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Warum feiern orthodoxe Kirchen Weihnachten zweimal?

Warum feiern orthodoxe Kirchen Weihnachten zweimal?

Warum feiern manche orthodoxen Christinnen und Christen Weihnachten am 25. Dezember, andere erst am 7. Jänner? Hinter dieser Frage steht kein bloßer Kalenderstreit, sondern ein Zusammenspiel von Geschichte, Theologie und gelebter Tradition.

Einige orthodoxe Kirchen – zum Beispiel die griechische, zypriotische, antiochenische, bulgarische oder rumänische – feiern Weihnachten am 25. Dezember. Andere hingegen, darunter die russisch-orthodoxe Kirche, das Patriarchat von Jerusalem sowie die serbischen, georgischen und weiteren orthodoxen Kirchen, feiern erst am 7. Jänner.

 

Der Grund liegt in zwei unterschiedlichen Kalendern: dem julianischen und dem revidierten julianischen Kalender. Die Änderung wurde 1923 auf dem panorthodoxen Kongress in Konstantinopel beschlossen. Die orthodoxen Bischöfe erkannten damals, dass der traditionelle julianische Kalender im Laufe der Zeit zunehmend vom tatsächlichen Sonnenjahr abgewichen war. Dadurch verschoben sich wichtige Feste langsam aus ihren ursprünglichen Jahreszeiten. Um diese Ungenauigkeit zu korrigieren, entschied man sich für eine Kalenderreform, der revidierte julianische Kalender entstand, der jedoch nicht überall akzeptiert war.

 

Warum ist es wichtig, wann Weihnachten gefeiert wird?

 

Auf den ersten Blick mag es wie eine reine Terminfrage wirken – ein Datum, das ebenso gut auf den 25. Dezember wie auf den 7. Jänner fallen könnte. In der orthodoxen Tradition reicht diese Frage jedoch tiefer. Zeit ist nicht neutral, sondern Teil von Gottes Schöpfung und der Raum, in dem sich das Heil vollzieht. Weihnachten ist nicht bloß die Erinnerung an ein längst vergangenes Ereignis, sondern die Feier des Augenblicks, in dem Gott in die menschliche Geschichte eintrat, Fleisch annahm und in die Zeit eintrat, wie wir sie erfahren.

 

Deshalb ist der Kalender mehr als ein praktisches Hilfsmittel. Er prägt den Rhythmus des Gottesdienstes, den Festkreis und die Weise, wie die Kirche die Geheimnisse im Leben Christi begeht. Wenn sich das Weihnachtsdatum durch eine Kalenderabweichung verschiebt, stellt sich eine bedeutsame Frage: Wie soll die Kirche ein Fest ordnen, das Gottes Eintreten in die Zeit verkündet? Für jene Kirchen, die den revidierten julianischen Kalender übernommen haben, war die Korrektur ein Mittel, um das Kirchenjahr wieder stärker mit den Jahreszeiten in Einklang zu bringen. Für andere bedeutet das Festhalten am traditionellen julianischen Kalender die Bewahrung der Kontinuität jahrhundertelanger Praxis und eines ununterbrochenen geistlichen Erbes.

 

Letztlich geht es dabei weniger um die Frage, „welcher Tag der richtige ist“, sondern darum, wie die Kirche Zeit, Geschichte und die Menschwerdung Christi versteht – jenen Moment, in dem die Ewigkeit in den Kalender eingetreten ist.

 

Das orthodoxe Weihnachten und seine Traditionen

 

In der Ukraine beginnt der Heilige Abend mit der Sviata Vecheria, einem festlichen, fleischlosen Mahl mit zwölf Speisen. Gegessen wird erst, wenn der erste Stern am Himmel erscheint – als Erinnerung an den Stern von Bethlehem. Kinder ziehen anschließend mit einer leuchtenden Sternlaterne von Haus zu Haus und singen Weihnachtslieder.

 

In Griechenland verkünden Kinder mit den Kalanda singend die Geburt Christi. Begleitet von kleinen Instrumenten bringen sie Segenswünsche in die Häuser. Traditionell wurde dort nicht ein Christbaum geschmückt, sondern ein kleines Holzschiff – ein Symbol für Hoffnung, Aufbruch und den Weg des Menschen zu Gott.

 

In Serbien steht am Heiligen Abend der Badnjak, ein junger Eichenzweig, im Mittelpunkt. Er wird nach Hause gebracht oder feierlich verbrannt und symbolisiert Licht, Wärme und neues Leben. Mancherorts wird sogar Stroh im Haus ausgebreitet – als Erinnerung an den Stall von Bethlehem.


So unterschiedlich diese Bräuche sind, sie führen alle auf denselben Höhepunkt hin: die orthodoxe Weihnachtsliturgie. In ihr verdichtet sich das Fest in alten Hymnen, Weihrauch, Ikonen und einer besonders feierlichen Gottesdienstordnung. Die Geburt Christi wird hier nicht nur erzählt, sondern liturgisch gegenwärtig gemacht.

 

Orthodoxe Weihnachten in Oberösterreich


Auch in Oberösterreich ist diese Feier erlebbar. Mehrere orthodoxe Gemeinden in Linz feiern die Weihnachtsliturgie, hier eine Auswahl der Termine:

Serbisch-orthodoxe Kirche: 06. 01. 2026, 9.00 Uhr (Hl. Liturgie) und 17.00 Uhr (Vesper); 07. 01. 2026, 05.00 Uhr (Hl. Liturgie) – Kirche zum Hl. Basilius von Ostrog, Linz


Rumänisch-orthodoxe Kirche: 24. 12. 2025, Vesper um 18.00 Uhr;
25. und 26. Dezember, jeweils um 10:30 Uhr – Don-Bosco-Kirche, Linz


Griechisch-orthodoxe Kirche gemeinsam mit der Ukrainisch-orthodoxen Kirche:
25. 12. 2025, 11.30 Uhr – Katholische Pfarrkirche St. Michael am Bindermichl


Koptisch-orthodoxe Kirche: 06. 01. 2025, 18.00 Uhr


                                                                                                    Text: Kristoffer Jonasson

 

 

 

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