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    22.3.2021 mit Reinhard Stiksel

Corona, Klima & co. Was hat die Kirche noch zu sagen?

Online Talk mit Dr.in Magdalena Holztrattner zum Nachlesen

Der KBW-Treffpunkt Bildung setzt sich in der Online Talk Reihe „Gemma Demokratie“ seit September mit unterschiedlichen Aspekten demokratiepolitischer Bildung auseinander. Hier finden Sie den Bericht über den Online Talk mit Dr.in Magdalena Holztrattner zum Nachlesen.

Magdalena Holztrattner

© Foto: Jacqueline Godany

 

Im vierten Teil am 19. Jänner 2021 ist Dr.in Magdalena Holztrattner mit den Teilnehmenden der Frage „Was hat die Kirche heute noch zu sagen?“ nachgegangen. Gerade in Zeiten von Corona- und Klimakrise kann man sich die Frage stellen, wo und wie Kirche öffentlichkeitswirksam wird, beziehungsweise werden kann.

 

Christliche Soziallehre und ihre sechs Prinzipien

Mit der christlichen Soziallehre und ihren sechs Prinzipien hat die katholische Kirche und haben wir als Christ*innen ein Instrument, das uns Orientierung gibt. „Die christliche Soziallehre ist kein Kochrezept, sondern wie ein Kompass, der uns die Richtung weist und uns in unserem Handeln leitet“, so Magdalena Holztrattner in ihrem Vortrag. Durch die Sozialethik wird uns eine Zielrichtung vorgegeben, unsere Welt bestmöglich zu gestalten. Das „gute Leben für alle“ muss in den Blick genommen und angestrebt werden.

 

Die Menschenwürde ist eines der zentralen Prinzipien. Uns Menschen als Abbild Gottes ist Menschenwürde bedingungslos zugesagt. Im Gelingen, aber auch im Scheitern ist diese Würde unantastbar.

 

Gemeinwohl als zweites Prinzip meint, dass dadurch das Wohl der Einzelperson mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen sichergestellt wird. Es wird so garantiert, dass gemeinsame Werte und Ziele erreicht werden, die jede*r einzelne nicht erreichen könnte.

 

Solidarität drückt aus, dass wir alle füreinander verantwortlich sind, weil alle(s) mit allem verbunden ist. Solidarität als Tugendprinzip meint die Haltung im individuellen Handeln. Solidarität als Strukturprinzip ist gesellschaftlich verankert und ist für ein gutes Miteinander notwendig. Solidarität im sozialethischen Sinn darf nicht an der Staatsgrenze enden, denn „wir alle sind Geschwister“ wie Papst Franziskus in der Enzyklika „Fratelli Tutti“ betont.

 

Subsidiarität als viertes Prinzip bestimmt die Balance zwischen Selbstverantwortung und Hilfe zur Selbsthilfe. Jede*r einzelne soll im Rahmen ihrer*seiner Möglichkeiten selbst aktiv werden und handeln. Dort, wo Grenzen der eigenen Möglichkeiten erreicht werden, unterstützt die je größere Einheit (der Staat).

 

Nachhaltigkeit im Sinne der christlichen Soziallehre meint eine intergenerationale, soziale und ökologische Gerechtigkeit. In jeder Entscheidung muss das „gute Leben für alle“ mitgedacht und langfristige Konsequenzen unseres Handelns einkalkuliert werden.

 

„Option für die Armen“ als sechstes Prinzip hat soziale Gerechtigkeit im Blick und soll gewährleisten, dass alle gut am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Wobei diese Fragen besonders aus dem Blick der Benachteiligten und Ausgegrenzten beurteilt werden sollen.

 

Foto: © Anna Egger / Die Prinzipien der christlichen Soziallehre grafisch dargestellt.

Die Prinzipien der christlichen Soziallehre grafisch dargestellt. / Grafik: © Anna Egger

 

Nähere Informationen zu den Prinzipien in Kurzfilmen erklärt, finden Sie hier: www.youtube.com

 

Grundlage für unser Handeln sollte ein christliches Menschen- und Gesellschaftsbild sein. Darunter versteht man den Menschen als freies Subjekt, das Verantwortung trägt für die Gestaltung der Gesellschaft und ein sozialer Zusammenhalt gemeinsam gedacht wird. Daraus ergibt sich folgende sozialethische Frage, die uns leitet: „Ist das, was ist, so, wie es sein soll und kann es darum von mir/uns verantwortet werden?“ 

Im „sozialethischen Vierschritt“ bekommen wir Christ*innen eine Anleitung für ein verantwortliches Leben:

  1. SEHEN: die Realität wahrnehmen, wie sie ist
  2. URTEILEN: die Realität im Licht des Evangeliums einordnen
  3. HANDELN: die Realität wirksam gestaltend verändern
  4. FEIERN: den Alltag unterbrechen und dankbar sein für das, was geschehen ist

Holztrattner betont, dass gerade der vierte Schritt nicht übersehen werden darf. Denn so gelingt es „ein Stück Himmel ins Leben zu lassen“. Gerade in Zeiten der Krise ist es hilfreich, sich in einer Haltung der Dankbarkeit zu üben, um offen und positiv gestimmt zu bleiben.

 

Dr.in Magdalena Holztrattner ist Theologin, Armutsforscherin, Prozessbegleiterin und Coach. Sie ist Ressortleiterin für Pädagogik und Pastoral beim Verein für franziskanische Bildung. Zuvor war sie Direktorin der Katholischen Sozialakademie Österreich.

 

Text: Michaela Wagner, Geschäftsfeldleiterin KBW-Treffpunkt Bildung

 


 

Nächste Veranstaltung in dieser Reihe:

Eine Krise als Chance?

Politik und Gesellschaft in Zeiten von Corona.

Termin: Di., 23.2.2021, 19 bis 20 Uhr

Referentin: Birgit Krenn, MA, Masterstudium Erwachsenenbildung; Schwerpunkt (demokratie-)politische Bildung

 

Nähere Informationen und den Link für die Teilnahme finden Sie unter: www.dioezese-linz.at/site/treffpunktbildung

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