Gewaltschutz im digitalen Raum ist auch Verantwortung der Katholischen Kirche
Die Medienethikerin Claudia Paganini von der Universität Innsbruck beleuchtete die Chancen und Risiken sogenannter „Christfluencer“. Digitale Glaubensangebote können Orientierung und Gemeinschaft vermitteln, zugleich aber auch religiöse Vereinnahmung, Abhängigkeiten und spirituellen Missbrauch begünstigen.
Andre Wolf, Pressesprecher der Faktencheck-Plattform Mimikama, zeigte auf, wie soziale Medien durch emotionale Bilder, Verschwörungserzählungen und gezielte Desinformation unsere Wahrnehmung prägen. Täuschend echte KI-Inhalte verschärfen diese Entwicklung. Medienkompetenz, kritisches Denken und transparente Kommunikation gewinnen daher zunehmend an Bedeutung.
In den anschließenden Arbeitsgruppen in Form eines synodalen Gesprächs und Erarbeitung eines Leitsatzes wurde deutlich: „Als Kirche wollen wir den Herausforderungen der digitalen Welt mit Zuversicht, Fachkompetenz und einer klaren Haltung begegnen, Menschen stärken, sichere Räume schaffen und Beziehungen im digitalen wie analogen Raum achtsam und verantwortungsvoll gestalten“.
„Die heutige Fachtagung ist ein wichtiger Schritt im Engagement der katholischen Kirche für Gewaltprävention“, betont das Vorbereitungsteam der Stabsstellen. Auch in den Update-Schulungen, die 2026 in allen österreichischen Diözesen starten, wird Gewaltschutz in digitalen Medien eine wichtige Rolle spielen.