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Spiritualität und Gesundheit

Mit Spiritual Care spirituelle Bedürfnisse kranker Menschen in den Blick nehmen.

 Spiritualität und Religion sind in vielen gesellschaftlichen Bereichen neu präsent. 

Sprunghaft ist insbesondere die medizinische, psychologische und pflegewissenschaftliche Fachliteratur zu Religion bzw. Spiritualität und Gesundheit seit der Jahrtausendwende gestiegen. Eine Vielfalt an empirischen Studien belegen die heilenden, stress- und schmerzreduzierenden bzw. gesundheitlich stabilisierenden Wirkungen von Achtsamkeitsübungen und Meditation. Eine Reihe von wissenschaftlichen Forschungen beschäftigt sich mit der praktischen und gesundheitsbezogenen Nutzbarmachung von Spiritualität und Meditation. 
Im Bildungsbereich hat dies längst Einzug gehalten, in verschiedenen Gesundheitsangeboten, die teils ihre spirituelle Verankerung nicht mehr erkennen lassen oder nur, wenn dies die jeweilige Kursleitung deutlich macht, wie z.B. durch eine Lebensweisheit jeweils am Ende eines Yoga-Kurses. Aber auch explizit in Kursen, die den Zusammenhang zeigen, wie z.B. in Achtsamkeitstrainings (z.B. MBSR nach Jon Kabat-Zinn).

 

Gebet und Meditation haben heilende Wirkung und reduzieren Stress sowie Schmerzen.

 

Heilungsprozesse brauchen spirituelle Basiskompetenz

Die genannten Frageperspektiven sind exemplarisch für ein Forschungs- und Praxisfeld, das unter dem Begriff Spiritual Care zusammengefasst wird. Der Begriff war vor zwanzig Jahren zumindest in Deutschland noch weitgehend unbekannt, hat seither aber eine große Karriere gemacht. Er stammt aus dem angloamerikanischen Sprachraum (England, Nordamerika, Kanada): Dort konnte er sich bereits vor mehr als 25 Jahren im Gesundheitswesen als Fachterminus etablieren und auch weltweit verbreiten. Spiritual Care ist die gemeinsame Sorge aller helfenden Berufe für die spirituellen Nöte, Wünsche, Ressourcen kranker Menschen. Spiritual Care ist gleichzeitig eine Praxis und eine Wissenschaft an der Grenze zwischen Medizin, Pflege, Sozialer Arbeit, Psychologie und Psychotherapie, Theologie und Krankenhausseelsorge. Dabei leitend ist die Grundüberzeugung, dass es für Heilungsprozesse eine spirituelle Basiskompetenz aller Gesundheitsberufe braucht, in Ergänzung zur Spezialkompetenz der Krankenhausseelsorge.

 

Die Basis ist ein komplexes Gesundheitsverständnis. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert die Behandlung am Lebensende (Palliative Care) als Unterstützung kranker Menschen und ihrer Angehörigen in drei Feldern: physische Probleme (z.B. körperliche Schmerzen), psychosoziale (z.B. Vereinsamung, Depression) und spirituelle (z.B. Verzweiflung, Verlust des Lebenssinns). Spiritual Care beginnt jedoch nicht erst am Lebensende, sondern in allen Grenz-Situationen, in denen die Sinnfrage auftaucht. Eckhard Frick, Leiter der Forschungsstelle Spiritual Care an der TU München und Professor für Anthropologische Psychologie, stellt dies ins Zentrum, wenn er Spiritual Care als eine „Grenzkompetenz“ charakterisiert.

 

Suche nach Lebenssinn und Transzendenz

Dabei zu überwinden ist immer wieder eine Barriere: Religion und Spiritualität sind bei uns oft privatisiert, teils sogar tabuisiert. Ein breiter Begriff von Spiritualität hilft da am besten weiter, denn durch eine gewisse begriffliche Unschärfe ist er anschlussfähig für die Suche und das Bedürfnis von Menschen nach Lebenssinn und Transzendenz und ihre Ressourcen in diesem Zusammenhang, und zwar sowohl bei religiösen als auch bei areligiösen Menschen. Das weiteste Verständnis prägte der evangelische Praktische Theologe Traugott Roser: „Spiritualität ist das, was der Patient dafür hält.“ Der Klinikseelsorger Erhard Weiher formuliert es so: „‚Spiritualität‘ ist der ‚innere Geist‘, aus dem heraus ein Mensch sein Leben und Dasein versteht, er sich inspiriert fühlt und mit dem er auch schicksalhaften Ereignissen zu begegnen sucht. Diese Umschreibung hat zur Folge, dass man bei jedem Menschen eine spirituelle Dimension voraussetzen kann, eine innerste Einstellung, mit der er bewusst oder weniger bewusst sein Weltdasein interpretiert und sein Leben gestaltet.“ Spiritualität (von lat. spiritus: Geist, Atem) umfasst also die Suche nach Lebenssinn und Transzendenz. Für Menschen mit religiöser Bindung ist dies die persönliche Religiosität innerhalb ihrer Glaubensgemeinschaft, mit den entsprechenden Ritualen, Texten, Gemeinschaftsformen. Andere entdecken ihre Spiritualität auch säkular in ihrer Weltanschauung, ihrem humanitären Engagement oder ihrer Naturverbundenheit. Eingebürgert hat sich daher in Anlehnung an den angelsächsischen Sprachgebrauch der Doppelausdruck R/S.

 

Religion und Heilung stehen schon lange in Verbindung

Die Basis für die erneute Verbindung von Gesundheit und Spiritualität sind lange kulturelle Traditionen des Miteinanders von Religion und Heilung. Die Krankenheilungen und Dämonenaustreibungen Jesu – in der Tradition prophetischer Zeichen – sind ein wichtiges Indiz für die Verortung im Christentum. Schon sehr früh, im 4. Jahrhundert, kam es zur Einrichtung von Hospitälern, die Hilfsbedürftige aller Art aufnahmen. Noch heute zeugen in vielen europäischen Städten Gebäude und Bezeichnungen von der reichen Hospiztradition des Mittelalters. Nach den Ausdifferenzierungen von Medizin und Religion und den Partikularisierungen steht seit einigen Jahren wieder die Frage nach den Brückenschlägen im Blick.

 

Mit Vertrauen und Gelassenheit gesund bleiben

Von großer Bedeutung ist das Bewahren der Gesundheit, die Prävention. Gesellschaftlich wird erkannt, wie wichtig es ist, das große Erfahrungswissen christlicher Spiritualitäten und die reichen spirituellen Traditionen anderer Religionen sowie die Forschungsergebnisse von Spiritual Care in einen Dialog zu bringen: mit Menschen in verschiedenen Positionen der Arbeitswelt, insbesondere mit Führungskräften. Das Bewusstsein wächst, dass es Grundhaltungen, wie Vertrauen, Gelassenheit, Fehlerkultur braucht, um den großen Wandel der Arbeitsverhältnisse in der VUKA-Welt (VUKA steht für volatility, uncertainty, complexity, ambiguity als Kennzeichen unserer Welt) so zu gestalten, dass Menschen, Organisationen und unsere (Um-)Welt gesund bleiben oder es wieder werden. 

 

Austausch über unsere Kraftquellen trägt bei zur Gesundheit

Insofern Bildungseinrichtungen in ihren Angeboten auf vielfältige Weise den Zusammenhang von Gesundheit und Spiritualität aufnehmen, helfen sie mit, Menschen in diesen Herausforderungen zu stabilisieren. „Was Hoffnung schenkt und Wurzeln schafft“ kann eine bildhafte Umschreibung sein für Spiritualität: das ist Anliegen vieler Veranstaltungen.


Ein besonderes Gewicht wird in Zukunft im Kontext von Spiritualität und Gesundheit der Blick auf die konkreten Religionen, ihre heilsamen Rituale, ihr Gesundheits- und Heilungsverständnis gewinnen. Hier tut sich ein neues Aufgabenfeld auf: Wie kann es uns gelingen, dass wir, so wie wir kulturell und religiös geprägt sind, je vor Ort mit Menschen anderer Kulturen und Religionen darüber ins Gespräch kommen? Aus der Arbeit von Spiritual Care zeigt sich, dass dabei die grundlegende Frage hilft, aus welchen Ressourcen wir leben, was uns Kraft zum Leben gibt, sowie die Frage, was wir brauchen und uns voneinander wünschen, welche Rolle dabei Religion und Spiritualität spielen. Dies miteinander in den Blick zu nehmen und zu stärken, hält und macht gesund: einzelne, Gruppen, unsere Gesellschaft. 


Lydia Maidl
Studierte Katholische Theologie, Philosophie und Latein. Professorin für Fundamentaltheologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München; Mitarbeiterin am Institut für Angewandte Entwicklung, Forschung und Weiterbildung der Katholischen Hochschule Freiburg; Visiting Fellow mit Schwerpunkt Spiritual Care an der Hochschule für Philosophie München; Redakteurin der Zeitschrift Spiritual Care. 

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