Mittwoch 13. Dezember 2017

Eltern vor den Kopf gestoßen!

Die Streichung der Elternbildungssubvention durch die Kinder- und Jugendhilfe trifft auch die SPIEGEL-Elternbildung des Katholischen Bildungswerkes OÖ.

Unsere 203 Treffpunkte sind Orte der Begegnung, des ehrenamtlichen Engagements, der Weiterbildung und des Austauschs für junge Familien in Pfarren und Gemeinden. Nach 24 Jahren Aufbauarbeit ist es uns gelungen ein tragfähiges Netzwerk zu haben und Mütter, Väter und Kinder in ihrem Alltag zu begleiten. Mit einem vergleichsweise geringen finanziellen Aufwand haben wir ein flächendeckendes Angebot geschaffen.

Unsicherheiten ernst nehmen, Antworten auf offene Fragen geben, Gemeinschaft erlebbar machen, voneinander lernen und „Hilfe zur Selbsthilfe“ ermöglichen sind unbezahlbare Präventionsmaßnahme gegen Gewalt- und Suchtprobleme.

Die Möglichkeit zur Weiterbildung in Erziehungsthemen muss für alle möglich sein und darf nicht durch finanzielle Hürden unleistbar werden. Damit grenzt man sozial Schwächere einmal mehr aus.

 

Eine Streichung der Förderung hat langfristig u.a. folgende Auswirkungen:

  • Die Betreuung unseres Netzwerkes muss sowohl quantitativ als auch qualitativ massiv reduziert werden, was mit Sicherheit zu einer Demotivation und Einschränkung der ehrenamtlichen Tätigkeit führt. Ehrenamt und Freiwilligenarbeit brauchen aber eine professionelle Unterstützung!

  • Unsere Ausbildungslehrgänge und Weiterbildungsangebote für Eltern-Kind-GruppenleiterInnen und HelferInnen in oö. Kinderbetreuungseinrichtungen können nur mehr mit großen Einschränkungen angeboten bzw. weiterge-führt werden. Damit nimmt man vielen Frauen ihre ehrenamtliche und berufliche Perspektive weg.

  • Projekte (Vorlesepatinnen, Lernlotsinnen…) müssen eingestellt werden.
  • Von vier hauptamtlichen Teilzeitmitarbeiterinnen verlieren zwei Kolleginnen ihren Arbeitsplatz.

Wenn wir nicht in unsere Familien investieren und Elternbildung als eine wichtige Präventionsmaßnahme erkennen investieren wir nicht in die Zukunft und sparen am falschen Platz.

 

„Für mich ist die SPIEGEL-Elternbildung - insbesondere die Haltung dahinter und die Menschen, die diese Haltung leben und für Eltern und Erziehende erfahrbar machen - ein Vorzeigebeispiel für Prävention bzw. DIE PRÄVENTIONSMASSNAHME gegen Gewalt- und Suchtprobleme worauf die Politik nicht verzichten darf.“

SPIEGEL-Elternbildungsreferentin

 

Mag. Ulrike Kneidinger

Leitung SPIEGEL-Elternbildung

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