10. Oktober 2026
Die Blindenseelsorge veranstaltete am Samstag, 10. Oktober 2026 eine Wallfahrt in die „Maria Geburtskirche“ nach Zettwing in Tschechien. Die Kirche ist nahe zur Marktgemeinde Windhaag bei Freistadt. Von Hammern sind wir über die Brücke 15 Minuten zur Kirche gegangen.
Wenn man eine Wallfahrt macht, ist es üblich, zu Ehren der Gottesmutter eine Hl. Messe zu feiern. Weil die Kirche in Zettwing das Fest der Geburt der Gottesmutter Maria als Patrozinium hat, feierten wir die Hl. Messe zum Fest der Geburt Mariens. Dabei machten wir uns bewusst, dass die Gottesmutter eine große Demut und Bescheidenheit vorgelebt hat. Vielleicht hat der heilige Franz von Assisi diese Demut in ebenso vorbildlicher Weise vorgelebt. Diese Grundhaltung ist auch in unserer Zeit wichtig. Nur in dieser Haltung der Bescheidenheit kann sich der Mensch für einen Lebensstil entscheiden, der eine nachhaltige Schonung der Umwelt zur Folge hat. Die Rückbesinnung auf den Anfang, den Gott in Jesus und in Maria gemacht hat, wird daher eine große Bedeutung für uns selber, die Menschheit und die ganze Welt haben .
Die Lesung (Micha 5,1-4a) hat Frau Veronika Kriener in Blindenschrift wunderbar vorgetragen. In dieser Lesung geht es darum, dass Betlehem ein unbedeutender Ort war. Dennoch ist gerade diesem Ort verheißen, dass aus ihm ein König hervorgehen wird, dessen Herrschaft ohne Ende sein wird. Wir sehen in Jesus diese Verheißung erfüllt.
Dr. Hubert Roiß, der ehemalige Bürgermeister von Windhaag, hat uns die Kirche erklärt und auch die Zeitgeschichte von Zettwing nahe gebracht.
Die Kirche in Zettwing wurde erstmals 1384 urkundlich erwähnt und zählt zu den bedeutenden Sakralbauten der Region. Nach dem Zweiten Weltkrieg verfiel sie im ehemaligen Sperrgebiet und wurde zweckentfremdet.
Dank einer umfassenden Restaurierung in den Jahren 1995 bis 2003 erstrahlt die frühgotische Kirche heute wieder in ihrem ursprünglichen Glanz. Besonders sehenswert sind die Fresken aus dem 14. Jahrhundert sowie die Kopie der Zettwinger Madonna. Heute ist die Kirche über die Brücke bei Hammern bequem von österreichischer Seite erreichbar und bildet einen besonderen Ort der Begegnung und des Glaubens.
Am Nachmittag erreichten wir das Wettershuttle oberhalb von Windhaag in Pieberschlag. Dort erwartete uns Alfred Klepatsch, auch ein ehemaliger Bürgermeister von Windhaag. Im Bus erklärte er uns den Zusammenhang des Windhaager Skulpturenweges, den die Gemeinde dem Künstler Gerhard Eilmsteiner verdankt.
Herr Eilmsteiner lebt seit 1987 als freischaffender Künstler in Windhaag bei Freistadt.
Für das Wettershuttle wählte der Künstler den Platz bewusst, und zwar die europäische Wasserscheide. Hier fließen die Wasser einerseits zur Donau und in das Schwarze Meer, andererseits zur Moldau und Elbe, also in die Nordsee.
Herr Klepatsch ließ uns ein Mini-Modell aus Granit und Glas der Skulptur "Übermorgen" betasten. Das Original steht am Ortseingang von Windhaag: ein hoher behauener Granitblock mit einem runden Sichtfenster im oberen Teil. Dieser Block steht auf einem geschliffenen Granitsockel mit der Aufschrift "Übermorgen".
Danach konnten wir Eilmsteiners besondere Sonnenuhr erfühlen. Der Künstler entwickelte dafür eine Mechanik, mit der man die Stunden nachstellen kann. Einzigartig ist, dass sich auch Minuten einstellen lassen.
Vor dem Greenbelt-Center in der Nähe der Kirche befindet sich ein riesiger Vogelschädel aus Granit, daneben zwei Metallsäulen. Sie könnten die Zeit des sauren Regens und der absterbenden Wälder symbolisieren.
Damit schloss Herr Klepatsch seine sehr interessanten, auch persönlichen Gedanken zum Skulpturenweg ab. In den gesamten Ausführungen war sein Herzensanliegen "Nachhaltigkeit und Blick aufs Übermorgen" zu spüren.
Zum Abschied versammelten wir uns in der Kirche. Diese ist dem Hl. Stephanus geweiht. Das Patrozinium wird am 26. Dezember gefeiert.
Herr Franz Lindorfer leitete von der Nachhaltigkeit und der Bewahrung der Schöpfung zur Liebe des Hl. Franziskus zur Natur über. Anlässlich des Franziskusjahres 2026 sangen wir den Sonnengesang.
Zum Schluss der Andacht spielte uns der Buschauffeur Josef Chalupar auf der Querflöte das Stück „Amazing Grace“.

Brücke an der Grenze in Hammern über die Matsch

Pilger unterwegs nach Zettwing

Gruppenfoto in der Kirche in Zettwing

Skulptur beim Greenbelt-Center