Mesnerdienst – ein Dienst für Gott und die Glaubensgeschwister
Liturgie verstehen
Der Geistliche Assistent der Mesner Gemeinschaft, Josef Keplinger, weckte das liturgische Verständnis, erläuterte sehr ausführlich und verständlich die Zusammenhänge von Liturgie und Raum, gab einen fundierten Einblick in die Feier der Taufe und die Auseinandersetzung mit dem Sinngehalt christlicher Begräbnisliturgie sowie über die Struktur des Kirchenjahres. Seine Begeisterung für die Liturgie sprang sichtlich auf die Teilnehmenden über. Sie erhielten auch vom langjährigen früheren Diözesanleiter Georg Windtner einen praktischen Überblick in der Sakristei, über die liturgischen Abläufe und die richtige Anordnung der liturgischen Geräte.
Orientierungshilfe gegen Missbrauch und Gewalt
Bei der Präventionsschulung „Gewalt und Missbrauch“ ging es um die Auseinandersetzung mit diesem Thema, da Mesnerinnen und Mesner auch Berührungspunkte mit Kindern und Jugendlichen im Ministrantendienst haben. Der Austausch und die Diskussionen regten auch zur Selbstreflexion an.
Glaubensbekenntnisse der Kunst
Höhepunkt war das Seminar Kirchenpflege im kulturGUTspeicher Steyr-Gleink mit einer Führung im ehemaligen Benediktinerkloster. Seit dem Jahr 2022 dient das Stiftsgebäude der Diözese Linz als Außendepot des Diözesanarchivs. Es beheimatet Archivgut aus den Pfarren sowie das Kunst- und Mobiliendepot mit über 2.000 Kunstobjekten und Möbeln.
Zentrale Themen waren unter anderem: das Erkennen von Schäden und Schadensursachen, Klimafaktoren, konservatorisch korrekte Lagerungsbedienungen und ihre Materialien, die fachgerechte Handhabung und Pflege, Möglichkeiten und Grenzen von Reinigung sowie Leistungen der professionellen Konservierung und Restaurierung mit vielen praktischen Tipps für die Sakristeipraxis. Dies wurde uns von Fachleuten sehr anschaulich erläutert.
Geschätzt wurde auch der Austausch mit den anderen Berufskolleg/innen, um voneinander zu lernen. Die Mesnerinnen und Mesner zeigten sich interessiert und begeistert von der Ausbildung und schätzten die fachliche Qualität.
Seinem Herzen folgen
Bei der gemeinsamen Eucharistiefeier ging Josef Keplinger in seiner Predigt auf eine Aussage des deutschen Theologen, Priesters und Schriftstellers Lothar Zenetti ein: „Was ich von Jesus halte? Dass er mich hält.“ In den Höhen und Tiefen unseres Lebens – und auch im Tode – werden wir von Jesus Christus gehalten. Der Bibelvers aus dem Buch Kohelet „Geh auf den Wegen, die dein Herz dir sagt“ zeigt auf, dass nur jene Dinge Früchte tragen, die man aus ganzem Herzen tut. Sich von seinem Herzen leiten zu lassen, ist eine große Lebenskunst. Mesnerinnen und Mesner tun ihren Dienst aus ganzem Herzen für ihre Glaubensgeschwister und auch für Gott.
Text: Ines Schaupp-Steinhäusl