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Etwas Hirse und Erdnüsse gibt es noch

Sr. Mariangela Mayer zur Lage in Senegal

Seit 2017 bin ich in Sandiara, einer Ortsgemeinde ca. 100 km südlich von Dakar, Senegal.

Wir sind hier eine kleine Ursulinengemeinschaft. Gegründet im Oktober 2013, sind wir die jüngste der vier Ursulinen-Niederlassungen in Senegal.

 

Den Kindergarten haben wir 2014 begonnen, die Volksschule wurde 2016 eröffnet. Beide haben heuer starke Nachfrage. Die Schüler kommen aus Sandiara und den umliegenden Dörfern. Dank einer Schulküche wo viermal wöchentlich einfache Mahlzeiten bereitet werden, haben auch die Kinder aus den weiter entfernten Dörfern die Möglichkeit, gute Ausbildung zu bekommen.

 

In der Ursulinengemeinschaft sind wir jetzt vier Schwestern. Noch sind wir in einem kleinen Miethaus; wir hoffen, dass der Bau des Hauses für die Schwestern bald fertig wird. Der Platz für Verwaltung, Wohnen, Versammlungen, Fortbildungen usw. ist jetzt sehr eng.  

 

Wir sind auch im Pfarrleben mitbeteiligt. Vor allem in den Dörfern sind viele der Einwohner Katholiken. Im Oktober 2019 wurde Sandiara zur Pfarre „Zum heiligen Erzengel Michael“ erhoben. Vorher gehörte es zu einem großen Pfarrgebiet. Mit einem dynamischen Pfarrer sind seit mehreren Jahren viel Leben und Glaubensvertiefung zu spüren. In diesen Wochen, wo es (wegen Corona) keine Versammlungen und keine Messen gibt, bleiben die meisten Familien treu im täglichen Gebet. Das tiefe Gott-Vertrauen und die Einfachheit berühren mich. Gerade in der Not zeigen sie große Solidarität, sie teilen das Wenige das sie haben.

 

Die Einschränkungen durch Corona spüren wir natürlich auch. Seit Mitte März sind die Schulen zu, keine Versammlungen. Für Katholiken keine Gottesdienste, für die Moslems sind die Moscheen auch gesperrt. Jetzt im Fastenmonat Ramadan verlangt die Ausgangssperre von 20 h bis 6 h auch eine große Anpassung für sie.

 

Viele der Familien hier in den Dörfern haben keinen Strom, also ist von "Fernseh-Lernen" oder per Internet für unsere Schüler nichts zu erwarten.

 

Die Auswirkungen werden sich wohl erst nach der Wiederöffnung richtig zeigen.

 

Die meisten Leute bleiben jetzt zu Hause, in den Familien. Viele, die kleine Beschäftigungen oder Gelegenheitsarbeiten hatten oder zum Studium in den Städten waren, sind jetzt untätig zu Hause und warten, dass sich die Lage wieder normalisiert. Soweit wir informiert sind, gibt es bei den Bauern noch etwas Hirse und Erdnüsse vom Vorjahr zum Kochen. Für die Tiere ist das Futter knapp. (Sie haben Pferd oder Esel, Ziegen und Hühner, manche Rinder.) Wasser muss oft von weither geholt werden. Die Bauern bereiten die Felder vor, in Erwartung der kommenden Regenzeit, die im Juli beginnen soll. Seit Ende Oktober ist Trockenzeit, jetzt mit Temperaturen von ca. 20 ° in der Früh, 40 ° am Nachmittag. Die Bauern hoffen natürlich auf eine gute Regenzeit. Doch bis zur Ernte ist es noch ein langes Warten, mit schwerer Arbeit auf den Feldern.

 

Ich bin dankbar, mit der Ursulinengemeinschaft und den Leuten hier leben zu dürfen. Gerade in diesen schwierigen Zeiten spüre ich mich sehr bereichert von den Menschen mit und um uns.

 

Sr Mariangela Mayer

 

Der "Schulbus"
Seit Ende Oktober ist Trockenzeit
Die Volksschule / Im Hintergrund die neue Schulküche
Sr. Mariangela mit Mitschwestern

 

 

Die Missionsstelle der Diözese Linz unterstützt Sr. Mariangela und die Ursulinengemeinschaft in Sandiara seit mehreren Jahren.

 

 

SPENDENKONTO

 

Missionsstelle der Diözese Linz

Kennwort: Senegal

 

IBAN: AT71 5400 0000 0038 3117

BIC: OBLAAT2L

 

 

 

(ar) 08.05.2020

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