Samstag 21. Oktober 2017
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in der Stadt

Gott vertrauen und den Weg in eine neue Zukunft wagen

von Gabriele Eder-Cakl am 14. September 2017, 15:31 Uhr

Jes 40, 1-4.28-31

Die auf den Herrn hoffen, empfangen neue Kraft, wie Adlern wachsen ihnen Flügel.


Mt 14, 22-33  

Die Offenbarung des Gottessohnes auf dem Wasser. Jesus kommt den Jüngern auf dem Wasser entgegen, Petrus versucht es auch.

 

 

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben!


Ich muss bei manchen biblischen Erzählungen mit Petrus schmunzeln. Er ist der FELS und so wichtig für Jesus, für seine Begleiterinnen und Begleiter und schließlich für die Kirche. Es ist aber gerade Petrus, der am Wasser gehen will, der beim letzten Abendmahl gleich ganz gewaschen werden will, der Jesus verleugnet und plötzlich nie gekannt haben will.


Genau das macht ihn so greifbar und menschlich.


Er wagt wenigstens etwas. Fast wie ein kleines Kind verhält er sich – ein bisschen stur, bockig und selbstbewusst.
Es fällt auf, dass es nicht die durchgehend Perfekten um Jesus herum sind, die erkennen, wer er wirklich ist. Die Messias Bekenntnisse kommen von Petrus oder der Frau am Jakobsbrunnen zum Beispiel.


Ich habe in der aktuellen Mitarbeiterzeitung „Informiert“ die Quasikristalle beschrieben: Sie haben im Vergleich zu den Kristallen eine aperiodische / unregelmäßige Struktur und gerade deshalb sind sie HÄRTER und ELASTISCHER zugleich. Welche wunderbare Kombination der Eigenschaften! Es fasziniert mich.


Diese Botschaft möchte ich euch mitgeben: Es muss nicht immer alles rundherum glänzen und glatt sein und trotzdem kann es eine Stärke entwickeln!


Die Botschaft Jesu spricht genau davon: Ich nehme dich als ein Kind Gottes an, mit deinen Talenten und Fähigkeiten und mit deinen Ecken und Kanten. Du bist ein Kind Gottes auch mit zerzaustem Haar und halbfertig am Morgen. Trotzdem ruft Jesus immer wieder dazu auf, die Talente zu nutzen und etwas daraus zu machen, sie zu verwenden, einzusetzen und auch etwas zu wagen!
Petrus ist zumindest ein Stück am Wasser gegangen. Wer von uns hat das schon geschafft ;-)
Dann gibt Jesus ihm die Hand, fängt ihn auf und hält ihn. Er geht nicht unter.

 

Propheten, wie der Prophet Jesaja sind Sprachrohr Gottes und sehen die Realität deutlich, sie benennen sie auch. Der Prophet Jesaja wird nicht müde, die Größe Gottes zu beschreiben und den Menschen die Hilfe Gottes zuzusagen.


„Tröstet mein Volk, 
ebnet den Weg für Gott. Jedes Tal soll sich heben, jeder Berg sich senken!“


Geht das denn? Bei den Lektorenschulungen sage ich immer, stellt euch das einmal vor – Berge senken sich, Täler heben sich!


Die Größe und Besonderheit Gottes zeigt sich genau da: Scheinbar Unmögliches wird möglich. 
Ein klein wenig kennen wir das ja auch – wenn wir so erfüllt sind von Freude, von Zufriedenheit und innerem Frieden, oder wenn wir richtig verliebt sind – dann können wir Dinge, die wir uns nie zugetraut hätten.


Gott sagt uns zu: „Empfangt neue Kraft, wie Adlern wachsen euch Flügel. Ihr werdet nicht müde und matt!“


Ich bin überzeugt, dass wir auf Gott vertrauen und auch in unserer Diözese neue Wege in die Zukunft wagen können. Uns wird etwas einfallen, wie wir heute als Kirche agieren und leben!


In der aktuellen Pastoraltheologie (Christian Bauer) spricht man davon, dass es beides gibt: Säkular und religiös leben. Früher haben wir immer gesagt: entweder-oder. Heute leben Menschen beides. Menschen fällt am Sonntagvormittag nicht unbedingt beten oder Kirche gehen ein und trotzdem suchen sie den Segen für ihr Kind oder brauchen Trost und Hilfe.


Wie gehen wir mit dieser Realität um? Welche Wege schlagen wir ein?


Ich möchte euch da dieses Bild mitgeben: 

This image, called the Hubble eXtreme Deep Field (XDF), combines Hubble observations taken over the past decade of a small patch of sky in the constellation of Fornax. With a total of over two million seconds of exposure time, it is the deepest image

Wir sehen hier tausende Galaxien. Es ist ein Foto des Hubble Weltraumteleskopes. 


Als ich es im Museum in Noordwijk das erste Mal gesehen habe, war ich fasziniert. Aber mehr noch habe ich mich gefragt, warum der Museumsdirektor sich wie ein kleines Kind über dieses Bild freut.


Das Teleskop hat 14 Tage lang einen Stecknadelkopf großen schwarzen Punkt am Himmel belichtet. Es war nichts zu sehen. Herausgekommen sind tausende Galaxien!


Verleiht so ein Bild nicht Flügel für neue Ideen, andere Wege, neue Blicke oder ungewöhnliche Perspektiven!


Ich wünsche euch diese Flügel mit dem Gottvertrauen von Herzen!!

 

 

Text zum Download

 

Mag.a Gabriele Eder-Cakl, 14.9.2017

Foto: NASA, ESA, G. Illingworth, D. Magee, and P. Oesch (University of California, Santa Cruz), R. Bouwens (Leiden University), and the HUDF09 Team

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