Mittwoch 24. Januar 2018

Liebe Kollegin, lieber Kollege,

wir erleben derzeit einen Rechtsruck.

Radikalisierung und Diffamierung, unzulässige Generalisierungen, „spielen“ mit Halbwahrheiten, denunzieren von (sozialen) Randgruppen, unseriöse Vereinfachungen, schüren von Ängsten, in Frage stellen schwer erkämpfter und bislang außer Streit gestellter Errungenschaften etc. werden wieder salonfähig. 

 


Dazu ein Beispiel: Im Zuge des Wahlkampfs zu den deutschen Bundestagswahlen habe ich im Radio von einem der führenden AFD-Köpfe gehört: „Wir werden sie jagen!“ 
Wen werden sie jagen? Die anderen Parteien, nicht genehme PolitikerInnen, Flüchtlinge und MigrantInnen, die Menschen an den Rändern der Gesellschaft? Das ging aus dieser Kampfansage nicht klar hervor bzw. wurde - wie so oft bei den „Neuen Rechten“ - bewusst offen gelassen.


Wider die Gleichgültigkeit

In den Medien habe ich darüber wenig Empörung wahrgenommen. Eher habe ich den Eindruck, dass viele Menschen diesen Tendenzen mit großer Gleichgültigkeit gegenüberstehen. 
Eli Wiesel, Holocaust-Überlebender, Schriftsteller, Publizist und Friedensnobelpreisträger 1986, hat kurz vor seinem Tod 2016 davon gesprochen, dass die Gleichgültigkeit eine der größten Tragödien der Menschheit heute ist. 


Eine neue Menschlichkeit entwickeln

Angesichts der gegenwärtigen Entwicklungen in unseren Gesellschaften und des bedenklichen Umgangs miteinander, sowie des bevorstehenden Ge- und Bedenkjahres 2018 sehe ich es als eine Aufgabe christlicher Erwachsenenbildung, gegen das Vergessen aufzutreten, die Gleichgültigkeit zu überwinden und an einer neuen Kultur von Mit-Menschlichkeit zu arbeiten. 
Denn eines wissen wir aus der Geschichte und aus der Psychologie: Mensch sein alleine ist zu wenig! Menschliche Reife kommt nicht von der Lebenserfahrung, sondern von der Reflexion über diese Erfahrungen und was man daraus gelernt hat. 

Angst reflektieren und verstehen

Kürzlich habe ich gelesen: Wir hatten noch nie so viel Angst wie heute, obwohl es uns noch nie so gut gegangen ist wie heute! Vielleicht haben wir gerade deshalb so viel Angst: Angst vor Sicherheitsverlust, Angst vor Wohlstandsverlust, …
Nehmen wir diese Ängste ernst, aber lassen wir uns dadurch nicht lähmen. Als ChristInnen in Österreich wissen wir, dass wir in einer „privilegierten Welt“ leben dürfen und dass „genug für alle“ da ist, um ein menschenwürdiges Leben führen zu können. 


Wovor wir wirklich Angst haben müssen, ist unsere Angst, die wir haben. Denn sie kann unberechenbar werden und zu einem irrationalem Verhalten führen, wenn wir sie nicht reflektieren und ihr auf den Grund gehen. 


Meine Lieben, wir haben genug zu reflektieren, daraus unsere Schlüsse zu ziehen und zu handeln.

Topaktuell: Freuen Sie sich mit uns über den Preis der Kath. Erwachsenenbildung Österreichs 2017, mit dem wir am 13. November ausgezeichnet wurden. Die Jury hat damit ein wichtiges Zeichen gesetzt.

 

Ihr/dein,
Christian Pichler
Leiter Katholisches Bildungswerk OÖ

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