Vier Jahre Krieg
2001 ging die aus Attnang-Puchheim stammende Sr. Margret Obereder in die Ukraine, um einer jungen Frauengemeinschaft bei der Neugründung einer Ordensgemeinschaft beizustehen. Zwölf Jahre ihres Lebens widmete sie sich dieser Aufgabe, 2013 wurde sie zur Generaloberin der Missionsschwestern vom Heiligsten Erlöser, einer internationalen Ordensgemeinschaft, gewählt und kehrte nach Deutschland zurück. Zehn Jahre lang übte sie dieses verantwortungsvolle Amt aus. Die Gemeinschaft ist in mehreren Ländern Europas, Asiens und Lateinamerikas in vielen pastoralen und sozialen Bereichen für Kirche und Gesellschaft aktiv.

Die Missionsstelle der Heimatdiözese Linz unterstützt die Schwestern seither immer wieder. Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine kommt die Missionsstelle vor allem der Bitte der Schwestern nach, begleitete Wochenenden für Familienangehörige von Soldaten an der Front zu finanzieren.
Diese Frauen und Kinder leben in einem Umfeld ständiger Belastung, von Stress und Unsicherheit. Die Männer sind weit weg von zuhause, oft gibt es lange keinen Kontakt. Soldaten geraten in Gefangenschaft, werden vermisst oder sind gefallen.
Die Teilnehmenden betonen regelmäßig die hohe Bedeutung der psychologischen und spirituellen Begleitung. Besonders wertvoll sind für sie die erlebte Gemeinschaft, das Teilen ähnlicher Erfahrungen sowie neu entstandene soziale Kontakte.
Die von den Missionsschwestern geleiteten Wochenenden schaffen seelische Stabilisierung der Angehörigen. Die gestärkte innere Widerstandskraft trägt dazu bei, dass sie ihren Alltag trotz traumatischer Erfahrungen besser bewältigen können. Darüber hinaus zeigt sich: Menschen, die eigene Trauerprozesse durchlebt haben, entwickeln häufig die Kraft, auch anderen Menschen beizustehen.
Die Missionsschwestern vom Heiligsten Erlöser leisten in der Ukraine entscheidende Beiträge für Glauben, Gemeinschaft und Menschlichkeit. Sie organisieren überdies Hilfstransporte mit Kleidung, Nahrung und medizinischem Material. Sie begleiten spirituell, unterstützen Familien, stärken Jugendliche und bleiben inmitten des Krieges eine Quelle von Hoffnung und Mitgefühl.
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Spendenmöglichkeit
Missionsstelle der Diözese Linz
Kennwort: Missionsschwestern Ukraine
IBAN: AT71 5400 0000 0038 3117