Wednesday 23. October 2019

Begegnung mit den Linzer Domfrauen im Mariendom

 

Eisiger Wind empfing uns beim Treffpunkt im Ursulinenhof. Beim Dom warteten drei Domfrauen mit ihrem prächtigen Kopfschmuck auf uns. Die ehrfürchtige Stille und Kälte empfing uns gleich beim Eintreten in das Innere.

 

 

Jede Domfrau hat einen Lieblingsplatz. Zu Beginn berichtet Domfrau Maria, warum sie den Platz in der Nähe vom Turmeingang beim Grundsteinlegungsfenster gewählt hat. Hier kann sie ihren Glauben leben. Die Säule daneben geht tief in den Boden, hier ist sie verwurzelt.

 

Domführerin Theresa Engleder berichtet dann, dass 1862 mit dem Bau des Domes begonnen wurde. Der eigentliche Schmuck des Doms sind die Fenster. Hier kommt das göttliche Licht herein. Der Mariendom in Linz ist die einzige Domkirche Österreichs, die Maria geweiht ist. Maria ist auch in jedem der Fenster zu sehen. Die Fenster in der unteren Reihe weisen eine Größe von 18 m² auf, die in der oberen Reihe sogar 26 m². Diese Dimensionen beeindrucken alle TeilnehmerInnen der Führung.

 

 

Die Domorgel mit ca 6000 Orgelpfeifen feierte am 8. Dezember dieses Jahres ihren 50. Geburtstag. Frau Engleder spricht liebevoll von der Orgel, als ob sie ein Lebewesen wäre.

Domfrau Regina wählt ihren Platz beim wunderschön geschnitzten Chorgestühl. Hier hat man einen wunderschönen Blick nach hinten, auf die Säulen, das Dachgewölbe, die Orgel und den Altarplatz. Hier ist der Platz der Stille, hier ist Raum.

 

 

Wir gehen wieder zurück über die Stufen, die für den Chor beheizbar sind. Auch der neu gestaltete Altarraum beeindruckt uns sehr.

Der Platz von Domfau Theresa ist ein heller Bereich hinter dem Chorgestühl, wo man Blick auf die modernen Fenster mit den warmen Farben hat. Ober uns ist die Statue der heiligen Gertrudis. Hier im Kapellenkranz ist „gut sein“.

 

Anschließend dürfen wir noch in die Krypta, wo die Krippe steht. Die Krippenfiguren werden allerdings erst am 24. Dezember aufgestellt. Die Figuren sind einstweilen in der Kapelle untergebracht, wo wir sie im Rahmen der Führung betrachten können. Künstler Osterrieder war eigentlich Bäcker, hat aber dann diese wundervollen Figuren geschaffen.

 

 

Zum Schluss lüften die Domfrauen noch das Geheimnis um ihren Kopfschmuck. Die Hüte, die individuell für jede einzelne Domfrau gestaltet wurden, ist das besondere Erkennungsmerkmal für das Projekt und bedeutet „behütet sein“ und Schutz geben.

Die Führung macht eindeutig Lust auf neuerliches Verweilen im Mariendom, wo es noch viel zu entdecken, staunen und genießen gibt.


Astrid Gaisberger, SelbA Trainerin

 

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