Sonntag 16. Dezember 2018
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Zukunftsweg - Kirche weit denken

Sich gemeinsam anstehenden Themen stellen und als lebendige Kirche neue Wege wagen

„Denn der Heilige Geist und wir haben beschlossen …“: Warum es wieder an der Zeit ist, Kirche weit zu denken.

Es war der erste wirklich große Streit unter den Christen: Paulus und seine Begleiter rangen mit Petrus und den anderen Aposteln darum, ob alle als Voraussetzung für das Christsein Juden werden mussten oder nicht. 
Sie habe sich keine Fragen erspart, haben gerungen, gestritten und sind zu Ergebnissen gekommen, haben Entscheidungen getroffen und diese auch umgesetzt. „Wie ihr wisst, hat Gott schon längst hier bei euch die Entscheidung getroffen, dass die Heiden durch meinen Mund das Wort des Evangeliums hören und zum Glauben gelangen sollen. Und Gott, der die Herzen kennt, hat dies bestätigt, indem er ihnen ebenso wie uns den Heiligen Geist gab.“ (Apg 15,6-8)

Mit Schmunzeln lesen wir heute den selbstbewusst formulierten Satz in der Apostelgeschichte: „Denn der Heilige Geist und wir haben beschlossen…“ (Apg. 15)

 

© Diözese Linz

 

Es ist wieder an der Zeit – gehen wir’s an!

Es ist wieder an der Zeit – heute, 2018 – zusammenzukommen, zu ringen, zu streiten und Entscheidungen zu treffen. Die Kirche hat sich in ihrer Geschichte immer auf dieses erste sogenannte „Apostelkonzil“ besonnen und hat sich zusammengefunden.
Das letzte Konzil – das Zweite Vatikanische Konzil vor rund 50 Jahren – hat die Kirche in die Moderne geführt und grundlegend verändert. Kein Stein ist auf dem anderen geblieben. Die Kirche hat ihre Mauern zur modernen Gesellschaft niedergerissen, sie hat sich den Freuden und Ängsten der Menschen von heute gestellt und hat Antworten gegeben. 

 

Aggiornamento und Coraggio – Verheutigung und Mut - sind die Stichworte für dieses Konzil. Es sollte eigentlich nach Meinung der Vorbereitungsgruppe in drei Monaten beendet sein. Das Konzil hat drei Jahre gedauert und die Kirche vollständig reformiert. Die Kirche hat die Angst vor der Außenwelt aufgegeben und ist in Dialog getreten. Sie hat in diesem Konzil die äußeren Grundsteine dafür gelegt.

 

Der nächste Quantensprung steht an

Der Theologe und Religionsphilosoph Tomáš Halík sagt heute, dass es nun an uns liegt, die inneren Grenzen und Mauern niederzureißen.1  Er drückt damit aus, was viele von uns auch spüren: Es braucht zu einem großen Teil ein Ganz-neu-Denken, ein Verlassen der eingefahrenen theologischen und pastoralen Wege. Wir kennen die soziologischen Analysen der Megatrends unserer Gesellschaft: Globalisierung, Individualisierung und Digitalisierung. 
Halík spricht vor diesem Hintergrund von einer „Entdämonisierung der Ungläubigen"2, von einem „dialogischen Glauben“, der „Werke zeigt“ und auf Gottes Ansprechen „mit seinem Leben antwortet3."

 

Stellen wir uns an dieser Stelle die Frage, ob sich hier nicht ein neuer, bisher ungenutzter Weg auftut, wie viel radikaler als bisher der Appell des letzten Konzils zum ‚Dialog mit dem Atheismus unserer Zeit‘ ausgeführt werden kann – nämlich indem wir die ‚Ungläubigen‘ völlig entdämonisieren und zumindest eine bestimmte Art des ‚Unglaubens‘ neu interpretieren und ihn als eine Sicht auf die steile, ‚in eine Wolke gehüllte‘ Bergspitze des undurchdringlichen göttlichen Geheimnisses von der anderen Seite des Berges zu begreifen.4


Halík sieht die „Schlüsselaufgabe“ der heutigen Gesellschaft darin, „die Unterschiedlichkeit des anderen nicht nur als eine mögliche Quelle der Bedrohung, sondern vor allem als eine mögliche Quelle der eigenen Bereicherung, Vervollständigung zu akzeptieren.“ 5
Er spricht davon, das Leben als Geschenk zu sehen, in dem der „lebendige auferstandene Christus wie ein unterirdischer Fluss die Geschichte und die menschlichen Schicksale verborgen durchfließt – und von Zeit zu Zeit … an die Oberfläche quillt“.6

 

Mehr wert als alles Gold der Erde

In unserer Pastoral können wir hier an die Betriebspastoral anknüpfen, die sich auf den Leitsatz von Josef Cardijn stützt: „Jeder Arbeiter ist mehr wert, als alles Gold der Erde, weil er ein Kind Gottes ist!“ Wenn wir in unserer Seelsorge Gott bereits in dem anderen Menschen wissen, brauchen wir nicht mehr zwischen Glaubenden und Unglaubenden zu unterscheiden. Ein Dialog, in dem man sich gegenseitig bereichert, kann so entstehen.
Wir haben nur diesen einen Globus. Auf dieses „gemeinsame Haus“ – wie es Papst Franziskus in seiner Enzyklika „Laudato Si“ nennt - müssen wir schauen. „Wir haben keine vernünftige Alternative als zu lernen, in einem vielfach verbundenen Raum verantwortlich zusammenzuleben.“ 7

 

Es braucht den Mut, neue Wege zu gehen – auch wenn man nicht immer weiß, wohin der Weg führen wird.

Foto: Kiragrafie, www.pixabay.com

 

Bürgerinitiative des Heiligen Geistes

Es braucht unser Aufstehen gegen Ungerechtigkeiten in der Gegenwart als Christinnen und Christen. Wir müssen die „Armen und Bedrängten aller Art“ wie es das Konzil in der Pastoralkonstitution sagt, im Blick haben, eine „Bürgerinitiative des Heiligen Geistes“ starten. Das hat der Fundamentaltheologe Ansgar Kreutzer bei der Auftaktveranstaltung des diözesanen Zukunftsweges vorgeschlagen. 8

 

Innen und Außen korrespondieren miteinander

Das Zweite Vatikanische Konzil benennt die Spannung zwischen Innen und Außen der Kirche. Heute gehen wir einen Schritt weiter: Innen und Außen korrespondieren miteinander und lernen voneinander. Halík nennt ein Symbol dafür: „Die Vatikanische Basilika des heiligen Petrus, die … nicht nur aus dem inneren Kirchenraum besteht, sondern auch aus dem von der offenen Kolonnade gesäumten Platz, über den ununterbrochen Menschenmassen strömen, die sich gar nicht bewusst sind, dass sie gleichzeitig draußen und ‚drinnen‘ sind.“ 9

 

Zukunftsweg – Kirche weit denken

Die Diözese Linz geht auch den nächsten synodalen Schritt auf ihrem Weg. Im Prozess „Zukunftsweg – Kirche weit denken“ wird gesehen, gerungen, werden Entscheidungen getroffen und Handlungsvorschläge gemacht.


Wir machen uns mit drei Zielen auf den Weg: 

  • Wir wollen eine gemeinsame Vision in der Diözese Linz haben.
  • Wir wollen Bewegung schaffen in Oberösterreich und alle Mitglieder, ja alle Menschen – auch die suchenden und fernstehenden Menschen – ansprechen.
  • Wir wollen durch klare Antworten mehr Einheit in der Vielfalt und Verbindlichkeit in unserem Tun schaffen. 

Um diesen Weg zu strukturieren, haben wir Themenfelder benannt, die aus einem speziellen Blickwinkel an der gemeinsamen Vision mitgestalten und die anstehenden Fragen bearbeiten, Maßnahmen vorschlagen. Die Themenfelder sind: Jugend, Armut, Liturgie-Sakramente-Kirchenjahr, Gabriele Eder-CaklBildung, Gastfreundschaft-Pilgerschaft-Spiritualität, zeitgemäße Strukturen, Glaubensvermittlung neu, Beziehungsmanagement Kirchenbeitrag.


Der Zukunftsweg setzt auf die Vorstellung von Kirche als „pilgerndes Gottesvolk“ und möchte eine breite Beteiligung möglich machen. Bitte schreiben Sie uns Ihr Anliegen an: zukunftsweg@dioezese-linz.at oder auf der Homepage: www.dioezese-linz.at/zukunftsweg 


Mag.a Gabriele Eder-Cakl

Foto: Violetta Wakolbinger


 

1 Tomáš Halík, Selig die Fernstehenden, in: Theologisch Praktische Quartalschrift 4/2017, 410-415

2 Tomáš Halík, Glaube und sein Bruder Zweifel, Freiburg 2017, 106.
3 Ebd., 136f.
4 Ebd., 106.
5 Ebd., 227.
6 Ebd., 145.7

7 Ebd., 259.
8 Siehe: https://www.dioezese-linz.at/zukunftsweg/auftakt-veranstaltung
9 Tomáš Halík, Glaube und sein Bruder Zweifel, Freiburg 2017, 264.

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