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Inhalt:

Bibel – Wort des Lebens

Von historischen Kontexten zu heutigen Fragen
Bibel

Kon-Texte und Erfahrungen

Texte stellten in früherer Zeit eine Gedächtnisstütze dar. Die ersten erhaltenen Texte der Menschheit entstanden im Zusammenhang mit der Verwaltung von Gütern und wirtschaftlichen Verbesserungen. Für die Könige in den frühen Hochkulturen Ägyptens und Mesopotamiens waren der kriegerische Gewinn von neuem Territorium und die Ausstattung der Hauptstadt wichtige Aufgaben. Für die Planung ermittelten Beamte von den Bewohnerinnen und Bewohnern des Landes die Erträge, um mit den Abgaben und Steuern der Bevölkerung die weiteren Eroberungskriege zu finanzieren.

Die Bibel besteht aus 73 einzelnen Büchern. In ihnen kommt das gesamte menschliche Leben zur Sprache. Jeder Text entstand in einem bestimmten Kontext und ist eine Reaktion auf ein Ereignis, das gedeutet, reflektiert und verschriftlicht wurde. Viele Ereignisse in biblischer Zeit bedrohten das Leben. Sie waren Krisensituationen, in denen Menschen traumatische Erlebnisse verarbeiten mussten und mit eigenen oder geliehenen Worten – schon bestehenden Texten – dem Erlebten, das auf sie einwirkte, Ausdruck und Stimme gaben. Die Analphabetisierungsrate lag bei bis zu 98% der Bevölkerung. Doch das Erzählen und Weitergeben von stärkenden Geschichten, von Liedern und Gebeten war sehr verbreitet und hielt Gemeinschaften zusammen. Eine solche Erzählung bezog sich auf die Befreiungserfahrung aus Ägypten: Gott rettet aus Unfreiheit, Sklaverei und lebensfeindlichen Mächten und führt in die Freiheit eines geordneten und gelingenden Zusammenlebens. Diese Grunderfahrung der Befreiung deuten die Evangelien weiter: Die Auferstehung Jesu befreit aus der Macht des Todes (lebensfeindlich) zur Macht des Lebens (lebensfreundlich).

Nun ist das Besondere an der Bibel, dass bestimmte Texte und Erzählungen in unterschiedlicher Weise weiter tradiert, fortgeschrieben und aktualisiert wurden und zu unterschiedlichen Zeitpunkten als unveränderbar und „heilig“ – und damit dem menschlichen Zugriff unverfügbar – definiert wurden.

Die unterschiedlichen Texte bringen ihre Erfahrungen in Erzählungen, poetischen Texten, Gebeten, Liedern, Aufzählungen und Listen zum Ausdruck. Durch die Fülle können wir uns ansprechen lassen und für jede aktuelle Situation einen biblischen Text in unsere Zeit hinein sprechen und aktuell werden lassen. Biblische Texte geben Antworten, die bis heute tragfähig sind, auch auf Immanuel Kants vier Grundfragen: Was kann ich wissen? Was darf ich tun? Was kann ich hoffen? Was ist der Mensch?

 

Unveränderlich oder anpassbar?

In der jüdischen Ethik gibt es zwei Pole, zwischen denen sich die Auslegung der 613 Gebote bewegt. Auf der einen Seite „ist die Tora vom Himmel“, damit ist sie überzeitlich, ewig gültig, von Gott gegeben, unveränderbar und vom Menschen nie ganz erklärbar. Auf der anderen Seite gibt es die Gebote, „damit du lebst“ und das Leben gelingt. Die damals festgehaltenen Gebote müssen immer wieder an die aktuelle Zeit angepasst und in ihrem Verständnis an die Bedürfnisse der Zeit und ihre Entwicklungen neu ausgelegt werden.

Mir gefällt dieser Zugang sehr gut, denn er lässt sich auch auf die Bibel als Heilige Schrift des Christentums anwenden. In der Bibel spricht Gott in Menschenwort zu Menschen mit der gesamten Bandbreite dessen, was „Leben“ ausmacht. Die Grundthemen des menschlichen Lebens verändern sich über die Jahrtausende nur geringfügig. Bis heute stellen wir uns die Fragen, was ein gutes und erfülltes Leben ausmacht.

 

Texte, die zu neuem Leben aufbrechen

In den ersten Büchern der Bibel herrscht Aufbruchstimmung. Mit Abraham beginnt der Aufbruch in das verheißene Land von Osten (vgl. Gen 12). Insgesamt zwölfmal wird in diesem Buch aufgebrochen. Im Buch Exodus zieht das Volk aus der Sklaverei Ägyptens in zwölf Etappen Richtung Westen.

Diese Parallelisierung ist sehr bewusst gesetzt, denn die Zahl 12 steht im altorientalischen Denken für göttliche Herrschaft und zeigt sich besonders in den 12 Stämmen Israels, deren Nachkommen als Volk Israel aus Ägypten ziehen (vgl. Gen 49,28).

Mose ließ Israel vom Schilfmeer aufbrechen und sie zogen zur Wüste Schur weiter. (Ex 15,22) Diese Reisenotizen »das Volk brach von X auf und ging nach Y« stellen in den Büchern Exodus, Numeri und Deuteronomium eine literarische Gliederungshilfe dar. Mit jedem Ortswechsel geschieht etwas Neues. Gott ist der Auslöser für die Bewegung: Immer, wenn die Wolke sich von der Wohnung erhob, brachen die Israeliten auf zu all ihren Wanderungen. Wenn sich aber die Wolke nicht erhob, brachen sie nicht auf, bis zu dem Tag, an dem sie sich erhob. (Ex 40,26–37)

Mit der Ankunft im Zielland im Buch Josua legt sich die Reisetätigkeit des Volkes und weicht der Sesshaftigkeit. Damit ist noch nicht das Ende erreicht, nun bewegt sich die Gemeinschaft, die einen Gott ins Zentrum stellt, in einem langen Ringen auch innerlich auf diesen Gott zu. Der Weg ist von Höhen und Tiefen gekennzeichnet: Das Volk und seine Herrscher fallen immer wieder aus ihrer Beziehung zu Gott heraus. Es hält so lange an, bis Gott einen Retter (Richter), König oder Propheten schickt, der das Volk wieder zu Gott zurückführt. Dann begleitet Gott das Leben.

Im Neuen Testament bricht Jesus mit seinen Jünger:innen auf, um das Reich Gottes Wirklichkeit werden zu lassen. Insbesondere durch die Auferstehung und Geistsendung zeigt sich die Kraft Gottes. Sie verwandelt Menschen positiv. Aufbrüche für das Reich Gottes sind oft unscheinbar, doch mit viel Vertrauen auf Gott verbunden.

 

Hoffen und staunen

Dieses Vertrauen und insbesondere das Staunen des Menschen über Gott und seine Beziehung zum Menschen zeigt sich in biblischen Gebetstexten, beispielsweise in den Psalmen. In Psalm 8 fragt der betende Mensch Gott: „Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?“ (Ps 8,5)

Dieses Staunen und das Ringen um diese Frage beschäftigten Menschen seit frühester Zeit. Das Vertrauen in eine höhere Macht, die Einfluss auf das Leben des Einzelnen und einer Gemeinschaft ausübt, erleichtert das Leben: Gott steht mir bestärkend zur Seite und mit seiner Hilfe kann durch mich das Leben für mich selbst und die Menschen, mit denen ich in Beziehung stehe, gelingen.

Ich möchte Sie zu einer Bibelarbeit einladen, die Sie in einer Gruppe oder auch allein machen können. Sie steht unter dem Titel „Was ist der Mensch (Ps 8,5)“ und findet sich in unserer Materialdatenbank unter folgendem Link: https://www.dioezese-linz.at/dl/NOppJLJKMllKJqx4KJK/Bibelarbeit_und_Leitartikel_Bibelsaat_171_pdf

 

Magdalena Görtler M.A. ist Referentin im Bibelwerk Linz.

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