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Mi. 30.09.26

Sozialstammtisch 29.9.2026

Weggabelung Demokratie (mit Sieglinde Rosenberger und Josef Mautner)

„Die Zukunft westlicher Demokratie ist offen“ (Josef Merkel)

 

Liberal oder illiberale Demokratie macht einen Unterschied und in welche Richtung es im Westen geht ist noch nicht entschieden.

Aber eines ist für Sieglinde Rosenberger klar:

„Du kannst nicht neutral sein, wenn der Zug fährt“,

Jede*r ist Teil der Gesellschaft und kann sich nicht raushalten.

 

Mark Carney (kanadischer Premier) hat dieses Sprichwort in seiner Rede 2026 in Davos aufgegriffen.

 

Die Zahlen sprechen Bände, 72 Prozent der Weltbevölkerung lebt in einer Autokratie (Höchster Anteil seit den 70er) und 28 Prozent in einer Demokratie.

Und die Entwicklung ist so dass sich 40 Prozent der Länder eine autokratisierende Entwicklung vollzogen haben.

Nur 6 Prozent der Länder weltweit entwickelt sich in demokratische Staaten.

88 Länder auf der Welt haben eine vorherrschende Demokratie, aber nur 29 mit voller Demokratie (USA noch dabei, weil 2025).

 

Warum ist Autokratie spannend für die Bevölkerung?

Nur mehr 57 Prozent Befragte der Studie „extrem einsam“ sagen die Demokratie ist die beste Staatsform.

Ist gibt immer weniger Interessensüberlappung in der Gesellschaft,

sie wird immer mehr polarisierend wahrgenommen und gestaltet.

Viele Forscher*innen sprechen von einer Veränderungserschöpfung, es soll so bleiben wie es ist.

Und genau da geben rechte Parteien die Vergangenheit als Angebot, „dass es wieder so schön wird wie es noch nie war“!

Dazu braucht es eine Zerstörung der Demokratie.

 

Auch die Sehnsucht „Ich gehöre wo dazu“ (homogene Zugehörigkeit) braucht die Gegenseite, braucht Andere, die ausgeschlossen werden.

 

Wie kommt die Gesellschaft zu einem

pluralen „Wir“ und weg vom homogenen „Wir“

 

1.rechtlich durch Regulierung

2.ökonomisch durch Gerechtigkeit

3.politisch durch Parteien die Verantwortung übernehmen

4.demokratie kulturell mit Zivilgesellschaft und Wähler*innen

 

Gerade die Zivilgesellschaft spielt eine große Rolle.

Es bräuchte nur 3 Prozent der Bevölkerung auf der Straße, um einen Unterschied zu machen und Veränderungen herbeizuführen.

Zivilgesellschaft muss laut und sichtbar sein.

Je lauter eine Gruppe gegen die Demokratie sind desto leiser werden die anderen.

Ein weiteres Puzzleteil ist Partizipation, die hilft gegen Vereinzelung und stärkt das Vertrauen in der Demokratie.

Menschen müssen eine Selbstwirksamkeit erfahren.

Aber auch Kompromisse sind wichtig für die Demokratie.

 

Dazu kommt das Negatives überschätzt wird und positives unterschätzt.

„Lesen – denken – widerstehen“ stand in Algier im Schaufenster einer Buchhandlung und erinnert an den 3er Schritt „Sehen-urteilen-handeln“.

 

Demokratie steht vor einen gefährlichen Kippunkt

Eine Definition von Demokratie ist auch von Friedman der 2024 sagte „Demokratie ist, wenn ich mir überhaupt die Frage stellen kann, wie ich leben möchte.“

 

Warum aber wird die Demokratie immer mehr zu Autokratie?

 

Wir kennen die Wahldemokratie aber das ist nicht alles was eine funktionierende Demokratie ausmacht.

 

Wahre Demokratie zeichnet sich durch eine Akzeptanz des Sockels aus.

Rechte für alle

Rechtsstaatlichkeit

Int. Abkommen

Medien

Gerichtsbarkeit

 

Wenn der Sockel kleiner wird kommt es zur Ausdehnung der Autokratie

Die Entscheidung "wo es hingeht" fällt an der Wahlurne.

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     Für Josef Mautner ist 

     

    "Sehen - urteilen - handeln"

    der Gedanken was die katholische Soziallehre für Demokratie beitragen kann

     

    Demokratie braucht Bildung

     

    Zugegeben war Katholische Soziallehre eigentlich zuvor einmal Demokratie feindlich.

    Der Turn around war das 2. Vatikanische Konzil und hat sich der Demokratie genähert. 

    Freiheit der Medien, Menschenwürde und -rechte, Rechtsstaatlichkeit wird auch hier zum ersten Mal von der Kirche unterstrichen und unterschrieben. 

     

    Aussagen:

     

    „liberale Demokratie ist eine Gefahr für Rechte (Freiheit) der Menschen“

    So verdrehen die Freiheitlichen Akteure die demokratischen Grundwerte.

     

    Fratelli tutti (Papst)

    Nummer 160

    Das Wort Volk wird verzerrt – das Volk muss sich aber die Offenheit und Pluralismus behalten

     

    Deutsche Bischofskonferenz (2025)

    Ungleichheit der Menschen ist ein Übel – die Demokratie ist auf Gleichheit gebaut

    Völkischer Nationalismus und Christentum ist nicht vereinbar

     

    Fundamental ist die Solidarität für die Demokratie

     

    Österreich hat den 2. Größten Ungleichsverhältnis in Europa

    Die reichsten 5 Prozent haben 55 Prozent des Gesamtvermögens

    Die reichsten 10 Prozent habe 95 Prozent des Unternehmensvermögen

     

    Auf den 3. Schritt des „Handelns“ kommt es an

     

    Arbeitswelt ist ein wichtiger Bereich für eine erfahrbaren Demokratie

    Ein KSÖ-Mitarbeiter hat von einem Prozess in der Arbeitswelt erzählt

    Vorgegeben war der Abbau von 20-30 Prozent Personal.

    Es wurden Sprecherinnen für Mitarbeit*innen pro Abteilung installiert und haben sich gefragt: Was können wir machen?

    Sie entwickelten Umstrukturierungsvorschlag die sie an die Firmenleitung brachten,

    Manche Sachen wurden zuvor von der Leitung eigentlich ausgegliedert und diese wurden wieder zurückgeholt und die Mitarbeiter*innen umgeschult. So konnten alle Mitarbeiter*innen gehalten werden und dem Unternehmen war auch geholfen.

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