Mittwoch 20. März 2019
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Das Schwere leichter machen

 

 
Über 260 TeilnehmerInnen nahmen am 8. März an dieser hochkarätig besetzten Fachtagung teil. Acht ausgewiesene ExpertInnen gaben ihr Wissen und ihre Erfahrungen in der Begleitung von traumatisierten Menschen weiter. Nach einem erfüllten Tag fuhren die TeilnehmerInnen sehr bereichert weg. Die Veranstalter (Telefonseelsorge, Notfallseelsorge, BeziehungLeben, SelbA, Krankenhausseelsorge) wurden in vielen positiven Rückmeldungen angeregt, auch zukünftig derartige Angebote zu setzen.
 
 
Eröffnet wurde die Tagung mit einem fachlichen Input von der Expertin für Psychodynamisch-Imaginativen Traumatherapie (PITT), Dipl. Psychologin Ulrike Reddemann. Im Zentrum ihrer Ausführungen standen die Prozesse bei der Verarbeitung von erlebten traumatischen Ereignissen. Sie ging näher auf die unterschiedlichen Bewältigungsstrategien, Schutz- und Risikofaktoren der Betroffenen ein. In anschaulichen Bespielen wurden wichtige Aspekte im Umgang bei der Begleitung und Beratung traumatisierter Personen besprochen. Sätze, wie „Ist ja nicht so schlimm, das wird schon wieder!“ oder „Erzählen Sie nochmals genau, was ist passiert?“ sind nicht angebracht. Sie können dazu führen, dass sich die belasteten Personen wenig verstanden fühlen und zurückziehen bzw. in eine posttraumatische Situation geführt werden. Ein erster Schritt kann sein, den hilfesuchenden Personen Zeit zu geben, sie nicht zu bedrängen und einfühlsam zuzuhören. Allmählich können weitere Schritte, hin zur Erleichterung und Verarbeitung gemeinsam gefunden werden.
 
Den Vortrag von Dipl.Psych. Ulrike Reddemann können Sie hier nachlesen.
 
 
Die Buchautorin und Salvatorianerin, Mag.a  Dr.in  Melanie Wolfers, sprach in ihrem Vortrag „Die Kraft des Vergebens“ über die fünf Schritte der inneren Aussöhnung. Die Bemerkung „Die tiefsten Wunden sind Beziehungswunden“, stellte Frau Wolfers an den Beginn ihrer Ausführungen. Heilen Kränkungen nicht, dann schränken dunkle Erinnerungen die Lebensqualität ein. Der Prozess des Vergebens befreit von der Last der Vergangenheit und führt zu mehr innerem Frieden. Was Vergeben nicht meint, ist die kränkende Situation zu vergessen oder zu verdrängen. Auch kann Unrecht nicht ungeschehen gemacht werden. Im gemeinsamen Gespräch kann aber ein Weg des Verzeihens gefunden werden und sich so eine neue Basis für den Umgang miteinander entwickeln.
 
 

Am Nachmittag wurden den TeilnehmerInnen spannende Workshops mit weiteren FachexperInnen angeboten:

 

Begleitung traumatisierter Menschen - Chancen, Grenzen und Gefahren aus musiktherapeutischer Sicht - Referentin: Mag.a Carmen Maria Asanger

 

Scham: Schutzmechanismus oder schleichendes Gift? - Referentin: Dr.in theol. Mag.a phil. Melanie Wolfers

 

Beidäugiges Sehen - Würdigung von Leid und Ressourcenaktivierung - Referentin: Dipl. Psych. Ulrike Reddemann
 

Tanz aus dem Trauma - Referentin: Annette Kiehas

 

Die Zeit heilt nicht alle Wunden - Referent: Dr. Udo Baer

 

Akute Stabilisierung nach traumatischen Ereignissen - Referent: Dr. Wolfgang Worliczek

 

 

Sekundärtraumatisierung und Selbstfürsorge - Referent: Günther Resch

 

 

Impressionen der Tagung

 

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