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Heilige Gräber

Heilige Gräber

Welche Symbolik verbirgt sich

hinter dem Heiligen Grab?

In etlichen Kirchen sind Heilige Gräber zu finden. Ursprünglich handelte es sich dabei um eine Nachbildung der Grabarchitektur des Grabeskirche in Jerusalem.

Heilige Gräber – ein Stück Jerusalem für „zuhause"

 

Dem Grab Jesu in Jerusalem als Ort des österlichen Geheimnisses galt stets besondere Aufmerksamkeit. Im Tempelchen über der Grabstätte Jesu, das inmitten der Grabeskirche von Jerusalem liegt, konnte man durch Öffnungen in die kleine Grabkammer blicken. Um auch jenen Menschen, die nicht ins Heilige Land pilgern konnten, einen möglichst echten Eindruck zu vermitteln, wurde diese kleine Kapelle seit dem frühen Mittelalter vielfach kopiert. Derartige Nachbauten sind in ganz Europa zu finden. In Linz ist hoch über der Donau neben der Kirche von St. Margarethen ein solches Abbild der Heilig-Grab-Ädikula mit der Grabgrotte im Inneren aus dem Jahr 1659 zu sehen.

 

Nicht überall war Platz für eine große Anlage eines Kalvarienbergs. Daher löste man in späteren Zeiten die Grabgrotte aus ihrem architektonischen Umfeld und gestaltete sie so, dass sie für einige Tage im Kirchenraum aufgestellt werden konnte: im Sockel eines Altars oder mit zerlegbaren Kulissen, welche die Grabeshöhle imitierten. Darin war während der Kartage eine Figur des toten Christus zu sehen. Mitunter wurde mit Grabwächtern, den Frauen am Grabe oder trauernden Engeln eine umfangreichere Szenerie arrangiert. Auch die Eucharistie wurde hier zur Anbetung ausgesetzt. Besonders in der Barockzeit mit ihrer Vorliebe für bühnenhafte Aufbauten waren derartige Anlagen beliebt.

 

Neuanfertigungen, dem Verbot zum Trotz

 

Kaiser Joseph II. hätte im Zuge seiner kirchlichen Reformen (1780–1790) die Heiligen Gräber gerne als Ausdruck der Volksfrömmigkeit aus den Kirchen verbannt. Vielerorts setzte man sich jedoch darüber hinweg.

 

Im Lauf des 19. Jahrhunderts ließ man sogar neue Stücke anfertigen. Diese Heiligen Gräber waren oft stimmungsvolle Inszenierungen mit bunten, beleuchteten Gläsern, wie beispielsweise das Heilige Grab von 1889 in der Basilika Mondsee (in den Kartagen zu besichtigen). Diese Anlagen waren nicht mehr individuell erstellte Kunstwerke, sondern Katalogware, die in unterschiedlichen Größen bestellt werden konnte.

 

Im 20. Jahrhundert brachte das Zweite Vatikanische Konzil (1962–1965) wiederum einen Einbruch der Tradition. Heilige Gräber wurden nicht mehr in der Kirche aufgestellt, weil sich der Fokus in der Liturgie veränderte und die Aufbauten oft als zu volkstümlich betrachtet wurden.

 

Im Kunstinventar der Diözese Linz sind rund 250 Figuren des Christus im Grab verzeichnet. Viele davon sind auch heute noch während der Kartage in den Kirchen oder Kalvarienbergkapellen zu sehen, unter anderem in Bad Ischl, Bad Leonfelden, Freistadt, Kremsmünster, Neustift im Mühlkreis, Sarleinsbach u.v.m. 

Eine außergewöhnliche Bühne für das Heilige Grab

 

Einzigartig in Österreich ist das Heilige Grab des Hofmalers Johann Baptist Wenzel Bergl (1719–1789) in der ehem. Stiftskirche Garsten, ein beeindruckendes Beispiel barocker Illusionsmalerei, das 1777/78 geschaffen wurde. Kulissen in vier hintereinander liegenden Ebenen setzen in gemalter Scheinarchitektur die tatsächliche Architektur der Losensteinerkapelle fort.  Glücklicherweise blieben die empfindlichen Kulissen in einem Depot erhalten. Sie wurden durch die Inventarisierung des Fachbereichs Kunst wieder in den Blick genommen und in den Werkstätten des Bundesdenkmalamts sorgfältig renoviert. Seit 2015 wird das ca. 8 Meter hohe und 7 Meter breite Berglgrab alle zwei Jahre in der Fastenzeit in der Losensteinerkapelle aufgestellt. 2027 ist es wieder zu besichtigen. 

 

 

 

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Quellenangabe:

Judith Wimmer/Fachbereich Kunst


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