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Ganz viele Leute sind jetzt bitter arm

Sr. Elisabeth Brunmayr berichtet aus Uganda

Ja, vom Virus hört man bei uns nicht allzu viel. Wir wissen nicht recht, wie wir dran sind. Tatsache ist, dass das medizinische Personal bereits geimpft wurde.

Nach und nach kehren auch die Schüler wieder zurück zur Schule. Leider bleiben manche Schulen geschlossen, weil sie finanziell nicht in der Lage sind, den Betrieb wiederaufzunehmen. Das gleicht sich aber insofern aus, weil auch ganz viele Schüler wegen Geldmangel nicht mehr zurück zur Schule können. Dies ist eine bittere Tatsache.

 

Wir haben jetzt zum Teil Schülern der Abschlussklassen der Volksschule, Hauptschule und Maturaklassen geholfen, ihre Schulden zu bezahlen, damit sie wenigstens die Abschlussprüfungen machen können und nicht ein ganzes Jahr verlieren, und dadurch auch das Geld, das viele Eltern mühsamst zusammengerauft haben. Mit Unterstützungen für Schulgeld für neue Schüler müssen wir uns jedoch hüten, denn fast jeder würde das nun brauchen.

 

Ganz viele Leute sind jetzt bitter arm. Und es ist äußerst schwierig, nur irgendeine Arbeit zu finden. Viele haben begonnen, in der Nähe ihres Hauses oder ihrer Wohnung Kohle, Tomaten, Matoke (Kochbananen) oder Fisch zu verkaufen. Aber wenn viele Anbieter sind, müssten auch viele Kunden sein, was leider nicht der Fall ist.

 

Stehlen ist an der Tagesordnung, schlimm sind besonders die organisierten Banden. Vor allem arme Leute gehen gar nicht mehr zur Polizei, weil es sowieso nichts nützt. Wir versuchen, in einzelnen Fällen zu helfen, wenn es uns möglich ist. Aber man muss es ertragen können, nur dem einen oder anderen helfen zu können.

 

Schlimm ist es auch im Gesundheitsbereich. Das spüren wir vor allem in unserer Klinik. Viele Leute können tatsächlich die volle Rechnung nicht bezahlen. Unsere Leute bringen es bis jetzt noch nicht übers Herz, einem Kranken nicht die entsprechende Hilfe zu geben. Aber die Medikamente sind teuer, Miete muss bezahlt werden, das ärztliche Personal möchte auch wenigstens inetwa sein Gehalt bekommen usw.

 

Hier in Uganda halten sich die Corona-Toten in Grenzen. Aber kaum jemand spricht von den vielen Menschen, die an den sekundären Folgen von Corona gestorben sind. Die vielen Aidskranken, die anfangs lange Zeit keine Medizin bekamen und kaum etwas zum Essen hatten. Malariakranke, vor allem auch Kinder, die wegen ca. 10 Euro, die eine Malariabehandlung kosten würde, sterben mussten, weil sie von den Kliniken abgewiesen wurden. Solche Leute kommen dann, wenn sie anderswo abgewiesen werden, zu uns. Wir können sie dann nicht einfach wegschicken. Man könnte so Vieles aufzählen.

 

Gerade jetzt war eine Mutter von vier Kindern bei uns. Ihr Mann wurde im Mai von Soldaten erschossen, weil er spät abends noch unterwegs war. Sie verdient sich den Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder durch Gelegenheitsarbeiten. Sie bat verzweifelt, wenigstens das älteste der Kinder mit Schulgeld (Primary 3) zu unterstützen. Und ich musste wieder ja sagen...

 

So sind wir so dankbar für jede Unterstützung!

 

Herzlich grüßt

Ihre Sr. Elisabeth Brunmayr

 

 

Sr. Elisabeth im Gespräch mit einer hilfesuchenden Mutter
Die Marienschwestern - für viele die letzte Hoffnung. Menschen warten oft stundenlang.
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Die Marienschwester Elisabeth Brunmayr leitet das Bildungshaus der Diözese Kiyinda-Mityana, das sie in den vergangenen Jahren mit finanzieller Hilfe aus Österreich heutigen Anforderungen entsprechend ausbauen konnte.

 

Seit Ausbruch der Pandemie ist sie neben dieser Tätigkeit auch unermüdlich für die Ärmsten im Einsatz, deren vielfältige und oftmals ausweglos scheinende Nöte sie nicht unberührt lassen.

 

 

 

Geholfen werden kann via

Missionsstelle der Diözese Linz

Kennwort: Coronahilfe Uganda

IBAN: AT71 5400 0000 0038 3117

 

 

oder via

https://mission.marienschwestern.at

 

(ar) 

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