Griechisch-orthodoxe Kirche
Auch in Oberösterreich leben griechisch-orthodoxe Christinnen und Christen, insbesondere im Raum Linz und Umgebung. Dort finden regelmäßig orthodoxe Gottesdienste statt, die seelsorglich von der Metropolis von Austria betreut werden. Die Gläubigen sind in das kirchliche Leben der Gesamtmetropolis eingebunden.
Name
Im Verständnis der orthodoxen Christen bedeutet der Begriff Orthodoxie „die rechte Lobpreisung Gottes“ bzw. „der rechte Glaube“. Dieses Selbstverständnis findet seinen besonderen Ausdruck in der feierlichen Liturgie, die das Zentrum des kirchlichen Lebens bildet – auch für die Gläubigen in Oberösterreich.
Geschichte
Die Geschichte der griechisch‑orthodoxen Präsenz in Österreich reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Kaufleute und Händler aus dem griechischen Raum ließen sich besonders in Wien nieder und gründeten dort Gemeinden.
1787 wurde die griechisch‑orthodoxe Kirche zur Heiligen Dreifaltigkeit in Wien geweiht. Sie ist bis heute ein geistliches und kulturelles Zentrum der griechisch‑orthodoxen Gläubigen in Österreich.
Mit den Arbeitsmigrationen der 1960er‑ und 1970er‑Jahre wuchs die Zahl der orthodoxen Christen weiter an. Neben Wien entstanden Gottesdienstgemeinschaften auch in anderen Bundesländern.
Ein wichtiger Meilenstein in der jüngeren Geschichte der griechisch‑orthodoxen Kirche in Österreich war die Gründung des ersten orthodoxen Klosters. Im Jahr 2014 entstand in St. Andrä am Zicksee im Burgenland mit dem Kloster Maria Schutz erstmals ein dauerhaftes monastisches Zentrum orthodoxen Lebens in Österreich. Das Kloster steht unter der Verantwortung des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel und dient bis heute als geistlicher Ort des Gebets und der Einkehr für orthodoxe Gläubige aus ganz Österreich.
Auch in Oberösterreich entwickelte sich im Zuge dieser Migration eine orthodoxe Präsenz. Griechisch‑orthodoxe Gläubige fanden sich zunächst zu einzelnen Gottesdiensten zusammen; heute werden sie regelmäßig seelsorglich betreut und nehmen aktiv am kirchlichen Leben der Metropolis teil.
Religion
Der orthodoxe Religionsunterricht ist in Österreich staatlich anerkannt. Auch in Oberösterreich besteht die Möglichkeit, orthodoxen Religionsunterricht zu besuchen – von der Volksschule bis zur Matura.
Die Kirche engagiert sich in der Weitergabe des orthodoxen Glaubens, der liturgischen Tradition sowie – bei Bedarf – auch der griechischen Sprache und Kultur.
Strukturen
Weltweit gibt es mehrere selbständige („autokephale“) orthodoxe Kirchen. Anders als die römisch-katholische Kirche kennen sie kein absolutes Oberhaupt. Sie verstehen sich als Gemeinschaft selbstständiger Kirchen in Glaubenseinheit unter dem Ehrenprimat des Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel.
Die griechisch-orthodoxen Gläubigen in Österreich – und damit auch in Oberösterreich – gehören kirchenrechtlich zum Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel. Die kirchliche Verwaltung erfolgt durch die Metropolis von Austria mit Sitz in Wien.
Leitung
Die griechisch-orthodoxe Metropolis von Austria betreut die Pfarrgemeinden und Gottesdienstorte in ganz Österreich, einschließlich Oberösterreich.
Zuständiger Metropolit ist Seine Eminenz Metropolit Arsenios (Kardamakis).
Die pastorale Betreuung in Oberösterreich erfolgt durch Priester, die von der Metropolis entsandt werden und regelmäßig Gottesdienste feiern.
Status
Die griechisch-orientalische (orthodoxe) Kirche ist in Österreich gesetzlich anerkannt und besitzt den Status einer staatlich anerkannten Religionsgesellschaft. Dies gilt selbstverständlich auch für ihre Tätigkeit in Oberösterreich.
Ökumene
Die Griechisch-orthodoxe Kirche ist Mitglied im Ökumenischer Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ).
Auch in Oberösterreich beteiligt sie sich – soweit örtlich möglich – am ökumenischen Dialog und an der Zusammenarbeit mit anderen christlichen Kirchen.