Wirkungsbericht 2025
Der Osthilfefonds der Diözese Linz – finanziert durch Beiträge der Diözese sowie der Osthilfesammlung in den Pfarren– hat im Jahr 2025 insgesamt 33 Projekte mit 526.310,86 Euro in den Partnerdiözesen im Osten Europas unterstützt.
Mit der Hilfe aus Oberösterreich wurden in den vergangenen Jahren vor allem Projekte in Belarus unterstützt. Dort ist die Situation für die Gläubigen und für die Kirche nach wie vor schwierig. Umso wichtiger sind Initiativen, die Menschen in den Pfarren stärken, Gemeinschaft ermöglichen und ganz konkrete Hilfen im Alltag anbieten. Die geförderten Maßnahmen setzen dabei bewusst auf niederschwellige Begegnungsorte, auf Unterstützung für Familien und ältere Menschen sowie auf den langfristigen Aufbau von Kompetenzen in den Pfarrgemeinden.
Ein Beispiel ist die Einrichtung eines Familiencafés in der Pfarre Borowljany. Es ist ein wichtiger Treffpunkt für Familien geworden: ein Ort, an dem Eltern und Kinder willkommen sind, an dem Austausch entstehen kann und an dem sich Beziehungen innerhalb der Pfarrgemeinde vertiefen. Gerade in herausfordernden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sind solche Räume entscheidend, damit Pfarre nicht nur „Gottesdienstort“, sondern gelebte Gemeinschaft bleibt.
Ähnlich wirksam ist die Unterstützung in der Pfarre Logoisk. Dort gibt es besonders aktive Pfarrmitglieder und eine engagierte Elterngruppe, die sich mit viel Einsatz für ein lebendiges Pfarrleben einbringt. Mit Hilfe der Förderung konnten die Räumlichkeiten renoviert und zusätzlich ein kleiner Spielplatz eingerichtet werden. Damit ist ein weiterer zentraler Ort entstanden, an dem Familien zusammenkommen, Kontakte knüpfen und gegenseitige Unterstützung wachsen kann.
Neben Familien rücken auch ältere Menschen in den Fokus. Viele sind – vor allem in kleinen Dörfern – häufig allein und von Einsamkeit betroffen. Um hier entgegenzuwirken, wurde das Projekt „Goldene Vera“ unterstützt: Treffpunkte für ältere Menschen in den Pfarren, die Gemeinschaft schaffen, regelmäßige Begegnungen ermöglichen und so soziale Isolation reduzieren. Diese Treffen geben Struktur, fördern Zugehörigkeit und machen spürbar, dass Kirche auch im Alltag begleitet.
Nach vielen Jahren des Aufbaus zeigt sich zudem ein weiterer Schwerpunkt als besonders nachhaltig: die Aus- und Weiterbildung engagierter Freiwilliger in den Pfarren. Menschen, die sich mit großem Engagement einbringen, erhalten Qualifizierung und Begleitung, um lokale Gemeinschaft zu entwickeln, Angebote zu gestalten und Verantwortung zu teilen. Gerade dort, wo Ressourcen knapp sind und Belastungen hoch, ist diese Stärkung von Ehrenamtlichen ein Schlüssel für Stabilität und Zukunftsfähigkeit.
Ein zusätzliches Anliegen, das über Belarus hinausweist, ist Schöpfungsbewahrung und Nachhaltigkeit. In einem Projekt in Serbien werden Kinder und Jugendliche in den Pfarren ermutigt, in ihren Familien und in ihrer Umgebung kleine, konkrete Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen. So wird Umweltverantwortung nicht nur thematisiert, sondern praktisch gelebt – und junge Menschen erfahren, dass ihr Handeln Wirkung hat.
Diese Beispiele zeigen: Mit Unterstützung aus Oberösterreich werden Projekte ermöglicht, die Nähe schaffen, Teilhabe fördern und Pfarrgemeinden stärken – durch Orte der Begegnung, durch konkrete Hilfe gegen Einsamkeit, durch Bildung und durch den Blick auf eine nachhaltige Zukunft.