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Do. 12.03.26

Besinnungsnachmittag der Blindenseelsorge

Freitag, 6. März 2026 im Blindenzentrum, Makartstraße 11

Räume der Hoffnung

Am 6. März 2026 versammelten wir uns im Haus des Blinden- und Sehbehindertenverbandes in Linz zum heurigen Besinnungsnachmittag und tauschten uns über unsere Zeichen der Hoffnung aus.

 

Als Referentin konnten wir Schwester Hildegard Enzenhofer gewinnen, die lange Zeit als Missionarin in Palästina tätig war. Sie erzählte sehr eindrucksvoll von ihrer Arbeit, und wie sie mit ihrem Team unter den Palästinensern bemüht war, Hoffnung zu vermitteln. Besonders hervorgehoben hat sie das wunderbare Miteinander der verschiedenen Religionen und das gegenseitige Vertrauen. Allerdings war diese Arbeit gerade zu Beginn sehr mühsam. Als Schwester Hildegard mit Mitschwestern aus dem Salvatorianer-Orden ihre Tätigkeit aufnahm, waren auch die äußeren Bedingungen sehr karg: Keine Wasser, sehr bescheidene Wohnmöglichkeiten, Sprachschwierigkeiten usw. Mit viel Geduld und Engagement konnten Kontakte zu den Muslimen aufgenommen und allmählich ausgebaut werden. Als überaus schwierig erlebte Schwester Hildegard auch die soziale Situation mancher Familien. Behinderte Kinder, die nach Auffassung der Muslime als „Strafe Gottes“ angesehen werden, hat man einfach weggesperrt und vor Fremden verborgen. Mit dem Bau von Wohnungen und Betreuungseinrichtungen für diese Kinder konnten die Schwestern Vertrauen bei den Familien aufbauen und später auch erreichen, dass Frauen und Mütter auch außerhalb des eigenen Hauses für verschiedene Dienste tätig werden konnten. So entstanden im Laufe der Jahre etliche „Räume der Hoffnung“. Einige freundschaftliche Kontakte zu diesen Familien halten auch jetzt noch, da Schwester Hildegard ihren Palästinaeinsatz beendet hat und ihren Ruhestand in Linz verbringt. Das Telefon ist dabei eine große Hilfe.

Schwester Hildegard erzählte auch von den Schwierigkeiten beim Aufbau einer Pflegefakultät in Nazareth. Erst mussten die Behörden davon überzeugt werden, dass so eine Schule sinnvoll ist. Inzwischen hat sich diese Salvatorschule etabliert und wurde als eine der besten Schulen des Landes Israel ausgezeichnet – auch wegen der Förderprogramme für benachteiligte und lernbehinderte Kinder.

Bei Kaffee und Kuchen konnten wir auch gute Gemeinschaft haben und einander besser kennenlernen. Abgerundet wurde der Nachmittag durch eine Hl. Messe mit Blindenseelsorger Franz Lindorfer. In seiner Predigt legte er die beeindruckende Begegnung Jesu mit der Samariterin am Jakobsbrunnen aus, die für die samaritische Frau zu einer Erfahrung wurde, in der nicht ihr leiblicher Durst, sondern ihre Sehnsucht nach einem erfüllten Leben gestillt wurde. Die Botschaft dieser Evangelienstelle ist die Zusage, dass uns in der Begegnung mit Jesus der Hl. Geist geschenkt wird, und durch diesen Geist wird unser Leben zu einem erfüllten Leben. Die Botschaft der Erzählung von der Frau am Jakobsbrunnen muss uns dazu ermutigen, den Kontakt mit Jesus immer zu suchen und zu pflegen. Dann wird durch Jesus unser Durst nach Erfahrung von Sinn und Liebe gestillt.

Frisch gestärkt an Leib, Seele und Geist, kehrten wir in unseren Alltag zurück und möchten die Hoffnung, die von diesem Nachmittag ausging, in unsere Umgebung weitertragen.

 

Karin Mayr

 

 

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