Ein liturgischer Hymnus vergleicht die Menschwerdung Gottes mit einem „Sprung in den Staub“. Darin liegt ein Ansatzpunkt, um eine risikoaffine Pastoral zu entwickeln. Auf dieser Grundlage wird einer oft übersehenen Tradition christlicher Risikofreude nachgegangen, und es werden Konsequenzen für kirchliche Akteurinnen und Akteure im Haupt- und Ehrenamt aufgezeigt.
In der kirchlichen Praxis nach einer dynamischen Risikokultur zu suchen, erscheint zunächst ungewöhnlich und ungewohnt. Gerade deshalb bietet der Begriff der Risikofreude vielfältige Anknüpfungspunkte an die Realitäten spätmoderner Gesellschaften. In diesen sehen sich Menschen mit weitreichenden Freisetzungsprozessen konfrontiert, zugleich aber mit unüberschaubaren Gestaltungsoptionen und vielfältigen Möglichkeiten der Identitätsbildung.
Eine Kirche, die sich im Zweiten Vatikanischen Konzil zu zeitgenössischer Solidarität verpflichtet und eine Abkehr von einem bloßen Kontrastangebot begonnen hat, wird auch im 21. Jahrhundert nach neuen Möglichkeiten für gesellschaftlichen Anschluss zu suchen haben – also selbst das Risiko nicht scheuen dürfen und immer wieder zum „Sprung in den Staub“ ansetzen müssen.
Referent:
Prof. Dr. Wolfgang Beck; Professor für Pastoraltheologie und Homiletik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main
Termin/Ort:
Do, 4. Feb. 2027, 9.00–17.00 Uhr; Priesterseminar Linz
Zielgruppe:
Hauptamtliche Mitarbeiter:innen und Diakone
Für Mitarbeiter:innen in der Pastoral anrechenbar für:
Priester/Hauptamtliche in der Pastoral (Theologische Reflexion)
Kosten:
Übernahme der Kosten laut Weiterbildungsrichtlinie