mit ihren Vorderbeinen „schmecken“. Sie probierten gemeinsam aus, welche Nahrung die Falter bevorzugen: Zuckerwasser, Orangen oder überreife Bananen. Dabei entstanden viele Gespräche über Sinne, Ernährung und Verhalten von Tieren.
Nach 3–6 Tagen war es Zeit, die Schmetterlinge freizulassen. Die Kinder suchten gemeinsam einen sonnigen Platz aus und verabschiedeten sich liebevoll. Dieser Moment stärkte ihr Verantwortungsgefühl und zeigte ihnen, wie wichtig es ist, Tiere in die Freiheit zu entlassen.