Auf der Achterbahn der Gefühle – Babyblues
Hormonbedingtes Stimmungstief
Eine Hauptursache für das Stimmungstief kurz nach der Geburt ist ein abrupter Wechsel im Hormonhaushalt. Für die Versorgung des Babys und das Stillen braucht der Körper einen anderen Hormonstatus als für die Schwangerschaft. Gleichzeitig wirkt die Anstrengung der Geburt als tiefe Erschöpfung nach. Die Folge ist eine Achterbahnfahrt von Gefühlen. Einerseits beschreiben viele Frauen die Geburt als das intensivste emotionale Ereignis ihres Lebens, als überwältigendes Glücksgefühl. Andererseits spüren viele (Versagens-)Ängste, Enttäuschungen und Verlust:
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„Ich vermisste meinen Bauch. Es kam mir vor wie ein unendlicher Verlust.“
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„Ich hatte mir das Gefühl so wunderbar vorgestellt, mein Baby endlich im Arm zu halten. Aber es war gar nicht so ein magischer Moment, wie man das in Filmen sieht oder erzählt bekommt. lch dachte, etwas stimmt nicht mit mir.“
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„Ich fühlte mich total dünnhäutig. Die Tränen liefen mir ständig übers Gesicht, ohne dass ich einen Grund dafür fand.“
Die Geburt eines Kindes bringt einen tiefgreifenden, unumkehrbaren Wandel mit sich. Diesen Übergang gilt es zu meistern. Das passiert nicht schlagartig mit der Geburt. Es ist ein längerer Prozess, der mit der Schwangerschaft beginnt und im engen Kontakt mit dem Kind weitergeht. Sich auf diese neue Lebensphase einzulassen bedeutet auch, von der früheren Abschied zu nehmen.
Grundlegende Veränderungen
Verunsicherung und Ängste sind normale Begleiter in dieser ersten Zeit, in der die Mutter lernt, mit den grundlegenden Veränderungen in ihrem Leben zurechtzukommen. Die „Heultage“ können Ausdruck und Ventil dafür sein. Sie gehen bei den allermeisten Frauen von selbst nach wenigen Tagen vorbei, wenn alle Körperfunktionen und auch die Emotionen allmählich eine neue Balance finden.
Unterstützung bekommen & Hilfe suchen
Vielen Frauen hilft es jetzt, wenn sie jetzt über ihre Gefühle sprechen können und in ihrem Umfeld Verständnis, Geduld und Unterstützung finden. Auch das Wissen und die Erfahrung einer Hebamme kann sehr entlasten. Manche junge Mütter kann es heftiger treffen. Ihr Kind kommt ihnen fremd vor. Sie fühlen sich nicht in der Lage, es zu versorgen. Sie können nicht schlafen, kämpfen mit Angst, Panik und Schuldgefühlen. Spätestens nach zwei Wochen sollten sie selbst oder ihre Angehörigen dann ärztliche Hilfe suchen.
Nützliche Informationen sowie Adressen von Selbsthilfegruppen und Fachleuten zu psychischen Erkrankungen rund um die Schwangerschaft und die Zeit nach der Geburt finden Betroffene unter
Nur Mia zählt – meine Erfahrung als Papa
Nur Mia zählt
Ich halte meine Tochter Mia zum ersten Mal im Arm. Wie soll ich ihn beschreiben, diesen Moment? – Mein Leben verändert sich, von einer Minute auf die andere. Ich empfinde ein Glücksgefühl, das ich mit keinem anderen vergleichen kann.
Jetzt sind Sarah und ich nicht mehr nur zu zweit. Unsere Tochter gibt jetzt den Rhythmus und die Richtung vor. Ja klar, manchmal fühle ich mich unsicher, besonders anfangs war das so. Aber inzwischen merke ich meistens, was Mia mag. Und anders als bei fremden Kindern habe ich häufig das Gefühl: Ich weiß, was ihr guttut. Ich achte aufmerksam auf ihre „Signale“ und reagiere angemessen darauf. Ich spüre, was sie braucht.
Es tut mir auch gut, dass Sarah und ich die Verantwortung für Mia gemeinsam schultern. Wir haben viel darüber gesprochen, wer von uns welche Aufgaben übernehmen kann. Und von Zeit zu Zeit schauen wir, ob es so passt oder ob wir etwas verändern müssen, damit keiner von uns zu kurz kommt.
Natürlich ist das manchmal alles ziemlich stressig. Doch unterm Strich überwiegt fast immer das Glücksgefühl. Ich kann mit meiner kleinen Tochter zusammen sein … und spüre ihr Vertrauen. Dann zählt für mich nur der Moment. Alles andere ist gar nicht so wichtig. Mia ist das Besondere.

