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Was hält uns gesund?

von Mag. Markus Peböck, Geschäftsführer Institut für Gesundheitsplanung

Gesundheitsbegriffe heben unterschiedliche Aspekte hervor. Gesundheit und Krankheit werden als Endpunkte eines Kontinuums betrachtet.

Gesundheitsförderung fragt danach, was Menschen gesund hält. Die WHO hat dafür einen „Regenbogen“ der Einflussfaktoren auf die Gesundheit entwickelt. Dieser macht deutlich, dass Gesundheit von vielen verschiedenen Faktoren abhängt, nicht nur von einem funktionierenden Krankenversorgungssystem und dem Verhalten jedes/r Einzelnen. So kann sich auch jeder KBW-Treffpunkt Bildung vor Ort fragen, was er zur Gesundheit beitragen kann. 


Was ist Gesundheit?

Gesundheit kann auf sehr unterschiedliche Weise definiert werden, je nach Herangehensweise. Ein wichtiges Merkmal ist zum Beispiel die objektive oder subjektive Sichtweise, also je nachdem, ob man sich selbst als gesund oder krank einstuft oder ob dies eine andere Person (meistens ein Arzt oder eine Ärztin) tut. Ich kann mich also selbst gesund fühlen, mein/e Arzt/Ärztin sagt mir aber das Gegenteil (oder auch umgekehrt). Gerade bei diesen vermeintlich objektiven Zugängen wird Gesundheit auch oft über (die abwesende) Krankheit definiert, nach dem Motto: Ich bin so lange gesund, bis eine Krankheit nachgewiesen werden kann. 
Die bekannteste Definition ist wohl jene der WHO: „Gesundheit ist ein Zustand völligen psychischen, physischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen.“ In dieser Definition sind bereits die wichtigsten drei Bereiche enthalten: Körper, Geist bzw. Seele und die soziale Einbindung. Auch die Hinwendung zu einer gesundheitsförderlichen Sicht ist bereits erkennbar. Allerdings wird Gesundheit hier als etwas Absolutes betrachtet, das wohl nie erreicht werden kann. Diesem Umstand wird die Definition von Aaron Antonovsky eher gerecht: „Gesundheit und Krankheit sind Endpunkte eines Kontinuums, auf dem sich der Mensch Zeit seines Lebens bewegt. Auch ein Mensch, der sich gesund fühlt, hat kranke Anteile und ein kranker Mensch gesunde Anteile.“ Der Blick soll dabei in Richtung Gesundheit gehen. Es werden nicht nur jene Faktoren betrachtet, die die Gesundheit belasten, sondern vor allem jene Faktoren, die die Gesundheit stärken, also die Ressourcen einer Person. Dies ist auch der Inhalt der Gesundheitsförderung, nämlich zu schauen, was uns gesund hält (im Gegensatz zur Prävention, bei der versucht wird, Krankheiten zu verhindern).


Was macht uns gesund? Was macht uns krank?

Für die Einflussfaktoren auf Gesundheit und Krankheit hat sich die Darstellung, die auf ein WHO-Dokument von Göran Dahlgren und Margaret Whitehead zurückgeht, etabliert: Von innen nach außen werden in einem Halbkreis die Einflussfaktoren auf die Gesundheit von Menschen beschrieben. Neben Alter, Geschlecht und Erbanlagen sind dies die Art der individuellen Lebensweise (z. B. Selbstverantwortung für einen gesunden Lebensstil), die Integration in soziale und kommunale Netzwerke (z. B. Anzahl und Qualität der sozialen Beziehungen), die Lebens- und Arbeitsbedingungen (z. B. Arbeit/Arbeitslosigkeit) und allgemeine sozioökonomische, kulturelle und Umwelt-Faktoren (z. B. sauberes Trinkwasser, Friedenszeiten…).

Quelle: Fonds Gesundes Österreich; nach Dahlgren G., Whitehead M.: Policies and strategies to promote social equity in health. Background document to WHO-Strategy paper for Europe. 1991

 

Das Modell zeigt zwei wichtige Erkenntnisse auf:
Erstens zeigt es sehr deutlich, dass Gesundheit nicht nur von der Krankenversorgung abhängt. Schätzungen gehen davon aus, dass in einer westlichen Industriegesellschaft der Krankenversorgungssektor nur zu 10 bis 30 Prozent für die Gesundheit einer Gesellschaft verantwortlich ist. Der Rest entsteht in anderen Bereichen. 
Und zweitens gibt es unterschiedliche Abhängigkeiten zwischen diesen Einflussfaktoren. Dem häufig genannten Ruf nach mehr Bewegung und gesünderer Ernährung müssen auch entsprechende Angebote folgen. In der Fachsprache handelt es sich hier um den Unterschied von Verhalten und Verhältnissen. Dazu ein Beispiel aus der Schule: Den SchülerInnen das nötige Wissen über gesunde Ernährung beizubringen, ist überaus wichtig (Verhalten). Gesund ernähren können sich die Kinder aber nur, wenn auch im Schulbuffet ein ausgewogenes Angebot vorherrscht und gesunde Lebensmittel zu annehmbaren Preisen angeboten werden (Verhältnisse). 

 

Wer ist für die Gesundheit verantwortlich?

Damit wird schnell klar, dass die Verantwortung für die Gesundheit weder allein in der Krankenversorgung noch vollständig bei jedem und jeder Einzelnen liegen kann. Alle Bereiche der Gesellschaft tragen Verantwortung für die Gesundheit. Dazu ein paar Beispiele: 

  • Verkehr: Die Art, wie öffentliche Verkehrsmittel oder auch Fuß  und Radwege gefördert werden, hat große Auswirkungen auf unser Bewegungsverhalten. Mehr Menschen steigen auf das Fahrrad, wenn sie passende Infrastruktur vorfinden. 
  • Damit einhergehend das Thema Raumplanung: Soziale Kontakte im Ort können entstehen, wenn es Plätze, Grünflächen, Erholungsräume gibt, wo man sich treffen und austauschen kann. 
  • Bildung ist ein wichtiger Faktor: Höher Gebildete weisen in vielen Bereichen bessere Gesundheitsfaktoren auf und leben länger. 


Und was hat das mit dem KBW-Treffpunkt Bildung vor Ort zu tun?

Gesundheitsförderung sollte also sowohl die Verhältnisse als auch das Verhalten der Menschen beeinflussen und darauf ausgerichtet sein, dass die Ressourcen der Menschen gestärkt werden. Sie umfasst nicht nur die Medizin, sondern beinhaltet Maßnahmen aus allen gesellschaftspolitischen Bereichen. Die WHO hat in der Ottawa-Charta dafür einen wichtigen Satz geprägt: „Gesundheit wird von den Menschen in ihrer alltäglichen Umwelt geschaffen und gelebt, dort, wo sie spielen, lernen, arbeiten und lieben.“ Seither hat es sich etabliert, dass Gesundheitsförderung in den Lebenswelten (sogenannten Settings) umgesetzt wird. In den klassischen Settings wie Schule oder Betrieb haben sich bereits fixe Prozesse mit Bedarfserhebung, Zielsetzung, Maßnahmenplanung bzw.  umsetzung und Evaluierung etabliert, die von einer breiten Partizipation der Beteiligten geprägt sind.  Aber auch die Pfarre kann als Setting bezeichnet werden, in dem gesundheitsförderliche Verhältnisse geschaffen werden. 


In der christlichen Erwachsenenbildung liegt das Hauptaugenmerk selbstverständlich in den Bereichen der seelischen und sozialen Gesundheit, wo bereits viele Veranstaltungen angeboten werden. Darüber hinaus könnte man sich aber auch z. B. folgenden Überlegungen widmen:

  • Wie gesundheitsfördernd sind die Rahmenbedingungen der Veranstaltungen? Mögliche Überlegungen: Radabstellplätze für BesucherInnen, Bewegungspausen während der Veranstaltung, ist Alkohol beim gemütlichen Abschluss notwendig usw. 
  • Gibt es vielleicht die Möglichkeit, Gesprächsrunden (sogenannte Gesundheitszirkel) ins Leben zu rufen, die die gesundheitsförderlichen Verhältnisse der Pfarre zum Inhalt haben und Vorschläge für Aktivitäten und Maßnahmen erarbeiten?
  • Die Gesundheit des KBW-Treffpunkt Bildung Teams sollte nicht zu kurz kommen. Vielleicht gibt es einmal die Möglichkeit, diese zu reflektieren. 

 

Es gäbe noch eine Reihe von weiteren Möglichkeiten, die umgesetzt werden könnten. Bei allen Aktivitäten sollte auf den erhobenen Zeigefinger (du sollst…, du darfst nicht…) verzichtet werden, dieser hat noch nie gewirkt. Wichtig ist, dass die Betroffenen von Beginn an eingebunden werden und dass alle Aktivitäten auf Freiwilligkeit beruhen und Spaß machen.

 

Viel Vergnügen dabei wünscht

Mag. Markus Peböck

 


Im Leitfaden Gesundheitsförderung in Gemeinden, Stadtteilen und Regionen des FGÖ findet man interessante Tools und Methoden zur Gesundheitsförderung: http://fgoe.org
Interessante Praxis-Datenbanken für Gesundheitsförderungs-Projekte sind unter anderem www.gesundheitliche-chancengleichheit.de und die Projektdatenbank des FGÖ: www.fgoe.org

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