Statistik 2025
Es lebe das Buch
Text: Christian Dandl
Ende 2025 ist ein Buch erschienen, das sich quasi mit sich selbst beschäftigt, indem es die Frage nach der „Zukunft des Buches“ stellt. Nicht zum ersten Mal wie die Geschichte lehrt, rufen technische Veränderungen wie Radio, Fernsehen oder E-Books Buchskeptiker auf den Plan.
Lesen steht hoch im Kurs
In der Bibliotheksstatistik 2025 schlägt das Pendel eindeutig in Richtung gedrucktes Buch und Lesen aus. Die Printmedien legen beim Bestand (1 783 713, + 1 %) leicht zu, während AV-Medien 185 161, -7%) deutlich rückläufig zum Vorjahr sind und der Gesamtbestand bei knapp über zwei Millionen stagniert.
Bei den Entlehnungen ist Print um 3,5 Prozent auf 3 723 124 gestiegen und der AV-Bereich um 2,9 Prozent auf 585 206 Medien. Insgesamt wurde der oö Bibliotheksbestand 4 450 073-mal entlehnt, was einer Medienumschlagszahl von 2,5 entspricht. In den letzten zehn Jahren haben bei gleichbleibendem Medienbestand die Entlehnungen in OÖ um 15 Prozent zugenommen.

7 985 Veranstaltungen
Veranstaltungen sorgen für zusätzliches Leben in den öffentlichen Bibliotheken unseres Landes. Nach einem langjährigen Wachstum sind die Zahlen 2025 leicht rückläufig. Die Zahl der Veranstaltungen hat sich von 8 235 um drei Prozent auf 7 985 reduziert, was durchschnittlich eine Veranstaltung weniger pro Bibliothek und Jahr beutet. Die Teilnehmer:innen haben sich um 1,5 Prozent auf 226 267 reduziert. Trotzdem fanden 2025 im Durchschnitt 28 Veranstaltungen mit insgesamt fast 800 Besucher:innen in jeder Bibliothek statt. Insgesamt haben die rund 285 öffentlichen Bibliothek in OÖ knapp zwei Millionen Besuche (rd. 6 600 pro Bücherei) verzeichnet.
Die Intensität der Nutzung steigt
Die Zahl der Benutzer:innen (126 168) öffentlicher Bibliotheken steigt seit dem Corona-Knick stetig an. 2025 konnte der Wert von 2019 wieder überschritten werden, aber Zahlen um 150 000, wie vor 15 Jahren sind aktuell nicht in Sicht. 8,21 Prozent der Bevölkerung Oberösterreichs nutzen Bibliotheken, und das von Jahr zu Jahr intensiver. Im Schnitt wurden 2015 rund 25 Medien pro Person entlehnt. Im letzten Jahr waren es über 35 Medien pro Benutzer:in, eine Steigerung von 40 Prozent.

Hohes Ausbildungsniveau
Die Zahl der Bibliothekar:innen mit abgeschlossener Ausbildung wächst von Jahr zu Jahr. Jede Bibliothek hatte 2025 durchschnittlich 2,5 ausgebildete Mitarbeiter:innen. Das entspricht einem Anstieg von 40 Prozent in den letzten fünf Jahren. Das hohe Qualitätsbewusstsein der Bibliothekar:innen zeigt sich ebenso im stetigen Anwachsen der Weiterbildungsstunden. 3 540 Bibliothekar:innen haben im letzten Jahr 15 891 Stunden in ihre Bildung investiert. Das sind 4,5 Stunden pro Bibliothekar:in und entspricht einer Steigerung von zehn Prozent zu 2024 (14 434).
Ungebrochen hoch ist das ehrenamtliche Engagement in den öffentlichen Bibliotheken der Pfarren und Gemeinden. 3 302 Menschen (93 % der Bibliothekar: innen) haben im letzten Jahr 5 519 unbezahlte Stunden pro Woche in die Bibliotheksarbeit investiert.

Allen Bibliothekarinnen und Bibliothekaren einen ganz herzlichen Dank für das hohe Engagement.