Donnerstag 24. Januar 2019
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Leben ohne Demenz – Gemeinschaft und lebenslanges Lernen beugt vor

 

Leben ohne Demenz

 

Rund um den WHO-Gesundheitstag am 7. April hat SelbA-Selbständig im Alter eine Gesundheitstagung zum Thema „Leben ohne Demenz“ veranstaltet.
Über 140 Interessierte konnte Maria Hofstadler, die Leiterin von „SelbA-Selbständig im Alter“ in den Räumlichkeiten des OÖ. Presseclubs im Ursulinenhof begrüßen.

 


Das Thema ist hochbrisant: Laut aktuellen Umfragen des Referenten Dr. Werner Beutelmeyer vom market-institut sind die größten Ängste der Menschen im Blick auf das Altwerden die Einsamkeit, das Gebrechlich-Werden/die Unselbständigkeit und das Angewiesensein auf fremde Hilfe.

 

 

Beutelmeyers Aufruf zu lebenslangem Lernen als wichtiger Aspekt zur Vorbeugung gegen Demenz trifft mit den sieben Schritten gegen Demenz von Prof. Elmar Kainz vom Neuromed-Campus Linz zusammen, die Primar Kainz auch auf seiner Website www.demenz.info beschreibt:


1. Soziale Aktivität: Gefühlte Einsamkeit ist das mit Abstand höchste Risiko für Demenz, besonders wirksam ist im Übrigen caritatives, soziales Handeln
2. Körperliche Aktivität: Der Sport muss kein Leistungssport sein, eher Walken, Wandern usw. Die körperliche Aktivität soll Spaß machen und in Gesellschaft getan werden.
3. Geistige Aktivität: Auch hier gilt: es soll Freude machen und in Gemeinschaft geschehen.
4. Entspannung: Der größte Feind des Gehirns ist Stress. Stress wurde von der Evolution erfunden, um bei einer Gefahr am Leben zu bleiben. (Wenn der Säbelzahntiger am Lagerfeuer der Steinzeitmenschen aufgetaucht ist, war außer dem Weglaufen alles andere unwichtig.) Yoga, klassische Zen-Meditation, Rosenkranz oder einfach eine gute Musik einlegen und am Abend eine Stunde Auszeit nehmen, sind Möglichkeiten zur Entspannung.
5. Ausreichend Schlaf: am besten acht Stunden pro Tag
6. Mediterrane Diät: Viel Obst und Gemüse, ausreichend Fisch, wenig Fleisch und eine Glas Rotwein sind eine Ernährung, die dem Gehirn hilft, die Leistung zu erhalten.
7. Vermeidung und Behandlung von Risiko-Erkrankungen: Das Risiko einer Demenz wird durch gewisse Erkrankungen erhöht. Eine Depression, ein Bluthochdruck oder Diabetes kann eine Demenz verursachen. Weitere Risikofaktoren sind das Rauchen, das Trinken größerer Mengen Alkohol und der Konsum von Drogen.

 


Beim anschließenden Podiumsgespräch zum Thema „Gesundheitsfaktor Gemeinschaft“ gab Dr. Roman Leitner, der seit über 10 Jahren in einer SelbA-Gruppe trainiert, ein Plädoyer für das SelbA-Training ab: „Das SelbA-Training schenkt mir eine Gemeinschaft und ich bin zu weiteren Aktivitäten motiviert worden. Ich gehöre auch einer Wandergruppe an und gehe regelmäßig wandern. Das SelbA-Training hält mich fit: körperlich, geistig und das soziale Netzwerk trägt mich durch herausfordernde Zeiten.“ Dr. Werner Beutelmayer weist darauf hin, dass man erst alt wird, „…wenn man aufhört, sich für die Welt und die Dinge rundherum zu interessieren…“. Primar Kainz gibt zu bedenken, dass Demenz nicht heilbar ist, aber „…zu einem großen Teil haben wir es selbst in der Hand, gegen Demenz vorzubeugen, die sieben Schritte sind Meilensteine dafür.“

 


Maria Hofstadler legte dazu, dass das SelbA-Training viele dieser Meilensteine abdeckt. „Das SelbA-Training bietet Aktivitäten in Gemeinschaft für Körper, Geist und Seele und ist somit eine professionelle Maßnahme zur Vorbeugung von Demenz. Sie wirkt auch der größten Angst im Alter, der Alterseinsamkeit entgegen. In vielen oö Gemeinden gibt es bereits SelbA-Gruppen, unser Anliegen ist es, in jeder Gemeinde in OÖ SelbA anbieten zu können.

 

 

Dazu brauchen wir weitere ausgebildete SelbA-TrainerInnen, eine Ausbildung beginnt im Herbst 2018, nähere Infos auf unserer Homepage.

 

 

 


Verfasserin: Veronika Pernsteiner

 

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