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One-Way-Ticket nach Hause

Letzter Weihnachtsrundbrief von P. Winfried Egler aus Südafrika

Für das kommende Jahr gibt es für mich eine große Änderung. 

 

Früher sagte man: „Geld regiert die Welt“.  Jetzt muss man sagen: „Corona regiert die Welt.“  Auf Schritt und Tritt und überall begegnet man diesem unsichtbaren Ding.  Manche sagen, das ist nur eine Erfindung, das gibt es gar nicht.  Andere sind so von Furcht ergriffen, dass sie sich in ihre 4 Wände verkriechen. Die richtige Einschätzung liegt wahrscheinlich auf dem “goldenen Mittelweg”.  Nicht übertreiben und auch nicht verharmlosen. Viele Menschen sind krank geworden und auch gestorben.  Aber deswegen kann man nicht aufhören zu leben.  Man spricht immer mehr von einem “Licht” am Ende des Tunnels.   Das gibt Hoffnung, aber auch wieder viele neue Probleme.  Wer bekommt dieses Wundermittel zuerst und wer zahlt dafür?  Sicher ist, dass es auch da wieder viel Korruption gibt wie schon bei den persönlichen Schutzausrüstungen (PPE).  So war es wenigstens bei uns in SA.  Langsam wandern die “Burschen” ins Gefängnis. 

 

Wir hören täglich wie es in allen Ländern in Europa aussieht bezüglich Corona.  Wer hat wieder einen Rekord aufgestellt?  Über die 52 Afrikanischen Länder hört man nicht viel.  Obwohl hier mehr Menschen leben als in Europa, etwa 1.3 Milliarden Menschen. Es scheint, dass in den Afrikanischen Ländern die Pandemie nicht so verbreitet ist und nicht so viele Tote fordert.  Die Wissenschaftler geben einige Gründe:  das Wetter; man hält sich mehr im Freien auf, in der frischen Luft.  Oder die junge Bevölkerung.  In SA und sicher auch in anderen Ländern sind gut über 50 % der Menschen unter 18 Jahren.  Trotz vieler Nachteile wie die hohe Zahl an Aidskranken, die schlechte Ernährung wegen großer Armut und die ungesunden Wohnverhältnisse in den großen Townships ist die Zahl der Infektionen und die Zahl der Toten im Vergleich zu Europa und Amerika doch sehr gering. 

 

Wie sieht die Situation ganz konkret hier aus? Wir sind mitten in der zweiten Welle.  Vor allem in unserer Provinz.  Grund dafür ist der “hot spot” in Port Elizabeth, 500 km von uns entfernt.  Auch in Mthatha steigt die Kurve.  Man “gewöhnt” sich an die Pandemie, die Vorschriften und Warnungen und meint, es ist ja gar nicht so schlimm. Jetzt kommt noch dazu:  die Epidemiologen haben jetzt in SA ein Varant vom Corona Virus entdeckt und zwar in Port Elizabeth und der Gardenroute nach Kapstadt hin.  Dieses Varant breitet sich schneller aus und bringt mit sich stärkere Krankheitssymptome.  Alle Strände von East London bis Kapstadt sind gesperrt.  Und das in der Hochsaison des Tourismus.  Andere Verschärfungen sind eingeführt worden wie Ausgangssperre von 10 abends bis 4 Uhr früh.  Aber die Begräbnisse haben großen Zulauf.  Gestern war ich in zwei Pfarren in der Umgebung von Mthatha.  Überall waren die Kirchentüren geschlossen.  Grund:  die Leute sind zu Begräbnissen gegangen. 

 

Was gibt es Neues in der SAnischen Politik?  Da geht die „Kurve“ auch steil hinauf.  Es gibt eine vom Staat eingesetzte Untersuchung, die schon über zwei Jahre arbeitet und immer mehr Korruptionsfälle aufdeckt.  Diese Fälle von Korruption, Geldwäsche und Betrug gehen 10 Jahre zurück und umspannen die 10 Jahren, in denen der frühere Präsident Jacob Zuma an der Regierung war.  Er weigert sich, vor dieser Kommission zu erscheinen.  Er hat eine neue Vorladung bekommen im Jänner.  Wenn er nicht erscheint, droht ihm Gefängnis.  Aber wie so oft findet man eine „politische“ Lösung.  Man fürchtet, dass es zu Unruhen im Land kommen kann, denn Zuma hat viele Parteifreunde, die genauso in Korruption verwickelt sind.  Vor zwei Wochen wurde der Generalsekretär Ace Magashule vor Gericht gebracht.  Er hat die zweithöchste Stelle inne im ANC (Afrikanischer National Congress = Regierungspartei).  Ein Freund von Zuma und vehementer Gegner von Ramaphosa, dem Partei-und Staatspräsident.  Er hätte laut Parteibeschluss zurücktreten müssen solange sein Gerichtsverfahren läuft.  Aber er weigert sich.  Auch für ihn hat man eine „politische“ Lösung gefunden. 

 

2020 geht dem Ende zu.  Für das kommende Jahr gibt es für mich eine große Änderung.  Ich werde wieder auf Heimaturlaub kommen, aber mit einem one-way-ticket.   Ich habe mich entschlossen nach Österreich zu gehen und in Riedegg in unserer Gemeinschaft zu leben.  Riedegg ist ein kleiner Ort, etwa 20 km von Linz entfernt.  Ich kenne die Mitbrüder und da passe ich gut dazu, alle über 80 Jahre alt, außer einem. Die Umgebung ist herrlich, ländlich, Wald, Wiesen und Felder.  Hoffentlich gibt es noch einige Hasen und Rehe zu beobachten. 

Ich weiß nicht wie der Abschied sein wird nach etwa 53 Jahren in Afrika.  Aber im Abschiednehmen bin ich ja geübt.  In den 53 Jahren habe ich nach allen drei Jahren Heimaturlaub Abschied genommen.  Auch hier in der Dioezese habe ich wenigsten 9-mal Abschied genommen von verschiedenen Pfarreien. Gründe für meine Rückkehr nach Österreich sind meine Augen.  Eines ist schon ziemlich „dunkel“ und das andere spürt das Alter.   

Vermissen werde ich die Menschen, die Leute auf den Außenstationen, die lebendigen Gottesdienste, ihre Fröhlichkeit, die Einfachheit der Menschen, vor allem im Glauben, ohne Zweifel, Hinterfragen, Diskussionen, Kritik.     

 

In der Dioezese habe ich meine zwei Aufgaben abgeschlossen.  Die eine war die Chronik der Dioezese und aller 23 Pfarren seit den letzten 40 Jahren. Das heißt:  wichtige Ereignisse in den Pfarren und Dioezese, Versetzungen von Pfarrern in jeder Pfarre in chronologischer Reihenfolge, Google maps von der Hauptstation und allen Außenstationen, Statistiken von der Anzahl der Taufen und Katholiken in jedem Jahr.  Die photokopierte Chronik ist beim Bischof und er muss sie drucken lassen und veröffentlichen.

Die zweite Aufgabe war die digitalisierte Erfassung aller Taufbücher von allen 23 Pfarren seit dem Beginn der Dioezese.  Manche Pfarren haben 20 und mehr Taufbücher mit je 1.000 Taufeintragungen.  Die größte Arbeit ist es nun, heraus zu finden:  wer lebt noch (viele leben noch im Computerprogramm, weil die Totenregister nicht ordentlich geführt wurden), wer hat sich anderen Kirchen angeschlossen, wer ist verzogen und wer ist unbekannt, weil die Details im Taufregister unzureichend waren.  Wenn diese Arbeit gewissenhaft und ordentlich gemacht ist, dann weiß der Pfarrer und der Bischof genau wie viele „Schäflein“ er hat.    

 

Nun wünsch ich allen trotz Corona ein frohes und friedvolles Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr.  

 

 

P. Winfried Egler CMM

 

 

Glen Avent, Ikhwezi Lokusa

P.O.Box 85

5100 MTHATHA, E. C.

South Africa

frwegler@gmail.com

 

(ar) 22.12.2020

 

21. Dezember 2020

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