Montag 10. Dezember 2018

Urnenbestattung und weitere Bestattungsformen

Urne. © cohdra/morguefile.com

Gedanken zur Feuerbestattung.

Liturgische Feier der Verabschiedung vor einer Einäscherung.

Liturgische Feier der Urnenbeisetzung. 

Feuerbestattung

Während früher vornehmlich weltanschauliche Gründe für die Feuerbestattung vorgebracht wurden, erfolgt sie heute weitgehend aus lebenspraktischen Motiven: menschlich-ästhetische, ethische, hygienische und ökonomische weniger aufwändige Grabpflege, Platzersparnis durch Urnenanlagen bzw. Kolumbarien), aber auch familiäre Veränderungen (Kleinfamilien, Zunahme der Einpersonenhaushalte, in großer Entfernung lebende Angehörige) und finanzielle Gründe (niedrigere Kosten der Urnenbestattung).

 

Beisetzung der Urne

Bei der Feuerbestattung sind die Kremation und die Beisetzung der Urne, beispielsweise im Grab auf dem Friedhof, in der Urnenhalle bzw. -mauer, auf See oder im Wald, zu unterscheiden.

In der Regel geht der Feuerbestattung eine Trauerfeier in der Kirche bzw. Trauerhalle oder im Krematorium voraus, bei welcher der Sarg im Mittelpunkt der Verabschiedung steht. Die Einäscherung als rein technische Angelegenheit vollzieht sich unter Ausschluss der Angehörigen und der Öffentlichkeit. Die Beisetzung der Urne wird immer mehr im privaten Kreis vorgenommen.

 

In Gottes Hände

Für Christen ist das Grab keine Endstation sondern der "Übergabeort" an dem sich das irdische und ewige Leben berühren. Der/die Tote wird in Gottes Hände gelegt wie es etwa das Lied "Zum Paradies mögen Engel dich begleiten, die heiligen Märtyrer dich begrüßen und dich führen in die heiliger Stadt Jerusalem. Die Chöre der Engel mögen dich empfangen, und durch Christus, der für dich gestorben, soll ewiges Leben dich erfreuen." ausdrückt. Der Abschluss, das Einsenken  des Sarges in die Erde, des Rituales entfällt für die Angehörigen bei einer Urnenbestattung, was das Abschiednehmen und Aufarbeiten der Trauer erschweren kann.

 

Kirchliche Bestattung

Auch wenn der Gläubige seinen Leichnam zur Einäscherung bestimmt hat, hat er das Recht auf eine kirchliche Bestattung

Das Kirchenrecht sagt dazu: „Nachdrücklich empfiehlt die Kirche, dass die fromme Gewohnheit beibehalten wird, den Leichnam Verstorbener zu beerdigen; sie verbietet indessen die Feuerbestattung nicht, es sei denn, sie ist aus Gründen gewählt worden, die der christlichen Glaubenslehre widersprechen“.

 

 

 

Ablauf der Feier

Wenn der Leichnam eingeäschert wird, sind grundsätzlich zwei liturgische Feiern möglich:

 

 Feier der Verabschiedung vor einer Einäscherung
Die Feier der Verabschiedung vor einer Einäscherung  findet in Anwesenheit des Sarges mit dem Leichnam in der Kirche, der Friedhofskapelle oder Trauerhalle, der Aufbahrungshalle oder in einem Verabschiedungsraum statt. Die Ordnung für diese Feier legt besonderen Wert darauf, dass die Gemeinde auf eine angemessene Weise vom Verstorbenen Abschied nehmen kann. Es entspricht dem Sinn der Feier und ihrer Bedeutung für die Angehörigen, wenn der Sarg am Ende der Feier dem Blick der Versammelten entzogen wird.
Feier der Urnenbeisetzung

Nach Maßgabe der diözesanen Bestimmungen soll die Urne nach Möglichkeit in einer liturgischen Feier beigesetzt werden. Die Feier der Urnenbeisetzung findet am Ort der Urnenbeisetzung statt. Ist eine erste Station in der Friedhofskapelle oder Trauerhalle vorgesehen, so kann die Eröffnung und der Wortgottesdienst gehalten werde. 

 

 

Für die Beisetzung einer Urne außerhalb eines Urnenhaines, einer Urnenhalle oder eines Friedhofes ist eine Bewilligung der Gemeinde, in der die Urne beigesetzt werden soll, erforderlich.

 

Gestaltung der Feier

Wie eine solche Feier gestaltet werden kann finden Sie in "Die kirchliche Begräbnisfeier" (download). und in "Die kirchliche Begräbnisfeier, Pastorale Einführung" ab Seite 20 (download).

Herausschreiben

 

Heilige Messe und Gebet

Findet keine liturgische Feier der Urnenbeisetzung statt, können die Angehörigen Elemente aus der Feier der Urnenbeisetzung (siehe "Die kirchliche Begräbnisfeier" (download)) für das private Gebet bei der Urnenbeisetzung verwenden. Besonders wichtig ist die Feier der Urnenbeisetzung dann, wenn keine Feier der Verabschiedung vor der Einäscherung stattgefunden hat. In diesem Fall ist es wünschenswert, dass vor oder nach der Urnenbeisetzung die heilige Messe (oder gegebenenfalls eine Wort-Gottes-Feier) in der Kirche gefeiert wird.

 

Weitere Bestattungsformen

 

 

Sozialbestattung 

Können Angehörige die Begräbniskosten nicht aufbringen, sind keine Angehörigen auffindbar bzw. können die Kosten für eine Beerdigung von den Angehörigen nicht gedeckt werden, wird die Bestattung von den Behörden angeordnet ("Sozialbestattung" bzw. "Armenbestattung"). Diese Bestattungsart ist sehr schlicht gehalten. Details dazu sind in den Bestattungsgesetzen der Bundesländer festgelegt. MitarbeiterInnen der Friedhofsverwaltung, SeelsorgerInnen und Gemeinden setzen sich auch in diesen Fällen für ein würdiges Begräbnis ein: Totenfürsorge als Teil der Armenfürsorge.

 

Zeichen des Gedenkens

Die mit der anonymen Bestattung zusammenhängenden Probleme betreffen vor allem die Verhinderung der Trauerarbeit und des Totengedenkens an einem bestimmten Ort: Trauer wird ortlos. Darüber hinaus geht es aber um Tieferes: Der Umgang mit den Toten wird zur Beseitigung und zur Entsorgung der Leichen; was vom Menschen bleibt, ist eine anonyme Grabstätte, an die sich keine Geschichte knüpft; das Leben der Vorfahren bleibt für die kommenden Generationen namenlos; die Generationenkette reißt ab; eine zunehmende Geschichtslosigkeit greift um sich.

Anonyme Bestattung

Anonym meint hier "namenlos" oder "unbekannt": Es gibt weder eine Bekanntgabe der Bestattung (Zeit und Ort) und keine Bezeichnung der Grabstätte mit dem Namen des dort Bestatteten. Die Feier findet ohne religiöse Zeremonien und meist ohne jede Beteiligung von Angehörigen statt. 

 

Gemeinsames Zeugnis

Die Katholische Kirche setzt sich dafür ein, sichtbare Zeichen des Gedenken zu schaffen - für Lebende und für Tote. Der Glaube an die Auferstehung übersteigt eine Fixierung auf die Gräber. Auf der anderen Seite erscheint es notwendig, in Todesanzeigen, in der Gestaltung von Grabsteinen und Friedhöfen und vor allem in den gemeinsamen liturgischen Feiern Zeugnis für den Glauben an Gott und für die Hoffnung auf die Auferweckung der Verstorbenen zu geben.

 

  

Die Deutsche Bischofskonferenz hat die Entwicklungen der Begräbnisfeier sowie alle weiteren Bestattungsformen (Sozialbestattung, anonyme Bestattung, Urnenbestattung auf See oder im Wald) in "Tote begraben und Trauernde trösten. Bestattung im Wandel aus katholischer Sicht" (download) zusammengefasst und kommentiert.

 

Quellenangabe:

Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz (2005): Tote begraben und Trauernde trösten. Bestattungskultur im Wandel aus katholischer Sicht. Bonn

 

 

Diözesane Orientierungen zu Feuerbestattung und Friedhofskultur in den Pfarren

Vielfältige gesellschaftliche Veränderungen werfen im Bereich der Bestattung neue Fragen auf. Die neu erstellten Orientierungen des Liturgiereferats der Diözese Linz beschäftigen sich im Besonderen mit der Feuerbestattung und den Fragen, die sich daraus für die Bestattungsliturgie und für die Friedhofskultur in den Pfarrgemeinden ergeben.


 

Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe;
denn von ihm kommt meine Hoffnung.

Ps 62,6

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