Wallfahrt nach Stadl-Paura am 16. Juni 2018
Am 16.06.2018 organisierte die Blindenpastoral Linz eine Wallfahrt zur einzigartigen Dreifaltigkeitskirche nach Stadl Paura.
25 Wallfahrer trafen sich am Bahnhof in Linz und fuhren dann gemeinsam mit dem Zug bis nach Lambach. Dort wurden wir vom Blindenseelsorger Mag. Franz Lindorfer erwartet und begrüßt. Wer wollte, konnte mit Franz im Auto nach Stadl-Paura mit fahren. Die anderen marschierten durch stille und kühle Gassen und entlang der Traun bis zur Dreifaltigkeitskirche in Stadl Paura.
Blindenseelsorger Franz zelebrierte in seiner angenehmen, ruhigen und unnachahmlichen Art für uns die Heilige Messe. Unterstützt wurde er von Josef Vorderderfler und an der Orgel faszinierte uns Benedikt Felbauer mit seinen Klängen.
Nach der Heiligen Messe erfuhren wir von Kaplan Elias einiges über die Geschichte dieser Dreifaltigkeitskirche.
Geschichte der Dreifaltigkeitskirche Stadl Paura:
Im Jahr 1713 herrschte in Österreich eine Pestepidemie. Maximilian Pagl, der in Stadl-Paura geboren war und zu der Zeit Abt von Stift Lambach war, gelobte, er würde eine ganz besondere Kirche bauen lassen, sollte man von dieser Seuche verschont bleiben. Die Barockkirche wurde von 1714 bis 1724 mit dem Linzer Baumeister Johann Michael Prunner auf dem Pauraberg erbaut. Die Kirche wurde mit dem Passauer Fürstbischof Johann Philipp von Lamberg am 29. Juli 1725 geweiht.
Die Drei als Symbol der Dreifaltigkeit beherrscht die Architektur. Die Kirche hat drei Türme, drei Altäre, drei Orgeln, drei Halbkuppeln, drei Marmorportale - und der Grundriss selber ist dreieckig.
Es werden alle drei Altäre genutzt - dreimal im Jahr wechselt die Sitzordnung, das Eingangsportal und die Blickrichtung der Gläubigen. Dies richtet sich nach dem jeweiligen Festkreis.
Auch der Pfarrhof wurde von Prunner erbaut. Die ursprüngliche Nutzung war ein Waisenhaus, dann als Heim für behinderte Kinder und später noch als Internat für Priesterstudenten.
Da wir Nachmittags eine Führung im Benediktinerstift Lambach hatten, gingen wir gemütlich den gleichen Weg zurück nach Lambach. Während des Mittagessens unterhielten wir uns über das bisher gehörte, gesehene und erlebte. Außerdem konnten wir uns bei dieser Gelegenheit besser kennenlernen.
Mit großer Erwartung begannen wir dann auch die Führung durch das Benediktinerstift Lambach.
Durch die kompetente Führung erhielt man einen Einblick zu den romanischen Fresken, Sommerrefektorium, Stiftskirche, Stiftsbibliothek und weiteren Räumlichkeiten. Besonders angetan waren wir vom Barocktheater Lambach und der Geschichte dazu. Es ist das einzig erhaltene Klostertheater Österreichs.
Etwas zur Geschichte des Benediktinerstiftes Lambach:
Das Stift und die Stiftskirche wurde im Jahre 1056 von dem Hl. Adalbero, Graf von Wels und Lambach, Bischof von Würzburg gegründet. Die Stiftskirche wurde 1233 nach Zerstörung wieder instandgesetzt und von 1422 bis 1436 als zweischiffige Hallenkirche umgebaut.
Der Kirchenbau in seinem heutigen Bestand geht auf die Bautätigkeit der Äbte Placidus Hieber (1640–1678), Severin Blasz (1678–1705) und Maximilian Pagl (1705–1725) zurück und ist Ausdruck der österreichischen Klosterarchitektur des 17. Jahrhunderts.
In dieser Zeit wurde die Kirche von 1652 bis 1656 nach einem Entwurf von Filiberto Lucchese als einschiffige Anlage mit dreijochigem und zweijochigem, gerade geschlossenem Chor neu eingerichtet.
Die Stuckdekoration von 1655 wird dem Stuckateur Thomas Zaisel aus Linz zugeschrieben.
Von Christoph Abraham Walther aus Regensburg stammen die ein Jahr später entstandenen lebensgroßen Nischenfiguren zwischen den Doppelpilastern.
Der Hochaltar nach einem Entwurf vermutlich von Antonio Beduzzi, 1716–1717 (Vorbild Mariazell von Johann B. Fischer von Erlach), besteht aus Salzburger Marmor.
Zur weiteren Innenausstattung gehören das schmiedeeiserne Abschlussgitter unter der Orgelempore von 1662, der Bildteppich von 1712 (eventuell aus Antwerpen), die Deckplatte des Stiftergrabes von 1659 und die Kanzel von 1756.
So verging der Tag und mit all dies erlangten Wissen traten wir am Abend unsere Heimreise an und wir hatten das Gefühl einen besonderen Tag verbracht und erlebt zu haben.