Vom Licht - Künstlerin Inge Dick
In der Stadtpfarrkirche Bad Ischl ist ein Werk der Künstlerin Inge Dick zu erleben. Inge Dick lebt am Mondsee. Seit den 1990er Jahren hat sie eindrucksvolle und sehenswerte Gestaltungen in oberösterreichischen Kirchenräumen – bezugnehmend auf den Titel „Vom Licht berührt“ – realisiert.
Zur Zeit (bis 10.1.2027) findet unter dem Titel „Vom Licht berührt“ eine sehenswerte Personale der Künstlerin Inge Dick in der Niederösterreichischen Landesgalerie Krems statt.
Die Werkschau in der Landesgalerie Niederösterreich führt erstmals alle Schaffensphasen der Künstlerin – von den 1960er-Jahren bis in die Gegenwart – in einer repräsentativen Auswahl zusammen. Die Retrospektive würdigt Inge Dicks vielschichtiges Lebenswerk und ist zugleich eine Hommage aus Anlass ihres 85. Geburtstags.
Videoportrait: Inge Dick im Gespräch mit Gerda Ridler, Künstlerische Direktorin NÖ Landesgalerie
Folgende Kirchenräume wurden von ihr mitgestaltet:
Bad Ischl - Stadtpfarrkirche Hl. Nikolaus
Künstlerische Gestaltung Liturgische Objekte, Altar, Ambo, Vorstehersitz und Torwand: Inge Dick Architektonische Konzeption: Arch. Christian Neureiter 2017
Die Stadtpfarrkirche Bad Ischl wurde zwischen 1771–80 errichtet. Sie erhielt mit dem Aufschwung des Ortes als Kur- und Badeort der Hocharistokratie seit den 1820er-Jahren eine eindrucksvolle Ausstattung. Charakteristisch sind die um 1877 entstandenen Malereien und Mosaike, die sämtliche Wand- und Gewölbeflächen einnehmen. Inge Dick nimmt die vorhandenen Farben als Leitmotiv für die neuen Objekte. Sie grundiert deren Oberflächen in Rot und Grün und überzieht sie mit einer dünnen Schicht Blattgold. Im Zusammenspiel von Farbe und Licht schimmert der Untergrund durch und geht ein eindrucksvolles Wechselspiel mit dem historischen Bestand ein.
Filialkirche Loibichl/Innerschwandt, Mondsee Hl. Josef
Inge Dick: Fenster und Altarraumgestaltung, 2011
„Mein Konzept für die Farbglasfenster der Kirche möchte ich den Titel WEGE ZUM LICHT geben. Diese sollen durch Verzicht auf gegenständliche Darstellung keine einengende Vorstellung erzeugen, sondern Ruhe und Frieden vermitteln."
Inge Dick
Und etwas weiter nördlich:
Pfarrkirche Puchkirchen am Trattberg, Hl. Jakobus d. Ä.
Inge Dick: Fenster, liturgische Orte, Architektur: Arch. Franz Treml, 2002
Die Helligkeit des Kirchenraumes ist in warmes Gelb getaucht. Die Künstlerin entschied sich bei der Gestaltung der Farbfenster für einen abgestuften goldgelben Farbton. „Dieser soll dem Kirchenraum eine festlich-heitere Stimmung geben“, erläutert die Künstlerin. Auf- und absteigende Lichtreihen symbolisieren die Dualität im Leben. KirchenZeitung 2002/43
Pfarrkirche Kronstorf, Hll. Bartholomäus und Katharina
Inge Dick: 8 Fenster, 1999
"Der Raum vermittelt nun eine große, aber nicht leere Stille. Ich hätte diesem Blau nicht so viel Wärme zugetraut. Dieses Blau - von der Farbpsychologie her ist Blau die Farbe der Ferne, in der abendländischen Bildtradition auch die Farbe der Transzendenz - verzaubert und verwandelt den ganzen Raum, ohne ihn in seiner Materialität auszulöschen. Und diese Spannung finde ich aufregend. Der Raum bleibt materiell und bekommt trotzdem eine neue geistige Qualität. Die Außenwelt schimmert noch durch, die Fresken erscheinen in einem neuen Schimmer, selbst das Kreuz und der Altar, ein schwerer Stein, bekommt eine gewisse immaterielle Qualität. " Prof. DDr. Monika Leisch-Kiesl, Ansprache zur Segnung/Fertigstellung, 1999

Martina Gelsinger
Fachbereich Kunst und Kultur
Diözese Linz