Schneidereikurse für junge Frauen in Indien
In dieser ärmlichen Region leiden die 50 aus Stammesgemeinschaften stammenden Frauen nicht nur unter der Armut, sondern auch vor allem unter der sozialen Abspaltung. Das Projekt hat zum Zweck, die wirtschaftlichen und sozialen Unterschiede der Region durch die Unterstützung marginalisierter Frauen zu überbrücken. Viele von ihnen sind jung verwitwet, allein verantwortlich für mehrere Kinder und leben in ständiger Unsicherheit. Ohne Berufsausbildung oder gesellschaftliche Anerkennung bleibt ihnen meist nur die Abhängigkeit von Geldverleihern oder Gelegenheitsarbeit zu extrem niedrigen Löhnen.
Trotz der vorhergehenden Ausbildung der 50 Frauen, darunter 30 Witwen, vergleichbar mit unserem Pflichtschulabschluss, fehlten ihnen die nötigen Fähigkeiten für eine selbstständige Erwerbstätigkeit. Ohne eine Anstellung ist es den verwitweten Frauen praktisch unmöglich für ihre Kinder zu sorgen. Oft reicht das Geld kaum für eine tägliche Mahlzeit, und für Schulmaterial oder medizinische Versorgung bleibt nichts übrig.
Im Projekt erlernten die Auszubildenden die nötigen praktischen Fähigkeiten für einen Schneidereiberuf. Frauen mit Lernschwierigkeiten wurden besonders gefördert, um auch ihnen eine vollwertige Ausbildung zu ermöglichen. Nach ihrem Abschluss gründen die Absolventinnen häufig eigene Schneidereien und tragen so auch zur lokalen Wirtschaft nachhaltig bei. Viele arbeiten von zu Hause aus und bieten maßgeschneiderte Kleidung an. Andere finden wiederum eine Anstellung in der Textilindustrie. Insgesamt 25 der 50 Frauen konnten direkt nach ihrem Abschluss in die bezahlte Beschäftigung wechseln. Dieses Einkommen ist für die Familien ein Wendepunkt: regelmäßige Mahlzeiten, Zugang zu Medikamenten und der Schulbesuch für die Kinder. Gleichzeitig sind die Frauen nicht länger auf Geldverleiher angewiesen und können kleine Rücklagen für Notfälle bilden.
Neben der wirtschaftlichen Unabhängigkeit stärkt die Ausbildung ebenso das Selbstwertgefühl der jungen Witwen und ermöglicht ihnen die Erwirtschaftung eines Lebensunterhaltes für ihre Familien. Durch ein gesichertes Einkommen haben die Frauen die Möglichkeit in die Bildung, Ernährung und Gesundheitsvorsorge ihrer Kinder und sich selbst zu investieren. Das gestärkte Selbstvertrauen der Frauen wirkt über die Einzelne hinaus. Ihr Erfolg weckt Interesse und macht anderen Frauen Mut, selbst aktiv zu werden. Das Projekt zeigt, wie wirkungsvoll gezielte Hilfe zur Selbsthilfe zum Weg aus Armut und Abhängigkeit sein kann.
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Missionsstelle der Diözese Linz
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