Dienstag 25. September 2018

Rückblick SelbA-Jahrestagung im Bildungshaus Schloss Puchberg

Wir brauchen ein neues Drehbuch für das Altern!

Hauptreferent Univ.-Prof. Dr. Franz Kolland begeisterte bei der SelbA-Jahrestagung 2016

160 Teilnehmende konnte Maria Hofstadler, Leiterin von SelbA-Selbstständig im Alter, am 20. Mai zur Jahrestagung 2016 im Bildungshaus Schloss Puchberg begrüßen.

Prof. Dr. Franz Kolland, Soziologe und Sozialgerontologe, seit 1994 außerordentlicher Universitätsprofessor am Institut für Soziologie an der Universität Wien, seit 2004 Leiter der Arbeitsgruppe Altern und Gesundheit der Fakultät Sozialwissenschaften, Vorstandsmitglied der österr. Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie und Mitglied des Beirates für Altersmedizin des Bundesministeriums für Gesundheit zeigte in seinem Referat in humorvoller Weise ein tiefschürfendes Thema unserer Gesellschaft auf: „Lebensqualität im Alter – Das Alter hat viele Gesichter, es wandelt sich und wird bunter“.

Das Leben werde als ein gutes Leben erlebt, wenn es als sinnvoll erlebt wird, so Kolland. Die Vorstellung von „Sinn“ sei manchmal enggeführt, da lässt sich durch Bildung etwas erweitern.

 

TeilnehmerInnen

TeilnehmerInnen der Jahrestagung

(Foto Alois Litzlbauer)

 

Glücklich altern, aber wie?

Dafür braucht es körperliche, geistige und emotionale Bewegung. Das Gehirn ist die Drehscheibe des Lebens, physische Mobilität wirkt sich auf die Hirnplastizität aus und erzeugt eine positive Stimmung. Lieben, trauern, sich freuen und das Pflegen von Beziehungen machen die emotionale Bewegung aus. Unabänderliche gesundheitliche Veränderungen sind nicht zentral für das persönliche Wohlbefinden ausschlaggebend, Altersbilder beeinflussen die Lebenszufriedenheit.

Es gibt eine latente Angst vor dem Altern, die durch Medien und Werbung geschürt werde. Ein gelingendes Altern sei ein „Werden zu sich selbst“, so Kolland. Das Werden sei jedoch von Fragilität beeinflusst, das Annehmen dieser Fragilität gehöre dazu. Selbstständigkeit gibt es nur in Abhängigkeit, Verletzlichkeit braucht Unterstützung und Ergänzung durch andere.

Wir müssen eine Lebenskunst des Alterns entwickeln, forderte Prof. Kolland. Selbstaufmerksamkeit und Selbstsorge gehören genauso dazu wie das entschiedene Vermeiden bestimmter Erinnerungen. Wir brauchen eine Zukunft des Alterns, wir müssen vom Defizitmodell zum gelingenden Altern kommen, vom „schicksalhaften Abbauprozess“ zum gestaltenden Altern.

 

Prof. Dr. Kolland

Hauptreferent Univ.-Prof. Dr. Franz Kolland

(Foto Alois Litzlbauer)

 

Bildung als wesentliche Komponente in der dritten Lebensphase

Der Bildung komme auch in dieser Lebensphase eine hohe Bedeutung zu. Bildung heißt Konzeptvermittlung, die über die Einzelerfahrung hinausgehe, so Kolland. Bildung befähige dazu, das Gelernte auf andere Situationen übertragen zu können.

Kolland plädierte für einen Blick auf die Veränderung, für „Alters-Coolness“, eine Perspektive der Gelassenheit, innere Beweglichkeit und eine neue Werte-Bereitschaft. Das Altern ermögliche eine weiter werdende Perspektive auf unser Leben, so Kolland und rief dazu auf, weiter neugierig zu bleiben.

 

Workshops als Impulsgeber

In sechs Workshops boten die Workshop-Leiterinnen unterschiedliche Impulse für die SelbA-TrainerInnen-Tätigkeit an:

„Die persönliche Strahlkraft“ Charisma und Stärke ausstrahlen, „Hilf mir, es selbst zu tun“ Herstellen von Montessori-Materialien, „Schlau durch Bewegung“ Training mit kleinen Handgeräten, „Allem Anfang wohnt ein Zauber inne“ Starten einer SelbA-Gruppe, „Heilsames Singen“ und „Fotosafari – Aussagekräftige Fotos leicht gemacht“

 

von links: Silvia Krenn, Barbara Kraxberger, Claudia Schallauer, Maria Auinger, Astrid Gaisberger, Michaela Scherrer, Josefa Lindinger                               Workshopleiterinnen von links nach rechts: von links: Silvia Krenn, Barbara Kraxberger, Claudia Schallauer, Maria Auinger, Astrid Gaisberger, Michaela Scherrer, Josefa Lindinger                               

(Foto Alois Litzlbauer)

 

14 neue SelbA-Trainerinnen

Im Rahmen der SelbA-Jahrestagung überreichten Maria Hofstadler MBA und Dr. Christian Pichler, der Leiter des Katholischen Bildungswerkes, die Ausbildungszertifikate an die neuen SelbA-Trainerinnen. Die Ausbildung beweise hohes soziales Engagement, Kommunikationstalent und Freude an der Arbeit mit älteren Menschen, so Dr.in Ernestine Priewasser.

 

Christian Pichler (Leiter Kath. Bildungswerk OÖ),  Manuela Thaller (SelbA-Mitarbeiterin, Ernestine Priewasser (SelbA-Mitarbeiterin), Walburga Kaiblinger, Marianne Stöttinger, Herta Krenn, Andrea Söllner, Rosemarie Strassl, Bettina Niederberger, Fried

Fotobeschreibung Zertifikatsverleihung (von links nach rechts):

Christian Pichler (Leiter Kath. Bildungswerk OÖ),  Manuela Thaller (SelbA-Mitarbeiterin, Ernestine Priewasser (SelbA-Mitarbeiterin), Walburga Kaiblinger, Marianne Stöttinger, Herta Krenn, Andrea Söllner, Rosemarie Strassl, Bettina Niederberger, Friederike Hamm, Waltraud Detzlhofer, Gertrude Lang, Mathilde Kolm, Monika Hahn (SelbA-Mitarbeiterin), Maria Hofstadler, Leiterin von SelbA-Selbstständig im Alter. Nicht auf dem Foto sind Ingrid Mattle, Monika Hofer, Andrea Csiky und Sieglinde Sickinger.

 

www.selba-ooe.at

 

 

Verfasserin: Veronika Pernsteiner, M.A.

Öffentlichkeitsarbeit im Kath. Bildungswerk OÖ

 

 

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