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Wie alt ist alt?

Maria Hofstadler (60) im Interview über die Pensionierung, neue Altersbilder und ihre Pläne

Interview: Claudia Riedler-Bittermann

Am 1. Jänner 2022 ist der erste Tag ihres Ruhestands – und Maria Hofstadler freut sich darauf. Sie übergibt mit Ende des Jahres die SelbA-Leitung an Maria Otruba.

 

Bevor sie geht, haben wir Maria Hofstadler noch zum Interview gebeten und mit ihr übers Altwerden gesprochen. Dabei geht’s nur ein bisschen um körperliche Beschwerden, sondern vielmehr um die dritte (von fünf) Lebensphasen, ums Lernen, um neue Pläne im Online-Business und vieles mehr. 

 

Mit Ende des Jahres gehen Sie in Pension – fühlen Sie sich deshalb jetzt alt? 

 

Schwierige Frage. Da müsste man zuerst das Alter definieren. 

Aber der 60. Geburtstag hat mich schon anders berührt als andere runde Geburtstage. Der Sechziger läutet einen neuen Lebensabschnitt ein. Mein Empfinden hat sich aber nicht verändert. Ich weiß auch nicht, wie man sich mit 60 fühlen soll.

 

Das Alter passiert schließlich im Geist. Alt wird man, wenn man aufhört zu lernen, egal ob mit zwanzig oder achtzig – das hat Henry Ford gesagt. Ein guter Ausspruch und durch viele Interviews mit Hochaltrigen bestätigt. Und wenn das so ist, kann ich sagen: Ich fühle mich nicht alt. 

 

 

Wie definieren Sie das Alter? 

 

Man unterscheidet zwischen dem chronologischen Alter und dem Altern, ein Prozess, der schon bei der Geburt beginnt. Die Altersforschung kommt zu der Erkenntnis, dass es keinen Grund gibt, das Alter mit 65, 70 oder 75 zu beziffern. Man spricht eher von Lebensphasen.

 

Die dritte Lebensphase beginnt nach der Pensionierung, die vierte Lebensphase ist jene, in der man mehr und mehr Unterstützung braucht. Und mittlerweile spricht man auch noch von einer fünften Lebensphase der Hochaltrigen, die vorwiegend pflegebedürftig sind. 

 

Welches Altersbild wurde durch SelbA geprägt? 

 

Als SelbA vor mehr als 20 Jahren entwickelt wurde, sprach man noch von drei Lebensphasen. Das Konzept wurde an der Uni Erlangen entwickelt und in Oberösterreich bildungstauglich gemacht. Doch im Laufe der Zeit hat sich das Altersbild verändert. Altern ist ein Prozess und keine Krankheit. 

 

Es geht um Gesundheitsvorsorge und um die Frage: Was hält mich gesund? Wie kann man den natürlichen Abbauprozess durch Lebensstil, Ernährung, Bewegung und SelbA verbessern? Doch die Einstellung verändert sich nur langsam. Noch immer ist in den Köpfen vieler Menschen das Bild vom alten Menschen mit Rollator. 

 

Und in der öffentlichen Diskussion wird Alter meistens als kaum finanzierbar dargestellt. Das ist schade. Wir brauchen neue Altersbilder. Der Soziologe, Univ. Prof. Franz Kolland meint: „Wir brauchen ein neues Drehbuch vom Altern.“ An diesem Drehbuch wirkt SelbA aktiv mit. 

 

 

Gibt es Vorbilder für Sie, die diesen neuen Altersbildern entsprechen? 

 

Greta Silver. Sie ist Autorin und Youtuberin. Ich habe sie vor drei Jahren auf Instagram entdeckt. Ich möchte sie nicht nachahmen, aber ihre Energie und die Klarheit, mit der sie auftritt, beeindrucken mich. Sie kümmert sich nicht um Konventionen, wie man sich als 73-Jährige zu benehmen hat. Ebenso vorbildhaft sind unsere SelbA-Trainerinnen, die das schon jahrelang machen. Sie sind oft 80 und älter. Das ist bewundernswert. 

 

Hilft die Beschäftigung mit diesen Themen für den eigenen Alterungsprozess? 

 

Ja, sehr. Es ist eine gute Gelegenheit sich auf das eigene Altern einzustellen. Ich habe mir schon überlegt, wie meine nachberufliche Lebensphase aussehen wird.  

 

Was wird sich ändern im Alltag? 

 

Ich kann schlafen so lange, bis ich wach werde. Ich werde mehr in die Natur gehen, jeden Tag mindestens eine halbe Stunde joggen oder Rad fahren. Ich werde mich regelmäßig mit Freundinnen und Freunden treffen. Und ich werde mein Online-Business aufbauen. 

 

 

Worum geht es in Ihrem Online-Business? 

 

Um Empowerment von Frauen, die kurz vor oder nach der Pensionierung stehen. Ich biete ihnen eine Standortbestimmung im Sinne von: Wo bin ich? Was habe ich geschafft? Wo möchte ich hin? Meine Hauptwerkzeuge sind Meditation, Achtsamkeit und Mentaltraining.

 

Es geht um die Verbindung von Geist und Seele mit dem Körper. Wenn man in sich hineinspürt, erkennt man, dass die meisten Antworten bereits in uns schlummern. Diese Ressource machen wir uns dann zu Nutze. 

 

Welche Rollen müssen Sie abgeben, wenn Sie in den Ruhestand treten? 

 

Die Rolle der Chefin. Ich werde nicht mehr in der Teamführung arbeiten, um gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Ich sah mich hier immer als Ermöglicherin, jede sollte ihre Stärken entdecken und für SelbA und zur persönlichen Weiterentwicklung einsetzen. 

 

Und welche Rolle bekommen Sie dazu? 

 

Die Omarolle wird mehr ins Zentrum rücken. Ich habe drei Enkelkinder, für dich ich mir nun endlich mehr Zeit nehmen kann. 

 

Altern bedeutet Verlust und Gewinn zugleich. Was verliert man im Ruhestand und was kann man gewinnen? 

 

Die Pensionierung kann Prestigeverlust bedeuten. Je mehr man sich über die Arbeit definiert, umso schwerer wiegt dieser. Auch deshalb ist es wichtig, beizeiten vorzusorgen. Und mit fortschreitendem Alter kommt es natürlich auch zum körperlichen Abbau. Schon jetzt bemerke ich, dass die Regenerationsphasen länger dauern. Nach einem zweitägigen Seminar oder auch nach anstrengender Gartenarbeit brauche ich eine längere Ruhephase. Das war früher nicht so. 

 

Und was gewinnen Sie? 

 

Freiheit. Innere Freiheit – darauf freue ich mich sehr. Ich bin niemandem mehr verpflichtet, kann meine Gedanken und mein Leben so entfalten, wie es für mich passt. Und die Gelassenheit wird größer. Ich habe schon viel erlebt und erfahren, dass es auch für scheinbar aussichtslose Situationen Lösungen gibt. 

 

Welche Kompetenzen braucht man, um gut in die dritte Lebensphase zu starten? 

 

Selbstreflexion. Es ist wichtig, über diese Phase nachzudenken. Ich mache das mit Meditation. Wenn man ein bisschen geübt ist, tauchen dabei viele Themen, Lösungswege und Erkenntnisse auf. Ich finde es wichtig, sich selbst, seine Gefühle, Reaktionen und Handlungen immer wieder zu hinterfragen: Bin ich noch auf dem richtigen Weg? Man braucht auch Demut und Dankbarkeit für die gemachten Lebenserfahrungen und alles was schon bisher Schönes im Leben gewesen ist. 

 

Und welche Kompetenzen möchten Sie in Zukunft noch erlernen? 

 

Ich möchte mich noch in Englisch vertiefen, weil das zusehends verkümmert. Das mache ich aber nur für mich. Für mein Online-Business brauche ich auch noch Schulungen und Meditationskurse für Zen-Meditation. Vielleicht mache ich auch noch einen Tanzkurs. Wer weiß? 

 

Haben Sie ein Lebensmotto? 

 

Mit der Zeit nimmt die Seele die Farben deiner Gedanken an. Dieser Ausspruch stammt von Marc Aurel und meint: Die Gedanken bestimmen unsere Zukunft. 

 


 

Vorbild Greta Silver 

Greta Silver wurde 1948 geboren. Mit 66 Jahren startete sie ihren YouTube-Kanal Greta Silver – zu jung fürs Alter. Heute ist sie außerdem Podcasterin, Autorin und Model. Ihr aktueller Bestseller: Alt genug, um mich jung zu fühlen. Rowohlt-Verlag (2019).  

Ihr Credo: Die Zeit von 60 bis 90 Jahren ist genau so lang wie von 30 bis 60 – jetzt ist die Zeit, in der wir jung sein können. Denn das Alter ist Erntezeit: Vorher war Pflicht, jetzt kommt die Kür, mit allen Möglichkeiten der Jugend, nur ohne deren Stress und Ängsten. 

 


 

Werdegang Maria Hofstadler 

Maria Hofstadler ist gelernte Kinderkrankenschwester. Sie bekam vier Kinder (1981, 1982, 1983 und 1988), war Buchhalterin im Betrieb ihres Mannes und Verkäuferin in einer Fleischhauerei. 

 

Dann machte sie eine Ausbildung zur diplomierten Erwachsenenbildnerin mit dem Schwerpunkt Ehe- und Familienbildung. Sie war Pädagogische Einzelförderin im Zentrum Spattstraße und begann parallel dazu im Katholischen Bildungswerk OÖ zu arbeiten. 2002 übernahm sie die SPIEGEL-Leitung und wechselte 2014 als Leiterin zu SelbA. 

 

Bereits 2000 machte sie außerdem eine Ausbildung als Coach und Systemische Strukturaufstellerin. 2004 folgte die Ausbildung zur Energetikerin. 2005 eröffnet sie eine Praxis für Mentaltraining. Diese wurde 2014 vorübergehend ruhend gestellt. 

 

Ende 2021 geht sie nach 24 erfüllten Jahren im Katholischen Bildungswerk OÖ in Pension und setzt mit ihrer Powermanufaktur einen lang gehegten Wunsch um.  

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